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empl.friseure: Es geht weiter

10. Oktober 2025
Gruppenbild mit 17 Menschen auf einer Wiese. Im Hintergrund sind Büsche und Bäume zu sehen.
Der Großteil des Teams mit Theresa (3. v. r.) und Konstantin (5. v. r.) Empl vor Kurzem beim Gartenfest >< Foto: empl.friseure

Nach dem plötzlichen Unfalltod von Georg Empl im April führen die beiden Kinder Theresa und Konstantin den Salon nun in die Zukunft.

Inhaltsübersicht

Die Entscheidung fiel praktisch sofort nach dem tragischen Vorfall. Konstantin Empl erzählt: „Am Montag ist unser Vater verstorben, am Dienstag sind wir morgens zum Salon gefahren und haben aufgesperrt. Das komplette Team war da, auch Kolleginnen, die zu der Zeit krankgeschrieben oder in Elternzeit waren. Da war für uns alle klar, dass es weitergehen muss und soll.“

Eine Entscheidung aus dem Herzen

Theresa Empl ergänzt: „Abends sind einige Mitarbeitende noch auf uns zugekommen und haben uns gebeten: ‚Bitte macht weiter.‘ Für uns war es wichtig, dass das Team sich weiterhin wohlfühlt. Dass es weitergeht – nicht nur, weil es um ein Geschäft geht, sondern weil das hier auch ein Stück Familie ist.“ Organisatorisch werden die beiden eine GbR gründen und haben mit Verena Maier eine langjährige Mitarbeiterin zur Betriebsleiterin befördert – sie hält fachlich alle Fäden in der Hand.

Kein Friseurberuf, aber Unternehmergeist

Denn: Die Geschwister sind keine gelernten Friseure. Theresa Empl ist Innenarchitektin und Betreiberin eines Kulturcafés, Konstantin Produktmanager in der IT-Branche, Unternehmensberater und in der Start-up-Szene aktiv. Beide bringen ihre Erfahrungen aus ihren Berufen in die Salonführung ein: „Ich habe davor viele Jobs gemacht – dass es nun die Friseurbranche wird, hätte ich nicht gedacht. Doch genau hier verbinden sich Handwerk, Kreativität und Unternehmergeist – und das fühlt sich erstaunlich richtig an“, sagt Theresa. Dass sie nie Friseurin gelernt hat, spielt für sie keine Rolle: „Es geht um Menschen, um Vertrauen, um Zusammenhalt. Und um die Bereitschaft zu lernen.“

Wir wollen Verantwortung übernehmen, aber auch übergeben.
Theresa und Konstantin Empl

„Wir hatten keine klassische Übergabe, keine fertigen Pläne in der Schublade. Aber wir hatten eine Generalvollmacht und das Vertrauen unserer Bank – das war super wichtig und hat vieles schnell und unkompliziert ermöglicht“, sagt Konstantin. Trotzdem: Die Übernahme war alles andere als einfach. Inmitten von Trauer, organisatorischen Herausforderungen und beruflichen Umbrüchen galt es, eine funktionierende Struktur zu schaffen. „Unser Vater war ein sehr analoger Mensch – vieles lief über Papier, über Gespräche. Wir haben begonnen, Prozesse zu digitalisieren, das Backoffice neu zu strukturieren“, sagt Theresa. Gleichzeitig blieb das Team stabil, alle Mitarbeitenden, viele davon seit Jahrzehnten dabei, gingen den Weg mit.

Konstantin und Theresa Empl vor einem Fenster mit Bäumen im Hintergrund
Konstantin und Theresa Empl im Interview mit TOP HAIR >< Foto: Anke Krespach

Fördern und Optimieren

Die Geschwister sehen ihre Aufgabe nicht nur in der Verwaltung des Bestehenden, sondern vor allem in der Weiterentwicklung. Zwei zentrale Themen haben sie sich für die nächste Zeit vorgenommen:

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Individuelle fachliche Förderung im Team:
„Wir wollen nicht alle 26 Friseur*innen unseres Teams in ein Schema pressen. Jeder hat eigene Stärken – und die wollen wir gezielt fördern“, erklärt Theresa. Vor allem das Thema „Feines Haar“, immer ein Steckenpferd von Georg Empl und in den letzten Jahren aber nicht mehr so im Fokus der Ausbildung, wollen die Geschwister wieder stark positionieren: „Da werden wir individuell und gezielt intern fördern und schulen sowie extern beim Marketing einen Schwerpunkt setzen“, so Konstantin Empl.

Erlebnis Kund*innenreise:
Vom ersten Kontakt bis zum letzten Handgriff – der Aufenthalt im Salon soll für die Kund*innen ein rundes, wertschätzendes Erlebnis sein. „Dazu gehört auch, dass wir in Themen investieren, die zuletzt hinten runterfielen – neue Services, digitale Touchpoints und besondere Salon-Erlebnisse“, führt sie aus. Auch die Ausbildung bleibt ein zentrales Standbein: „Wir bilden seit Jahren gut aus – das werden wir auch weiterhin tun. Das ist unser Beitrag zur Branche und zur Gesunderhaltung unseres Betriebs. Es gibt nichts Wertvolleres, als sich Mitarbeitende selbst zu entwickeln.“

Nachfolge regeln, Einblicke ermöglichen

Auch wenn der plötzliche Tod des Vaters Auslöser der Übernahme war – das Thema Nachfolge war in den Monaten davor familienintern nie völlig vom Tisch. „Es war schon mal angedacht, dass einer von uns als Gesellschafter einsteigt – aber eben irgendwann“, erzählt Konstantin Empl. Sein Rat an andere Familienbetriebe: „Drängt die nächste Generation nicht, aber ermöglicht ihr Einblicke und Bindung an den Betrieb. Fragt euch ehrlich: Was passiert, wenn morgen jemand fehlt? Ist alles geregelt, was geregelt sein müsste?“

Besonders in der Friseurbranche, wo persönliche Beziehungen, Know-how und Teamstruktur eng verwoben sind, sei das essenziell: „Man kann nicht einfach jemanden ersetzen, der so lange ein Team und einen Betrieb geführt hat. Das geht nur mit Vorbereitung, Professionalität. Man muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und auch zu übergeben. Da haben wir sehr viel Lust drauf.“

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