Von der Chefin zur Co-Chefin, von der Mitarbeiterin zur Chefin. Für Elke Kronmüller und Kerstin Meisenzahl ging diese Rechnung auf.
Inhaltsübersicht
- Frühe Selbstständigkeit
- Führung: Die richtigen Methoden fehlten
- Umbruch in der Führung vor 10 Jahren
- Die zweite Chefin wächst langsam in die Führungsrolle
- Zwei Chefinnen schwören auf den Blick von außen
Frühe Selbstständigkeit
Das Thema Führung beschäftigt Elke Kronmüller, seit sie ins Berufsleben gestartet ist. Aus einer selbstständig tätigen Friseurfamilie kommend, baute sie sich vor 33 Jahren ihr Unternehmen auf. Ein Jahr nach der Eröffnung des „Schnitt-Punkt“ in Würzburg übernahm sie zusätzlich den Salon ihres Vaters. Da war sie 25 Jahre alt. „Der Salon war 50 Kilometer entfernt, hatte zwölf Mitarbeiter.“ Auf beiden Hochzeiten tanzen war kein einfaches Unterfangen für die junge Friseurin: „Ich kam da als Jungchefin an, in dem Betrieb, in dem ich auch ein Jahr lang meine Ausbildung gemacht habe und hatte einen sehr schlechten Stand bei den Mitarbeiterinnen, die 20 Jahre älter waren als ich.“
Führung: Die richtigen Methoden fehlten
Einiges lief schief, bis sie auf einem Seminar die Unternehmensberatung Schaefer & Partner kennenlernte und sich Unterstützung holte: „Grundsätzlich hatte ich mit Führung kein Problem. Mir haben aber manchmal die richtigen Methoden gefehlt, wie man in herausfordernden Situationen handelt. Da ist es gut, wenn man einen Sparringspartner hat, der neutral auf Dinge blickt.“

Dennoch trennt sie sich nach einigen Jahren von dem Salon ihres Vaters, arbeitet weiter an ihrem Geschäft und vergrößert es in einem Jahr von fünf auf 14 Mitarbeiter: „Plötzlich war Energie dafür frei.“ Führung, wie sie früher einmal gelebt wurde, autoritär von oben nach unten, kam für Elke Kronmüller nie in Frage: „Das erschien mir schon immer völlig sinnlos.“ Ihr Weg ist ein anderer: „Ich möchte die Menschen einbinden, auch in Entscheidungen. Dennoch hat sich für mich herauskristallisiert, dass es einen klar abgesteckten Rahmen braucht. Wenn ich den habe, dann kann ich maximale Freiheit ermöglichen.“ Gerne nutzt sie das Bild einer Dirigentin: „Für mich ist es sehr wichtig, das Potenzial eines Menschens zu erkennen, es zu fördern und zu fordern, dann demjenigen schnellstmöglich auch Aufgabenbereiche zu übergeben. Es ist Aufgabe der Führung, das zu koordinieren. Also wie beim Dirigieren auch: Ich muss, bevor der Ton gespielt wird, den Impuls und das Tempo vorgeben.“
Umbruch in der Führung vor 10 Jahren
Seit gut zehn Jahren arbeitet Elke Kronmüller nicht mehr am Stuhl. Wieder kam die Frage auf: Wie kann man führen, wenn man nicht die ganze Zeit vor Ort ist? Da kam Kerstin Meisenzahl ins Spiel, seit vielen Jahren angestellt im Salon. Schleichend ist sie in die Rolle der zweiten Chefin hereingewachsen, erinnert sie sich. Zunächst übernahm sie immer mehr Verantwortung, dann die Geschäftsleitung, seit diesem Jahr ist sie Mitinhaberin des Salons.

Die zweite Chefin wächst langsam in die Führungsrolle
Der sanfte Übergang war auch Elke Kronmüller wichtig: „Ich habe gemerkt, dass es Zeit braucht, bis alle akzeptieren, dass ein Teammitglied zur Vorgesetzen wird. Und ich hatte das große Bedürfnis, Kerstin den Raum erst mal zu eröffnen, wo auch sie sich Ausprobieren kann.“ Auch Kerstin Meisenzahl bekommt Unterstützung von Schaefer & Partner für ihre neue Rolle: „Die Inhalte, die man auf der Meisterschule lernt, die sind zwar für die Meisterschule wichtig, aber jetzt nicht unbedingt für das, was man so im Alltag wirklich braucht.“ Dank der Hilfe der Experten lernt sie schnell, wie sie die relevanten Zahlen im Blick und über alles den Überblick erhält. Wichtig bleibt ihr die persönliche Weiterentwicklung und dass man die eigene Komfortzone verlassen muss, um zu lernen wie man Menschen abholt und beruflich weiterbringt.
Zwei Chefinnen schwören auf den Blick von außen
Inzwischen haben beide ihre Chefinnen-Rolle für sich gefunden. Während Elke Kronmüller eher im Hintergrund agiert, planen sie gemeinsam die Projekte des Salons. Kerstin Meisenzahl sorgt für die praktische Umsetzung und ist die Ansprechpartnerin vor Ort im Tagesgeschäft. Die Sicherheit, die ihr früher ihre Chefin Elke Kornmüller gab, will auch Kerstin Meisenzahl heute weitergeben: „Wenn ich hier auf der Arbeit war, hatte ich immer das Gefühl, an einem Safe Space zu sein. Ich konnte so sein, wie ich bin und wenn mal irgend etwas aus dem Ruder läuft, erhält man eine konstruktive Kritik“, erinnert sich Kerstin Meisenzahl. Für beide absolut essentiell: Der Blick von außen.
Text: Yvonne Rieken
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