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18.11.2019

Wie entsteht graues Haar?

Es gibt wohl niemanden, der sich über das erste graue Haar freut. Die meisten sehen sie als Zeichen des Altwerdens. Aber wie entstehen graue Haare eigentlich und wann wird man grau?

Wenn das Haar die Produktion der Melanine einstellt, wird es erst einmal farblos und erscheint weiß. Hierbei produzieren die Melanozyten, die normalerweise den Farbstoff Melanin produzieren, keinen Farbstoff mehr. Das Haar wächst farblos nach. Aber nicht in allen Haaren stellen die Melanozyten zeitgleich ihre Produktion des Farbstoffes ein. So wachsen viele Haare mit der natürlichen Farbe nach, andere weiß. Das Zusammenspiel erscheint dann grau.

 Zur Biologie der Naturhaarfarbe
Melanin: Pigment des Haares. Es gibt Eu- und Phäomelanin. Je nach Mischungsverhältnis ist die Haarfarbe dunkler, heller, eher aschig oder rötlich.
Melanozyten sind pigmentbildende Zellen. Bei Blonden werden weniger Pigmente gebildet als bei Dunkelhaarigen.
Phäomelanin: Kleiner, gelb-roter Farbstoff. Er ist für die Farbrichtung verantwortlich.
Eumelanin: Großer, braun-schwarzer Farbstoff. Je mehr davon vorhanden ist, desto dunkler ist die natürliche Haarfarbe. Er ist für die Farbtiefe verantwortlich. 

Wann wird man grau?

Es ist genetisch vorprogrammiert, zu welchem Zeitpunkt die Melanozyten ihre Arbeit einstellen; das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Die Redensart „über Nacht ergrauen“ bzw. „durch Stress über Nacht weißes Haar  bekommen“ ist so allerdings nicht richtig. Denn selbst wenn alle Melanozyten ihre Arbeit über Nacht einstellen würden, müsste erst das unpigmentierte Haar herauswachsen.

 

Weitere Angaben
Text:Evelyn Pruin

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  • Haarfarbe