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24.01.2019

Finanzen: Was kostet ein guter Steuerberater?

In Deutschland gibt es ungefähr genauso viele Steuerberater wie Friseursalons. Da den „Richtigen“ zu finden, ist gar nicht so einfach! Und vor allem – was darf er kosten?

Hierzulande müssen Steuerberater ihr Honorar auf Basis der Steuerberatervergütungsordnung berechnen. Seit einer Reform im Jahr 2016 dürfen sie allerdings sowohl höhere als auch niedrigere Gebühren als die gesetzlich vorgeschriebenen vereinbaren (§4 Absatz 3StbVV). Das bedeutet, dass jeder in einem gewissen Maß selbst verhandeln kann, wie hoch die Kosten für die Steuerberatung sein werden. Eine Umfrage der Termin- und Kassensoftware studiolution zeigte, dass es dadurch zu großen Unterschieden bei den Kosten kommen kann - selbst dann, wenn Umsatz, Anzahl der Mitarbeiter und Bundesland der Geschäfte identisch sind.

Wie können Sie Kosten optimieren?

Zeitaufwand reduzieren heißt die Devise. Das funktioniert vor allem dann, wenn man die Übergabe der Kassendaten und Belege an den Steuerberater sauber hinbekommt – am besten elektronisch.

  • Vorteile der Digitalisierung nutzen und von einer offenen Ladenkasse zu einem elektronischen Kassensystem, das das Exportieren von Buchhaltungsberichten zulässt, wechseln.
  • In einem persönlichen Gespräch mit dem Steuerberater klären, an welchen Stellen Aufwand reduziert werden kann und welche Vorarbeiten selbst erledigt werden können.
  • Vereinbarte Termine einhalten, Unterlagen pünktlich und digital weitergeben.
  • Belege ordentlich und thematisch nach Einlagen und Ausgaben sortieren und ordnen.
  • Mit dem Steuerberater vereinbaren, dass nur tatsächlich beanspruchte Leistungen abgerechnet werden.
  • Einen Steuerberater wählen, der Kassendaten elektronisch in sein Buchhaltungssystem einspielt.
  • Im Kassensystem die richtigen Einstellungen vornehmen (z. B. Kontenrahmen, Steuersätze, etc.). Der Steuerberater sollte die Einstellungen vom Kassensystem spiegeln, damit Kassensystem und Buchhaltungsunterlagen jederzeit übereinstimmen (z. B. im Falle einer Betriebsprüfung) und eine reibungslose Zusammenarbeitder Programme gewährleistet ist.

Digitale Zusammenarbeit? Unbedingt!

Ein wichtiger Faktor für die Kostenreduzierung ist die Umstellung auf ein digitales Arbeiten. Zum Beispiel passieren durch die Verwendung von elektronischen Kassensystemen deutlich weniger Fehler in der Buchhaltung. Der Steuerberater muss weniger korrigieren und kann mit bereits vorkontierten Buchungen arbeiten. Zusätzlich reduzieren sie den Zeitaufwand, z. B. bei den Monatsabschlüssen auf beiden Seiten enorm. Diese werden automatisch erstellt, der Steuerberater muss sie nicht manuell abtippen, sondern sie können in wenigen Schritten direkt importiert werden.

Zusammenfassend gilt: Wer weiterhin ungeordnete Belege in einem Schuhkarton abgibt, kann kein Entgegenkommen bei den Kosten erwarten. Wer digital arbeitet schafft nicht nur viele Vorteile, sondern kann seine Kosten ordentlich senken. In allen Fällen sollten Sie darauf achten, dass die Kosten für die Steuerberatung angemessen und transparent sind. Aber bei der Auswahl des Steuerberaters dennoch nie nur auf den Preis schauen. Ein guter und kompetenter Steuerberater kann langfristig viel Geld sparen, wertvolle Tipps geben und unternehmerische Trends frühzeitig erkennen – und ist sein Honorar in allen Fällen wert.

Wie die Umstellung gelingt, wie man das richtige Kassensystem findet und viele weitere Tipps und Checklisten rund um das Thema Steuerberater, finden Sie hier. Auf der Website der Steuerberaterkammern oder des Deutschen Steuerberaterverbandes, kann nach Steuerberatern in der Umgebung und mit der passenden Spezialisierung gesucht werden. Eine einfache und übersichtliche Steuerberater-Suche gibt es hier: www.steuerberaterrechner.de/steuerberaterkarte

Quelle: studiolution

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Allgemein gilt: Das Honorar muss in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung, Verantwortung und dem Haftungsrisiko des Steuerberaters stehen. Eine gute Orientierung bietet die Steuerberatervergütungsverordnung selbst. Diese ist leicht im Internet zu finden, ist durch ihren komplexen Aufbau allerdings für Laien kaum lesbar und schwer verständlich. Es ist deshalb ratsam einen Steuerberaterkostenrechner zu nutzen, mit dessen Hilfe anhand der Jahresumsätze die ungefähren Kosten berechnet werden können. Einen Rechner speziell für die Friseur- und Beautybranche gibt es unter diesem Link.

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