Foto: Ralph Goldschmidt

13.12.2019

Lust auf Change?! Die Branche braucht Veränderungen

Um zukunftsfähig zu bleiben, möchten Unternehmen innovativer und wettbewerbsfähiger werden - und attraktiver für gute junge Leute. Der diplomierte Sportwissenschaftler und Volkswirt Ralph Goldschmidt weiß, worauf es ankommt, damit Menschen JA sagen zum Wandel.

Anfang September stand ich nach einem Vortrag bei einem Glas Riesling mit ein paar Unternehmern zusammen. Einer von ihnen sagte: „Seien wir doch mal ehrlich: Der einzige Mensch, der sich nach Veränderung sehnt, ist ein Baby in vollgeschissenen Windeln.“ Und selbst da bin ich mir nicht so sicher. Ich habe selbst vier Kinder ...
  In fast allen Branchen geht es zur Zeit um Veränderung und (digitale) Transformation. Auch in Ihrer Branche haben Unternehmer erkannt, dass sie in ihren Unternehmen und Salons etwas ändern müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Sie möchten innovativer und wettbewerbsfähiger werden und attraktiver für gute junge Leute. Die Grundvoraussetzung dafür, dass das Umsetzen von Veränderungen gelingt, ist die jeweilige Haltung gegenüber Veränderungen. Ganz konkret geht es um die Bereitschaft, sich überhaupt auf Veränderungen einzulassen, um das JA zum Wandel.

VUKA-Welt

Seit Jahren dreht sich die Welt immer schneller. Sie wird komplexer und chaotischer. Das macht sie unberechenbarer und weniger planoder gar kontrollierbar. Die Rezepte der alten Welt funktionieren in der neuen immer weniger – in der sogenannten VUKA-Welt:

  • volatil /unbeständig
  • ungewiss
  • komplex
  • ambigue/mehrdeutig

Und noch mehr: Es gibt keine Rezepte mehr.

Es braucht Veränderungsbereitschaft

Veränderungsbereitschaft wird für Unternehmen immer wichtiger. Um zukunftsfähig zu sein, brauchen wir Unternehmer daher den Mut, Neues auszuprobieren. Es geht darum, loszugehen und sich auf Unbekanntes einzulassen. Hierzu braucht es die Bereitschaft und den Mut möglichst vieler Beteiligter – angefangen bei uns selbst als Unternehmer, bis hin zum Azubi. Doch, wie sieht es aus mit unserer eigenen Veränderungsbereitschaft?
  Studien aus der Wissenschaft sind ernüchternd: Laut TU München treibt nur jeder fünfte Mitarbeiter notwendige Veränderungsprozesse voran, jeder zweite dagegen gilt als Bremser. Kein Wunder also, dass 70 bis 80 Prozent aller Change-Projekte nicht zum gewünschten Erfolg führen.?
  Woran liegt es, dass so viele Menschen bei Veränderungen auf der Bremse stehen? Was ist die Hauptursache dafür, dass sie sich so schwertun? Dass sie im Widerstand sind, statt all die Chancen zu sehen, die in Veränderungen stecken? Dass sie jammern, statt zu jubeln?
  Ganz einfach: Wenn ich als Mensch mit einer Veränderung konfrontiert werde, stelle ich mir – bewusst oder unbewusst – die Frage:

  • Ist diese Veränderung bedrohlich für mich?
  • Muss ich mich von lieb gewonnenen Gewohnheiten verabschieden?
  • Habe ich Angst, dass ich das, was man von mir erwartet, nicht schaffe?
  • Ist mein Status gefährdet, gar mein Job?

Ohne Widerstand kein Wandel

Dieser Widerstand ist eine normale Reaktion auf Veränderungen. Und tatsächlich ist es so, dass Sie da, wo es keinen Widerstand gibt, auch keine Veränderung erleben werden. Der Hauptgrund, warum Veränderungs-Vorhaben scheitern, liegt nicht am Widerstand Ihrer Mitarbeiter an sich. Sondern am Umgang mit diesen Widerständen. Die Haupt-Emotion, die hinter jedem Widerstand liegt, ist Angst! Natürlich stecken in jeder Veränderung auch Chancen. Doch der Appell „Seht die Veränderung als Chance!“ funktioniert nicht, solange ein Mitarbeiter sie als Bedrohung erlebt und keine Lösung dafür sieht. Hier ist Veränderung biologisch unmöglich.

Konstruktiver Umgang mit Ängsten

Was können Sie als Unternehmer und Chef tun, damit Sie und Ihre Mitarbeiter den Wandel mittragen? Für den Umgang mit Ängsten ist es irrelevant, ob sie „berechtigt“ sind. Für Ihre Mitarbeiter sind diese Ängste subjektive Realität. Einzig hilfreich ist ein konstruktiver Umgang damit: Es gilt die Ängste wahrzunehmen, zu benennen und auszusprechen. Nehmen Sie sie ernst und suchen Sie gemeinsam mit den Betroffenen eine Strategie zur Bewältigung der von ihnen gefühlten Bedrohung.

Mit den Menschen, anstatt gegen sie!

Damit Veränderungen gelingen, brauchen Sie von Ihren Mitarbeitern ein gefühltes JA! Vielleicht steigen Sie in das nächste Gespräch mit folgender Frage ein:

„Was braucht Ihre Seele, damit sie Veränderungen mittragen kann?“

Ich gebe zu, das ist ein ungewöhnlicher Einstieg in ein Mitarbeitergespräch. Doch: Die alten Rezepte greifen möglicherweise auch in Ihrem Salon nicht mehr und vielleicht ist es an der Zeit, mutig neue Wege zugehen.

Hören Sie Ralph Goldschmidts Vortrag auf der

TOP HAIR - DIE MESSE in Düsseldorf
Samstag, 7. März 2020
um 14:30 Uhr
Kongress, Halle 16

Hier finden Sie alle Besucherinfos rund um TOP HAIR - Die Messe 2020

Ralph Goldschmidt

Der diplomierte Sportwissenschaftler und Volkswirt coacht seit 20 Jahren „vielbeschäftigte Leistungsträger“ und zählt zu den beliebtesten Rednern Deutschlands. Patentrezepte hat er keine. Aber eine Menge Wissen, viel Erfahrung und noch mehr Humor!