16.07.2019

„Es reicht - und zwar schon lange!“ …

… sagt die Obermeisterin der Friseurinnung Düsseldorf, Monika Schmitter und beschreibt damit den bundesweiten Unmut einer ganzen Branche. Mitmachen und sensibilisieren fordert Rene Krombholz unter www.friseure-fordern-fairness.de.

„Im schlechten Image sind wir groß – in der Lobby-Arbeit zu klein!“ stellt Rene Krombholz, ebenfalls Vorstandsmitglied der Friseurinnung Düsseldorf, fest  und ergänzt: „Das liegt nicht unbedingt an den Innungen und Verbänden, sondern eher daran, was man von unserer Arbeit wahrnimmt – oder eben nicht!  Also müssen wir lauter werden und kundtun, was wir tun und wollen!“ 

Rene Krombholz fasst die wichtigsten Punkte zusammen: Bundesweit rumort es im Friseurhandwerk, vom Salon bis zur Spitze im Zentralverband des Friseurhandwerks. So richtig zufrieden ist man nirgendwo, im Gegenteil – viele Problemstellen erschweren den Erfolg der Branche. Manche Probleme erscheinen als fast unlösbar.

Kleinstunternehmer:
In der Landeshauptstadt Düsseldorf beträgt der Anteil der Kleinstunternehmen 34 %. Jeder dritte Friseurunternehmer zahlt keine Umsatz-/Einkommensteuer, hat vergünstigte Sozialversicherungen, viele werden staatlich zum Lebensunterhalt unterstützt. Damit kann man anders kalkulieren und bedeutend preiswerter sein, sehr zum Ärger der steuerzahlenden Mitbewerber.

Ausnahmen ohne Ende und Kontrolle
Salons mit Ausnahmegenehmigungen schießen wie Pilze aus dem Boden, die Betriebsstätten haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Die Meisterpflicht wird geschickt unterlaufen, zu viele Mitbewerber mit Ausnahmegenehmigungen werben und praktizieren Dienstleistungen, die sie gar nicht ausführen dürften. Niemanden stört es, den Verbraucher freut es, wenn der Preis stimmt.

Bildungspolitik
Angefangen bei der Berufsberatung, die zu wenig von den Erfordernissen moderner Dienstleistung kennt, bis hin zu Förderprogrammen die missbraucht werden, führt solches in die falsche Richtung. Dazu der politisch gewollte Drang zur Akademisierung und eine überholungsbedürftige Bildungspolitik, die den Auszubildenden krasse Unterrichtsausfälle, selbst bei wichtigen Fächern beschert.

Schwarzarbeit
Letztlich müssen wir uns auch fragen, warum wir in Zeiten drastischer Personalmangels bundesweit rund 7.000 ausgebildete Friseure/innen bei der Agentur für Arbeit pausieren lassen statt in das Berufsleben einzugliedern. Hier würden sie dringend gebraucht.

Wer zu leise ist, wird nicht gehört
Von diesen Problemen will aber kaum jemand etwas wissen, weiß Rene Krombholz als Initiator der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“.  Berichte hin und wieder in der Fachpresse oder Handwerkszeitungen, aber Tagespresse oder Frauenmagazine wollen davon nichts wissen, Kunden interessiert letztlich nur der Preis und nicht wie er zu Stande kommt.

„Da gibt es Missbrauch, es gibt Straftaten, Riesen-Probleme und das bundesweit, trotzdem kommen wir nicht weiter!!!“  so Jennifer Brahm in der Vorstandssitzung am 2. Juli 2019.  
Obermeisterin Monika Schmitter bestätigt „…seit drei Jahren kämpfe ich wie gegen Windmühlen!“
Es passiert zu wenig. Betriebe fallen auf, werden gemeldet, wenn überhaupt verwarnt, notfalls kommt der nächste Inhaber und das Spiel geht weiter…!

Umdenken – Gemeinsam handeln
Zu oft herrscht in unserer Gesellschaft die Meinung vor „Ich kann nur gewinnen, wenn der Andere am Boden liegt!“  Falsch – denn es geht nicht darum, jemanden etwas wegzunehmen oder zu schädigen, im Gegenteil. Gemeinsam könnten wir manche Probleme lösen … und haben dann alle gewonnen.

Aus diesem Gedanken heraus entstand eine Kooperation der Friseurinnung Düsseldorf und der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“.

Mitmachen
Unter der URL www.friseure-fordern-fairness.de/   werden die wichtigsten Problematiken in Kurzform angesprochen, um Presse und Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Alle im Friseurberuf Tätigen sind aufgerufen – sofern sie damit konform gehen, für die geforderten Veränderungen voten und mit ihrer Stimme Nachdruck zu verleihen.  

Mitmachen und voten, damit erkennbar wird das wir nicht nur gemeinsame Sorgen, sondern auch eine gemeinsame Basis haben, die da heißt:  zurück zum ehrbaren Handwerk.
Denn nur SO wird es eine Zukunft haben.

Text: Rene Krombholz