Nach leichten Aufholeffekten der Vorjahre stagniert der Ausbildungsmarkt vor allem im Handwerk erneut, wie der Berufsbildungsbericht 2025 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt.
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Im Jahr 2024 wurden bundesweit 486.711 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, das ist ein leichtes Minus von 0,5 Prozent gegenüber 2023. Davon entfallen 97,3 Prozent auf betriebliche und 2,7 Prozent auf außerbetriebliche Ausbildungen. Das Handwerk bleibt mit 135.106 Neuverträgen der zweitgrößte Ausbilder nach Industrie und Handel und ist um 0,2 Prozent kaum gewachsen.
Angebot sinkt, Nachfrage steigt
Rund 19.000 Ausbildungsstellen im Handwerk blieben unbesetzt, das sind 18 Prozent aller gemeldeten Plätze. Insgesamt meldete die Bundesagentur für Arbeit in absoluten Zahlen 69.405 unbesetzte Ausbildungsstellen, während 31.151 Jugendliche vergeblich einen Ausbildungsplatz suchten. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bleibe somit weiter groß. Besonders kleine Betriebe seien betroffen: Nur 35 Prozent konnten alle Plätze besetzen, wohingegen große Unternehmen demnach von Bekanntheit, besseren Karrierewegen und mehr Werbemitteln profitierten.
Das gesamte Ausbildungsangebot (Neuverträge + unbesetzte Stellen) sank 2024 auf 556.100, ein Rückgang von 1,2 Prozent, während die Bewerberzahl leicht auf 517.900 stieg. Unversorgte Jugendliche nahmen um 18,1 Prozent zu – mit absolut 31.200 jungen Menschen der höchste Wert seit 2009.
Fachkräftesicherung durch Integration
Die Unternehmen reagierten auf den Fachkräftemangel: Laut DIHK bilden inzwischen 48 Prozent der Betriebe junge Menschen aus anderen Herkunftsländern aus (2019: 41 Prozent).
Der BIBB-Hauptausschuss warnt in seiner Stellungnahme zum Bericht: Ohne starke Berufsbildung drohe weiterer Fachkräftemangel. Entscheidend sei, Passungsprobleme zu verringern, berufliche Orientierung an Schulen zu stärken und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu fördern.
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