Trainer und Haarschnittspezialist Ali Ihsan Ünler aus Hamburg bringt mit der neuen „ALI IHSAN Online Academy“ sein selbst entwickeltes Trainingssystem erstmals in eine digitale Plattform.
Inhaltsübersicht
- Haarschnitte verstehen statt Trends kopieren
- Mehr als 100 Videos zum Start
- Wissen im Team sichern
- Digitale Plattform ergänzt Salonschulungen
- Interview: „Training muss im Salon denselben Stellenwert haben wie Umsatz“
Seine Academy soll Friseur*innen, Auszubildende und ganze Salonteams dabei unterstützen, Schnitttechniken systematisch zu erlernen und dauerhaft im Salonalltag zu verankern. Der offizielle Start ist für Mitte bis Ende Juli geplant. Bereits ab 16. Juni kann man Early Bird Zugänge erwerben – TOP HAIR Leser erhalten exklusive 25 % Rabatt mit dem Code TOPHAIR25.
Haarschnitte verstehen statt Trends kopieren
Im Mittelpunkt der Academy stehen nicht einzelne Trendlooks, sondern die handwerklichen Grundlagen des Haarschneidens. Ali Ihsan Ünler möchte vermitteln, wie Formen entstehen, wie Gewicht gesteuert wird und wie Graduation, Stufung und Personalisierung zusammenspielen: „Viele Mitarbeitende lernen Abläufe auswendig, ohne wirklich zu verstehen, warum ein Haarschnitt funktioniert“, sagt er. Genau dort setze die Plattform an. Statt fertige Looks nachzuschneiden, sollen die Nutzer die technischen Zusammenhänge verstehen und auf unterschiedliche Haarschnitte übertragen können.
Mehr als 100 Videos zum Start
Zum Start stehen rund 80 Theorie- und Technikvideos sowie etwa 40 vollständige Schnittvideos mit Schritt-für-Schritt-Erklärungen und Voice-over bereit.
Die Inhalte reichen von Grundlängen und Bobformen über Stufungen bis hin zu Façon- und Herrenhaarschnitten. Weitere Lernmodule sollen kontinuierlich hinzukommen.
Die Videos seien bewusst kompakt aufgebaut und sollen sich direkt in den Salonalltag integrieren lassen. Nutzer können einzelne Techniken gezielt nachschlagen, wiederholen und trainieren.
Wissen im Team sichern
Mit der Academy richtet sich Ali Ihsan nicht nur an einzelne Friseur*innen, sondern ausdrücklich auch an Salonunternehmen. Das Ziel: Wissen soll nicht bei einzelnen Mitarbeitenden bleiben, sondern im gesamten Team verfügbar werden.
Die Plattform soll Saloninhaber dabei unterstützen, neue Mitarbeitende strukturierter einzuarbeiten, Ausbildungsprozesse zu stärken und technische Standards im Unternehmen zu etablieren. Alle Nutzer erhalten einen persönlichen Zugang und können ihren individuellen Lernfortschritt verfolgen.
Digitale Plattform ergänzt Salonschulungen
Parallel zur Academy bietet Ünler wie bereits seit Längerem Salonschulungen an. Auch dort steht kein Trendhaarschnitt im Mittelpunkt, sondern ein technisches System, das die Grundlagen des Schneidens vermittelt.
Die Schulungen sollen Teams dabei helfen, sicherer, selbstständiger und konstanter zu arbeiten, vom Azubi bis zum erfahrenen Stylisten. „Statt einzelne Techniken zu reproduzieren, lernen die Teilnehmer, Haarschnitte systematisch aufzubauen und auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse anzupassen“, erklärt der Trainer.
Die Preisstruktur reicht vom Einzelzugang für Solostylisten bis zu Teamlizenzen für größere Salonunternehmen. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitenden sind individuelle Enterprise-Lösungen geplant.
Nach den Vorstellungen von Ünler soll die Plattform kein kurzfristiges Trendangebot sein. Vielmehr will er ein digitales Trainingssystem schaffen, das Friseur*innen und Salons langfristig bei Ausbildung, Weiterbildung und Qualitätssicherung unterstützt.
Interview: „Training muss im Salon denselben Stellenwert haben wie Umsatz“
TOP HAIR: Ali, warum schlägt dein Herz so sehr für das Thema Haarschnitt?
Weil der Haarschnitt die Grundlage von allem ist. Trends kommen und gehen, heute ist es ein Mullet, morgen etwas anderes. Wenn du aber verstanden hast, wie ein Haarschnitt aufgebaut ist und wie die Grundformen funktionieren, kannst du jeden Trend umsetzen. Deshalb bin ich überzeugt: Wir müssen wieder mehr Zeit in die Basics investieren.
Warum ist ein guter Haarschnitt für einen Salon so wichtig?
Qualität bleibt sichtbar. Eine Farbe verändert sich, ein Styling ist am nächsten Tag weg. Aber ein guter Haarschnitt funktioniert oft noch Wochen später. Genau das sorgt dafür, dass Kundinnen und Kunden wiederkommen. Und im besten Fall kommen sie nicht nur wegen einer bestimmten Person, sondern wegen der fachlichen Qualität des gesamten Salons.
Du hast Einblick in viele Salons. Wo liegt die größte Herausforderung?
Oft fehlt die Zeit fürs Training. Weiterbildung läuft nebenbei oder wird gemacht, wenn gerade mal Luft ist. Dabei müsste Training fest eingeplant werden. Für mich sollte Weiterbildung denselben Stellenwert haben wie Umsatz. Wenn wir nicht trainieren, können wir uns auch nicht weiterentwickeln.
Was brauchen junge Friseur*innen heute?
Die Erlaubnis und die Gelegenheit, Fehler zu machen. Ich erlebe viele junge Leute, die motiviert sind und wirklich Lust auf den Beruf haben. Gleichzeitig haben viele Angst, etwas falsch zu machen. Aber genau durch Fehler lernen wir doch. Niemand lernt laufen, ohne hinzufallen. Deshalb brauchen wir im Salon eine Kultur, die Fehler zulässt und Lernen fördert.
Welche Rolle spielen dabei die Chefs?
Eine riesige Rolle. Gute Chefs schaffen Raum zum Ausprobieren. Sie geben ihren Leuten Zeit zum Trainieren und fördern sie. Und vor allem schaffen sie es, Begeisterung für den Beruf zu wecken. Das habe ich selbst erlebt. Meine Ausbilder haben mir nicht nur Techniken beigebracht. Sie haben ein Feuer entfacht und mir Möglichkeiten gegeben, mich weiterzuentwickeln.
Wie erlebst du die aktuelle Generation von Nachwuchskräften?
Ehrlich gesagt sehr positiv. Die meisten haben richtig Bock. Sie ticken vielleicht anders als frühere Generationen, aber die Motivation ist da. Unsere Aufgabe ist es, sie abzuholen, ihnen Sicherheit zu geben und sie wachsen zu lassen.
Wie sieht für dich gute Weiterbildung aus?
Sicher nicht als einmalige Schulung. Nach einem Tag ist die Motivation zwar oft groß, aber echte Veränderung entsteht erst durch Wiederholung. Deshalb arbeite ich lieber mit mehreren Terminen, Übungen und Aufgaben zwischen den Trainings. Erst dadurch wird Wissen zu Können.
Sollten auch Saloninhaber regelmäßig trainieren?
Auf jeden Fall. Natürlich stehen Inhaber heute nicht mehr den ganzen Tag hinter dem Stuhl. Aber sie müssen trotzdem beurteilen können, welche Qualität im Salon entsteht. Deshalb finde ich es wichtig, dass auch Chefs bei Schulungen dabei sind und fachlich am Ball bleiben.
Was wünschst du dir für die Zukunft des Friseurhandwerks?
Dass wir wieder mehr Wert auf die Grundlagen legen. Dass wir jungen Menschen Zeit zum Lernen geben. Und dass Training nicht als Kostenfaktor gesehen wird, sondern als Investition in die Zukunft des Salons und unseres Berufs.
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