Beratung, Entwicklung, Hard- und Software – Digitalisierung kostet Geld, das Friseure oft nicht so einfach aufbringen können. Staatliche Finanzhilfen unterstützen beim Digitalen Salon.
Inhaltsübersicht
- Ohne Antrag kein Geld
- Wofür gibt es Unterstützung?
- Förderprogramme im Überblick
- ERP-Förderkredite des Bundes
- Kompass für Soloselbstständige
- Förderungen auf Länderebene
- Infos zu Digitalisierungsförderprogrammen in einzelnen Bundesländern:
Bund und Länder bieten in speziellen Digitalförderprogrammen Zuschüsse oder zinsvergünstigte Investitionskredite für kleine und mittelständische Betriebe (KMU) sowie Solounternehmen. Diese Investitionskredite helfen Unternehmen, durch günstige, meist auf zehn Jahre festgeschriebene Zinsen, Ausgaben zu schultern. Die Höhe der Zuschüsse zu einem Projekt ist gedeckelt und abhängig von Digitalisierungsvorhaben und Unternehmensgröße. Unternehmen zahlen einen Eigenanteil. Ihr Plus: Die Zuschüsse müssen sie nicht zurückzahlen.
Ohne Antrag kein Geld
Fördertöpfe öffnen sich nicht automatisch. Wer davon profitieren möchte, muss vor Beginn des Projekts einen Antrag stellen. Wem das anfangs Kopfzerbrechen bereitet, der holt sich am besten fachlichen Rat bei seiner Hausbank. Dann heißt es warten – je nach Förderprogramm dauert die Bewilligung wenige Wochen bis Monate.
Wofür gibt es Unterstützung?
Möglich sind Kredite oder Zuschüsse für:
- externe Beratungsleistungen
- Ausgaben für Hard- und Software
- Infrastruktur und IT-Sicherheit
- Digitalisierung und Vernetzung von Betriebsabläufen
- den Einsatz künstlicher Intelligenz
- Leistungen von IT-Spezialist*innen sowie Entwickler*innen
- digitale Vertriebskanäle, Plattformen und Cloud-Anwendungen
- Qualifikationen von Mitarbeiter*innen im digitalen Know-how.
Förderprogramme im Überblick
Einen Überblick über Förderprogramme von Bund, Ländern und Europäischer Union (EU) gibt die Förderdatenbank des Bundes.
ERP-Förderkredite des Bundes
Bundesweit wurden zum 1. Juli 2025 die Programme „ERP-Förderkredit Digitalisierung“, „ERP-Förderkredit Innovation“ und „ERP-Förderzuschuss“ aufgelegt. Finanziert über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), können Unternehmen und Freiberufler*innen zinsgünstige Kredite für Digitalisierungs- und Innovationsprojekte nutzen. Anträge laufen über die jeweilige Hausbank. Nähere Informationen finden Interessierte unter: www.kfw.de.
Kompass für Soloselbstständige
An Soloselbstständige richtet sich das ESF Plus-Förderprogramm Kompass – Kompakte Hilfe für Solo-Selbstständige des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Es läuft bis 2028 und fördert Weiterbildung zu digitalen Fähigkeiten, Fortbildungen zu betriebswirtschaftlichen Kenntnissen oder spezifischen fachlichen Kompetenzen. Möglich ist ein Zuschuss von maximal 4.500 Euro. Nähere Infos gibt es hier.
Förderungen auf Länderebene
Die meisten Bundesländer bieten für KMU Förderprogramme zur Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben an. Bezeichnungen wie Digitalbonus Bayern, Digi-D Sachsen oder Brandenburgischer Innovationsgutschein BIG-Digital machen deutlich, wo der Förderschwerpunkt liegt. Manche Länder unterstützen nur Investitionen in Beratung, andere auch Ausgaben für Infrastruktur oder Fortbildungen der Mitarbeiter*innen. Fehlt ein explizites Digitalförderprogramm, lohnt ein genauer Blick auf die Konditionen anderer Beihilfen. In Thüringen etwa lassen sich Digitalisierungsprojekte teils über das Programm „InnoInvest“ abdecken.
Wer in den Genuss der Förderung kommen will, muss mit seinem Unternehmen im jeweiligen Bundesland tätig sein. Viele KMU-Förderprogramme bieten für Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeiter*innen und maximal zwei Millionen Euro Jahresumsatz besonders günstige Förderbedingungen. Der Begriff KMU ist EU-weit festgelegt und bezeichnet Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder 43 Millionen Euro Jahresbilanzsumme.
Wichtig: Die Förderkulisse in den Ländern ändert sich beständig, ein regelmäßiger Blick auf die Seiten der Fördergeber empfiehlt sich also. So will Rheinland-Pfalz 2026 das Beratungsprogramm RLP auflegen. Es bietet Zuschüsse zu externen betrieblichen Beratungsleistungen rund um Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Infos zu Digitalisierungsförderprogrammen in einzelnen Bundesländern:
Text: Elke Reichenbach
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