Der LIV Niedersachsen ruft die Landespolitik auf, eine aktualisierte Hygieneverordnung für körpernahe Dienstleistungen zu schaffen. Neue Risiken wie der Hautpilz Trichophyton tonsurans sorgten zunehmend für Unsicherheiten in den Betrieben.
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Unterschiedliche Auslegungen durch Gesundheitsämter und neue Risiken wie der Hautpilz Trichophyton tonsurans haben den niedersächsischen Landesinnungsverband der Friseure dazu bewogen, eine neue einheitliche Hygieneordnung zu fordern. Präsidentin und Landesinnungsmeisterin Manuela Härtelt-Dören sagt: „Unsere Branche arbeitet seit jeher unter hohen Hygienestandards. Neue Betriebsformen, gesellschaftliche Veränderungen und Quereinstiege erfordern jedoch klare, landesweit einheitliche Regeln. Niedersachsen braucht eine neue oder aktualisierte Verordnung, die die Realität unserer Betriebe abbildet.“
Fadenpilz: Studie belegt Infektionsanstieg
Pilzerkrankungen der Kopfhaut sorgten 2024 für Aufsehen in der Presse. Dass die Infektion mit dem Fadenpilz schon weit früher zugenommen hat, zeigt nun auch eine Studie aus drei Unikliniken. Im Untersuchungszeitraum der Studie zwischen 2018 bis 2023 hatte sich der Anteil der Erkrankten verdoppelt: von 4,3 Prozent auf 9,3 Prozent. Die Forschenden sehen einen Bezug zu Besuchen in Barbershops. Zurückzuführen sei der Trichophyton tonsurans auf nicht vorschriftsgemäß gereinigte Geräte wie Messer und Rasierer, informierte auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks im Sommer 2024.
Der Verband aus Niedersachsen erwartet von Sozialministerium und Landtagsfraktionen, gemeinsam mit Berufsvertretungen und Fachbehörden zeitnah eine moderne, branchenspezifische Regelung für Hygienebestimmungen in der Friseurbranche zu erarbeiten.
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