Frisuren kennen kein Alter mehr. Immer mehr Frauen werfen alte Haarregeln über Bord. Stattdessen setzen sie auf gesundes Haar, moderne Farbtechniken und Styles, die zu ihnen passen.
Inhaltsübersicht
- Sind Frisuren, die jünger machen sollen, noch zeitgemäß?
- Frauen müssen mit 60 keine Kurhaarfrisur tragen
- Blond kennt keine Altersgrenze
- Graue Haare nicht verstecken
- Dünnes Haar: Volumen macht oft mehr aus als die Haarlänge
- Gesundes Haar ersetzt den Wunsch nach einem jüngeren Aussehen
- Diese Regeln können ältere Frauen endlich vergessen
Generationen von Frauen wurde vermittelt, dass sie ab 50, 60 oder darüber hinaus auf kürzere Frisuren umsteigen, bestimmte Haarfarben meiden und „altersgerechte“ Stylings wählen sollten. Laut Danielle Louise, Haar- und Beauty-Expertin bei Fresha, einer KI-gestützten Terminbuchungsplattform für die Beauty- und Wellnessbranche, verändern sich die Einstellungen jedoch auch in den Salons spürbar. Immer mehr Frauen lehnen überholte Vorstellungen ab, nach denen sie mit zunehmendem Alter ihre Haare kürzer tragen, die Haarfarbe zurückhaltender wählen oder insgesamt konservativere Looks bevorzugen sollten.
Sind Frisuren, die jünger machen sollen, noch zeitgemäß?
Anstatt nach Frisuren zu fragen, die sie jünger wirken lassen, konzentrieren sich viele Frauen heute darauf, ihr Haar gesund zu erhalten, ihre Lieblingslooks beizubehalten und ihre Pflegeroutine an die Veränderungen ihrer Haare anzupassen.
„Es gibt immer noch die veraltete Vorstellung, dass Frauen ab einem bestimmten Alter automatisch kurze Haare tragen oder ihren Stil deutlich konservativer gestalten sollten“, sagt Danielle Louise. „Doch es gibt keinerlei Regel, nach der langes Haar, blonde Haare, voluminöse Föhnfrisuren oder glamouröse Stylings mit 60 oder 70 plötzlich nicht mehr funktionieren. Was sich verändert, ist das Haar selbst. Dichte, Struktur, Trockenheit und die Reaktion auf Farbe oder Hitze können sich im Laufe der Zeit verändern. Deshalb sollte das Beratungsgespräch darum gehen, Pflege und Styling anzupassen, nicht darum, auf liebgewonnene Looks zu verzichten.“
Frauen müssen mit 60 keine Kurhaarfrisur tragen
Eine der hartnäckigsten Beauty-Regeln besagt, dass kürzere Haare ältere Frauen grundsätzlich vorteilhafter aussehen lassen. Danielle Louise widerspricht dieser Pauschalisierung: „Ein guter Haarschnitt sollte sich nach Haarzustand, Textur, Dichte, Gesichtsform und Lebensstil richten und nicht nach dem Geburtsjahr. Wer lange Haare trägt, kann durch Stufen, mehr Bewegung oder das Einrahmen des Gesichts einen völlig neuen Look erhalten, ohne die mühsam gewachsene Länge aufgeben zu müssen. Wenn das Haar feiner geworden ist, ist ein radikaler Kurzhaarschnitt nicht automatisch die Lösung. Die richtige Schnittform kann deutlich mehr Bewegung und Volumen schaffen.“
Blond kennt keine Altersgrenze
Älteren Frauen wird häufig geraten, auf helle oder auffällige Haarfarben zu verzichten. Andererseits werden viele Frauen blond, wenn die grauen Haare einen sehr hohen Anteil haben, sodass der herauswachsende Ansatz nicht so stark auffällt. „Die Haarfarbe sollte zum Teint und zum Zustand des Haares passen. Das gilt mit 25 genauso wie mit 70. Mit zunehmendem Alter verändern sich oft Hautunterton und natürliche Haarfarbe. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Farbe anzupassen, etwa durch mehr Dimension, eine andere Wärme oder Highlights statt einer einheitlichen Farbfläche. Das bedeutet aber nicht, dass jemand plötzlich braun, blond oder grau werden muss, nur weil andere das für altersgerecht halten“, so Danielle Louise.
Graue Haare nicht verstecken
Auch die Einstellung zu grauen Haaren hat sich deutlich verändert. Anstatt jedes graue Haar konsequent abzudecken, entscheiden sich viele Frauen heute für sanftere Übergänge. „Grey Blending kann ein idealer Mittelweg für Menschen sein, die ihre Ansätze nicht ständig nachfärben möchten, aber auch noch nicht bereit sind, komplett auf Naturgrau umzusteigen. Mit Highlights, Lowlights und Tonern kann ein Friseur den Übergang weicher gestalten, sodass die grauen Haare Teil des Gesamtergebnisses werden, statt etwas, das permanent verborgen werden soll.






Friseur Martin Dürrenmatt zeigt, wie toll graue Haare bei Frauen wirken können.
Dünnes Haar: Volumen macht oft mehr aus als die Haarlänge
Bei Veränderungen der Haardichte kann die Konzentration auf mehr Fülle optisch wirksamer sein als ein drastisch anderer Schnitt. „Feiner werdendes Haar wird durch schwere Produkte schnell beschwert. Leichte Stylingprodukte, gezielte Stufen und ein professionelles Föhnen können deutlich mehr Bewegung schaffen. Auch die Kopfhautgesundheit spielt eine immer größere Rolle. Eine gute Pflege der Kopfhaut, das Vermeiden starker Zugbelastung und ein bewusster Umgang mit Hitze können langfristig zu gesünder wirkendem Haar beitragen.“
Gesundes Haar ersetzt den Wunsch nach einem jüngeren Aussehen
Die vielleicht größte Veränderung sieht Danielle Louise in der Sprache rund ums Älterwerden. „Frauen kommen heute selten in den Salon und sagen: ,Lass mich jünger aussehen.‘ Viel häufiger wünschen sie sich volleres, glänzenderes, gesünderes oder pflegeleichteres Haar. Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Wunsch, jünger auszusehen, impliziert, dass etwas daran falsch sei, seinem Alter entsprechend auszusehen. Gesundes Haar kennt keine Altersgrenze. Glanz, Bewegung, ein schmeichelhafter Schnitt und eine Haarfarbe, die man liebt, können mit 30, 50 oder 70 gleichermaßen großartig aussehen.“
Diese Regeln können ältere Frauen endlich vergessen
Danielle Louise ist überzeugt, dass einige der hartnäckigsten Haarregeln für ältere Frauen getrost ignoriert werden können. „Schneide dir nach 50 die Haare kurz. Trage sie nicht zu lang. Werde nicht zu blond. Trage keine dramatischen Stylings. Decke jedes graue Haar ab. Das sind keine Regeln, sondern persönliche Vorlieben, die Frauen jahrzehntelang als Regeln verkauft wurden. Die beste Frisur ist in jedem Alter diejenige, die zu den eigenen Haaren passt, ein gutes Gefühl vermittelt und im Alltag realistisch gepflegt werden kann. Das Geburtsdatum sollte nicht bestimmen, was auf dem Friseurstuhl passiert.“
Quelle: Fresha
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