Die Unternehmerin und Beauty-Expertin Chuni Lo-Möcklinghoff will mit „HeadSkin Coloring” eine Lücke schließen und vielen Menschen, die unter Haarverlust leiden, helfen.
Inhaltsübersicht
- Kopfhautpigmentierung: „Lebensverändernde Dienstleistung“
- Friseure sind begeistert
- Wo sind die Grenzen?
- Kopfhaut muss gesund sein
- Unterschied zur Tätowierung
- Hohe Umsatzerwartungen
- Das gilt es zu beachten
Kopfhautpigmentierung: „Lebensverändernde Dienstleistung“
Als „lebensverändernde Dienstleistung“ bezeichnet Chuni Lo-Möcklinghoff ihr „HeadSkin Coloring“, also die Pigmentierung von Kopfhaut. Die Unternehmerin kommt aus der Kosmetik, ist Expertin für Permanent-Make-up und arbeitet seit Jahren mit Ärzten und Kliniken zusammen. Seit 18 Jahren begleitet sie auch das Thema Kopfhautpigmentierung, vor acht Jahren hat sie ihr eigenes System, „Head Skin Coloring“ entwickelt und zur Marktreife gebracht. Jetzt will sie damit die Friseurbranche erobern.
Friseure sind begeistert
Auf der vergangenen TOP HAIR in Düsseldorf wurde die Idee von Friseur*innen begeistert aufgenommen, der Stand des Unternehmens wurde geradezu überrannt: „Friseur*innen sehen tagtäglich Kunden, deren Haare immer dünner und lichter werden. Vor allem Frauen leiden sehr darunter“, sagt Chuni Lo-Möcklinghoff. „Bislang gibt es für diese Kundinnen keine wirkliche Lösung. „Für Extensions reicht das Eigenhaar nicht mehr aus, für eine Perücke ist es noch zu viel“, sagt Tanja Copertino, die für das Marketing des Unternehmens verantwortlich ist: „Wir schließen in der Mitte eine Lücke.“
Wo sind die Grenzen?
„Vielen Friseuren ist die Technik der Kopfhautpigmentierung nicht bekannt“, sagt Chuni Lo-Möcklinghoff. Sie hat die Technik nach eigenen Angaben so weiterentwickelt, dass sie leicht erlernbar, sicher und problemlos für Quereinsteiger zu bewältigen ist. Vor allem am Oberkopf kann man mit „HeadSkin Coloring“ sehr fein pigmentieren, sodass die Illusion von mehr Haardichte geschaffen wird.
Kopfhaut muss gesund sein
Neben dem Kaschieren von lichtem Haar, Geheimratsecken und Alopecia areata lässt sich mit etwas Übung sogar eine Feinhaarzeichnung für Aleopecia-totalis-Patienten pigmentieren und Flaumbehaarung simulieren. Auch bei der Farbe sind keine Grenzen gesetzt: Durch das Mischen der zwei Grundfarben können alle Nuancen nachgeahmt werden, verspricht die Expertin: „Je nachdem, wie dicht man dann pigmentiert, wird es heller oder dunkler. Wir nutzen auch gerne Farbtechniken wie Balayage, sodass es am Oberkopf dunkler ist, wir also auch dunkler pigmentieren können und die Haare nach unten natürlich heller werden.“ Selbst Menschen vor oder nach der Haartransplantation können das Angebot nutzen: „Wir können fast alle Kunden bedienen.“ Eine Einschränkung gibt es: Die Kopfhaut muss gesund sein. Mit Problemen wie Neurodermitis, Psoriasis oder einer Pilzerkrankung kann nicht gearbeitet werden.
Unterschied zur Tätowierung
Anders als bei Tätowierungen wird bei der Kopfhautpigmentierung nach Chuni Lo-Möcklinghoff nicht flächendeckend Farbe in die Haut gebracht und auch nicht wie beim Permanent-Make-up mehrfach über die Oberfläche pigmentiert: „Bei unserer Technik müssen nur einmal solide Punkte gesetzt werden“, erklärt Lo-Möcklinghoff. Die Farben unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung, die Farbmoleküle haben eine andere µ-Zahl, also eine andere Dichte gegenüber Feuchtigkeit, erklärt die Unternehmerin. „Ist sie zu groß, wird das zu kräftig, ist sie zu klein, verschwindet es zu schnell.“ Die Farbe enthalte keine Eisenoxide und Mineralien und sei gesundheitsunbedenklich, ein organischer Farbstoff, erklärt sie.
Anders als bei Tätowierungen – auch wenn das Gerät zur Pigmentierung, dem des Tätowierers gleicht – dringt die Nadel nur 0,5 bis 1,5 mm in die oberste Hautschicht ein. „Wir arbeiten völlig unblutig“, erklärt Tanja Copertino. Und damit auch nahezu schmerzfrei, denn bis zu den Rezeptoren dringe die Nadel gar nicht vor. Man merke nur den Stoßeffekt des Gerätes, deshalb sei eine Betäubung der zu bearbeitenden Hautpartie nicht notwendig. Neben der korrekten Handhaltung sorgt die Technik dafür, dass die Nadel nicht tiefer in die Haut eindringen kann. Ähnlich wie bei einer Nähmaschine punktiert das Gerät automatisch: „Wenn Sie ein normales Pigmentiergerät ziehen, dann haben sie eine Linie – mit unserem nur Punkte.“
Hohe Umsatzerwartungen
Das Charmante an der neuen Dienstleistung: Im Salon braucht es dafür keinen separaten Raum, keine hyper-hygienischen Voraussetzungen, keinen Umbau. „Sie können den Kunden einfach in den Stuhl setzen und ihre Dienstleistung ergänzen“, sagt Tanja Copertino. Die Pigmentierung hält zwei bis vier Jahre, auch länger, wenn man einmal jährlich zum Auffrischen kommt. Durch die Zellgeneration verblasst die Farbe mit der Zeit: „Es verblasst auch sehr gleichmäßig, da muss man keine Angst haben, dass es fleckig wird“, verspricht die Pigmentier-Expertin, die für ihre eigene Technik viel in Asien unterwegs war. Dort sei das Thema Kopfhaut-Pigmentierung weit verbreitet.
In den Seminaren, die Chuni Lo-Möcklinghoff hält, wird an einer speziellen Latexmatte geübt und im Anschluss an echten Modellen. Das Einsteigerseminar dauert zwei Tage und kostet inklusive Starterset 1.500 Euro. Der empfohlene Verkaufspreis im Salon für die Dienstleistung liegt dann zwischen 900 und 3.000 Euro – je nach Zeitaufwand, den Chuni Lo-Möckinghoff mit zwei bis zehn Stunden, verteilt auf zwei bis vier Behandlungen, angibt.

Rund 20 Salons arbeiten bislang mit ihrem System. Konkrete Zahlen, wie sich der Umsatz in den Salons durch die Dienstleistung erhöht hat, liegen noch nicht vor – aber die Umsatzerwartung ist hoch: „Es ist etwas komplett Neues und die Kunden haben einen Gebietsschutz, deshalb haben wir hohe Erwartungen“, sagt Tanja Copertino. Bis 2027 möchte Chuni Lo-Möcklinghoff den gesamten DACH-Raum mit ihrem Angebot abdecken. Die Verbreitung soll langfristig über Markenbotschafter laufen, die dann später auch Schulungen übernehmen sollen, verrät Tanja Copertino. Derzeit schult Chuni Lo-Möcklinghoff alle Seminarteilnehmer*innen selbst.

Das gilt es zu beachten
Vorher: Werden Haare gefärbt, so muss dies zwei Wochen vor dem Termin der Pigmentierung geschehen. Am Tag der Behandlung sollte man mit ungestylten Haaren erscheinen. Man sollte gut ausgeruht sein und keinen Alkohol getrunken haben.
Nachher: Nach der Behandlung gilt: keine Sonne, keine eng anliegenden Hüte oder Caps; zwei Wochen kein Schwimmbad und keine Sauna, 24 Stunden nicht Haare waschen, danach sanft mit mildem Shampoo. Und auf keinen Fall kratzen!
Mehr Infos unter headskincoloring.de
Weitere Artikel
Zweithaarspezialist Ausbildung: Genug qualifiziert in Sachen Zweithaar?
Ellen Wille: Zweithaargeschäft boomt
