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Sollte man Locken lufttrocknen lassen oder föhnen?

19. Februar 2026
Das Bild zeigt den Kopf einer jungen Frau mit dunkelblonden Naturlocken, die lächelt, mit der linkenHand in die Haare greift und ein grünes Oberteil trägt.
Foto: AdobeStock/pikselstock

Naturlocken ohne Hitze zu trocknen ist nicht automatisch schonend für die Haare. Lockenfriseure werfen einen differenzierten Blick auf die vermeintlich sanfte Methode und die Vorteile des Diffusors.

Inhaltsübersicht

Schont Lufttrocknen wirklich die Haare?

Lufttrocknen gilt in der Curly-Community als die sanfte Methode für Naturlocken. Keine Hitze, kein Föhn und möglichst wenig Eingriff – so lautet die gängige Empfehlung. Doch die Erfahrungen von Friseuren aus der Salonpraxis zeichnen ein deutlich differenzierteres Bild.

Eine Umfrage von Curly’N’Covered unter spezialisierten Lockenfriseur*innen hat ergeben: Lufttrocknen ist keine universell geeignete Trocknungsmethode, sondern ist stark abhängig von Haartyp, Technik und Rahmenbedingungen.

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Lufttrocknen automatisch schonend sei. Viele Kund*innen verzichten bewusst auf jede Form aktiver Unterstützung und lassen das Haar passiv trocknen.

Probleme durch Lufttrocknen der Naturlocken

Die befragten Friseur*innen berichten jedoch von häufigen Problemen wie Frizz, instabiler Lockenstruktur und fehlender Definition. Besonders kritisch ist die lange Phase, in der das Haar nass bleibt, denn in diesem Zustand ist die Haarfaser besonders empfindlich gegenüber mechanischer Belastung.

Elke Göttgens von Curl Education: „Lufttrocknen ist nicht automatisch schonend. Bleibt das Haar sehr lange nass, fehlt oft die nötige Unterstützung am Ansatz. Die Locke verliert dort an Halt, das Volumen fällt zusammen und platte Ansätze sind die Folge. Entscheidend ist ein kontrolliertes Wasser-Management und die richtige Vorbereitung.“

Reibung beeinflusst das Lockenstyling

Die Lockenexpert*innen weisen auch auf den Einfluss der Reibung hin. Diese betrifft nicht nur Handtücher, sondern jede Form mechanischer Belastung während des Trocknungsprozesses.

Klassische Frottee-Handtücher, raue Textilien und häufiges Berühren der nassen Haare sind nur einige Beispiele. Besonders in der nassen Phase kann Reibung die Schuppenschicht beeinträchtigen und damit Glanz, Definition und Haltbarkeit der Locken negativ beeinflussen. Gerade weil Locken im nassen Zustand besonders sensibel reagieren, spielt dieser Faktor in der Beratung eine größere Rolle, als viele erwarten.

Wann Lufttrocknen der Naturlocken an seine Grenzen stößt

Diese Faktoren wirken sich je nach Haarstruktur unterschiedlich stark aus. Die Umfrage unter den Lockenfriseur*innen zeigt klare Tendenzen, bei welchen Haartypen reines Lufttrocknen häufig zu unbefriedigenden Ergebnissen führt. Dazu zählen insbesondere:

  • hohe Haardichte
  • längere Haarlängen
  • poröse Haarstrukturen
  • sehr empfindliches Lockenhaar

In diesen Fällen raten viele Friseur*innen dazu, das Lufttrocknen zumindest zu unterstützen oder gezielt zu kombinieren.

Lockenfriseurin Iris Scheuermann von „haarverliebt“ ordnet ein: „Lufttrocknen wird online oft vereinfacht dargestellt. In der Praxis ist es weder grundsätzlich richtig noch falsch. Entscheidend sind Haarstruktur, Reibung, passende Produkte und die gewünschte Definition.“

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Vorteile des Diffusors

Während viele Curly-Routinen Hitze grundsätzlich vermeiden, sehen die befragten Friseur*innen den Diffusor differenzierter. Kontrolliertes Föhnen mit Diffusor kann Vorteile bieten: Die Lockenform wird schneller fixiert, die Trockenzeit verkürzt und Reibung reduziert. Voraussetzung sind angepasste Temperaturen, moderater Luftstrom und saubere Technik.

Ramin Dell von Luxury Hair erklärt: „In der Praxis sehen wir oft bessere Ergebnisse, wenn Locken kontrolliert und zügig getrocknet werden. Diffusen kann die Definition verbessern und Frizz reduzieren – vorausgesetzt, Technik und Produkte stimmen.“

Auch Mona Haase von der The Art of Curls Academy in München empfiehlt einen kombinierten Ansatz: „Locken dürfen lufttrocknen, sollten aber nicht stundenlang nass bleiben. Zu lange Feuchtigkeit kann die Haarstruktur schwächen, Frizz fördern und auch die Kopfhaut belasten. Ideal ist oft eine Kombination aus kurzem Antrocknen und anschließendem sanften Diffusen bei niedriger Hitze.“


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Astrid Schmidt-Hock von ASH Education bzw. HaarSchmidt aus Kehl-Kork positioniert sich noch klarer: „Ich rate nicht zum reinen Lufttrocknen. Eine gleichmäßige Locke vom Ansatz bis in die Spitzen lässt sich mit dem Diffusor stabiler ausformen, sodass Sprungkraft und Haltbarkeit besser erhalten bleiben.“

Auswirkungen auf die Kopfhaut werden oft unterschätzt

Neben Haarstruktur und Definition spielt auch die Kopfhaut eine zentrale Rolle beim Trocknungsprozess. Einige Friseur*innen weisen darauf hin, dass eine über längere Zeit feuchte Kopfhaut problematisch sein kann.

Die spezialisierte Lockenfriseurin Susan Büchner von Miss Cuty aus Hofheim am Taunus erklärt: „Zu langes Lufttrocknen kann nicht nur den Haaren, sondern auch der Kopfhaut schaden. Bleibt sie über Stunden feucht, entsteht ein warmes Milieu, das Hautirritationen begünstigen kann. Zudem ist nasses Haar besonders anfällig für Reibung und Zug, was schnell zu irreversiblen Schäden führt.“

Fazit aus der Salonpraxis von Lockenfriseuren

Es gibt keine pauschal richtige Trocknungsmethode für Locken. Weder Lufttrocknen noch Föhnen sind per se richtig oder falsch. Entscheidend sind Haartyp, Ausgangszustand, Technik und Material.

Für Friseur*innen bedeutet das vor allem, starre Regeln zu hinterfragen und Kund*innen individuell zu beraten. Lufttrocknen kann eine geeignete Methode sein – aber nicht automatisch, nicht unvorbereitet und nicht für jeden Lockenkopf.

Quelle: Curly’N’Covered

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