Nachhaltige Investments sind mehr als ein Trend – mit grünen Geldanlagen können Sie zur ökologischen und sozialen Transformation beitragen. Karoline Decker von FinMarie erklärt, wie es geht.
Inhaltsübersicht
- Von „Hellgrün“ bis „Dunkelgrün“
- Nachhaltige Banken
- Nachhaltige Fonds, ETFs und Direktbeteiligungen
- Wie finden Sie die passende nachhaltige Geldanlage für sich?
Die Klimakrise, die Energie- und Ressourcenwende sowie das wachsende soziale Ungleichgewicht fordern ein Umdenken – nicht nur in Politik und Wirtschaft, sondern auch im privaten Finanzverhalten. Viele Unternehmer*innen stehen vor der Frage: Wie kann ich mein Geld sinnvoll und verantwortungsvoll investieren – ohne auf Sicherheit oder Rendite zu verzichten?
Von „Hellgrün“ bis „Dunkelgrün“
Nachhaltige Geldanlagen investieren Kapital gezielt in Projekte, Unternehmen und Geschäftsmodelle, die einen positiven ökologischen oder sozialen Effekt erzielen – sei es durch erneuerbare Energien, fair produzierte Güter oder soziale Inklusionsprojekte. Dabei wird zwischen verschiedenen Intensitätsgraden unterschieden:
Hellgrün: Anlagen, die lediglich bestimmte Ausschlusskriterien anwenden, z. B. keine Investitionen in Rüstung, Tabak oder fossile Energien.
Mittelgrün: Investitionen, die auf sogenannte ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) achten und Unternehmen mit guter Nachhaltigkeitsbewertung bevorzugen.
Dunkelgrün: Kapital wird ausschließlich in Unternehmen, Fonds oder Projekte investiert, die einen messbaren Beitrag zum Klima- oder Umweltschutz leisten, z. B. Windkraftfonds oder nachhaltige Infrastrukturprojekte.
- Je „grüner“ ein Investment, desto stärker ist der Einfluss auf Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein.

Nachhaltige Banken
Grüne Banken investieren Kundengelder nicht in fossile Energien oder spekulative Finanzprodukte, sondern in ethisch-ökologisch sinnvolle Projekte. Nachhaltige Banken in Deutschland sind:
- GLS Bank (Bochum): Finanziert ausschließlich soziale, kulturelle und ökologische Projekte, z. B. Biohöfe, Kitas oder Energiegenossenschaften.
- Triodos Bank (Frankfurt): Investiert u. a. in nachhaltige Immobilien, Bildung und erneuerbare Energien.
- UmweltBank (Nürnberg): Konzentriert sich stark auf ökologische Baufinanzierungen und Solarprojekte.
Nachhaltige Fonds, ETFs und Direktbeteiligungen
Bei aktiv gemanagten Fonds entscheiden Fondsmanager*innen gezielt, in welche nachhaltigen Unternehmen oder Projekte investiert wird. Sie passen die Zusammensetzung regelmäßig an, um eine möglichst gute Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen.
Ein prominentes Beispiel ist der Ökoworld Ökovision Classic, der weltweit in Unternehmen wie Solartechnik, ökologische Landwirtschaft oder grüne Biotechnologie investiert. Der Fonds DWS Invest ESG Climate Tech konzentriert sich auf Firmen, die klimafreundliche Technologien entwickeln, während der LBBW Global Warming R gezielt Unternehmen auswählt, die konkrete Lösungen zur Eindämmung der Erderwärmung anbieten.
- Wichtig zu wissen: Aktiv gemanagte Fonds sind mit höheren Verwaltungsgebühren verbunden. Sie können sich aber lohnen, wenn Sie als Anleger*in besonderen Wert auf eine gezielte Steuerung nach ökologischen und ethischen Maßstäben legen.
Passiv gemanagte Fonds – wie z. B. ETFs – funktionieren anders: Sie orientieren sich an einem nachhaltigen Börsenindex und bilden diesen möglichst genau nach. So investieren sie automatisch in Unternehmen, die z. B. besonders umweltfreundlich wirtschaften oder gute soziale und ethische Standards erfüllen (gemessen an sogenannten ESG-Kriterien: Umwelt, Soziales, Unternehmensführung).
Ein bekanntes Beispiel ist der iShares MSCI World SRI UCITS ETF, der weltweit in nachhaltige Großunternehmen investiert und dabei strenge Ausschlusskriterien anwendet. Ebenfalls beliebt ist der Xtrackers MSCI USA ESG UCITS ETF, der sich auf US-amerikanische Unternehmen konzentriert, die hohe ESG-Standards erfüllen.
- Solche ETFs eignen sich besonders für Anlegerinnen, die mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont planen und eine ausgewogene Mischung aus Sicherheit, Transparenz und Nachhaltigkeit suchen. Aufgrund ihrer passiven Struktur sind sie meist kostengünstiger als aktiv verwaltete Fonds.
Direktbeteiligungen erlauben Ihnen, gezielt in einzelne Projekte oder Unternehmen zu investieren, z. B. als stiller Teilhaber oder Genossenschaftsmitglied. Hier ist Ihr Einfluss am größten – aber auch das Risiko.
Ein Beispiel dafür sind Energiegenossenschaften wie die BürgerEnergie Berlin oder Green Planet Energy eG. Wer hier investiert, beteiligt sich direkt an konkreten Vorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien, etwa dem Bau und Betrieb von Windkraft-, Solar- oder Speicheranlagen. Eine weitere Möglichkeit bieten sogenannte Waldinvestments, zum Beispiel über den Anbieter ForestFinance. Hier fließt das Kapital in Aufforstungsprojekte, die nicht nur CO₂ binden, sondern langfristig auch Erträge aus nachhaltiger Forstwirtschaft ermöglichen. Einen sozialen Fokus verfolgen Mikrofinanzfonds wie der ResponsAbility Microfinance Fund. Sie stellen gezielt Kleinkredite für Unternehmer*innen in Schwellen- und Entwicklungsländern bereit – häufig für Frauen, die damit eigene wirtschaftliche Existenzen aufbauen und ihre Familien finanziell absichern können.
Wie finden Sie die passende nachhaltige Geldanlage für sich?
- Ziele definieren: Möchten Sie sparen, Vermögen aufbauen oder vorsorgen?
- Anlagehorizont klären: Kurzfristig verfügbar oder langfristig gebunden?
- Risiko abschätzen: Sicherheit bevorzugt oder Renditechancen nutzen?
- Nachhaltigkeitslevel festlegen: Reicht „hellgrün“ – oder soll es „dunkelgrün“ sein?
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