Kim Dürr: „Ich brenne für das Friseurhandwerk“

08. August 2025
Collage mit zwei Bildern von Kim Dürr: auf dem Laufsteg mit Fahne bei einem Wettbewerb, im Salon beim Frisieren eines Übungskopfes
Kim Dürr beim NTVA 2025 in Malta und im Salon. Fotos: Aletta Helsper, Alexandra Berdolt

Kim Dürr startet durch: mit internationalem Ruhm und ganz viel Engagement für die Ausbildung

Inhaltsübersicht

Es war eine echte Sensation: nach 16 Jahren hat Kim Dürr, Friseurin und Ausbilderin im oberfränkischen Salon Scharf von Karina Feldner und Matthias Scharf, den Internationalen Trend Vision Award von Wella wieder nach Deutschland geholt! Sie gewann Gold in der Kategorie „Craft Visionary“. Der International Trend Vision Award (ITVA) wurde im Rahmen des Events „Wella Destination“ vor rund 1.000 Friseuren aus aller Welt im Mai auf Malta verliehen.

Doch damit nicht genug: Die leidenschaftliche Friseurin hat noch mehr vor. Sie ist Ausbilderin in ihrem Salon, Mitglied des Prüfungsausschusses und erarbeitet derzeit zudem ein Schulungs-Konzept für Friseur-Azubis zur Vorbereitung auf die Gesellenprüfung. Wir haben nachgefragt:

Herzlichen Glückwunsch zum International Trend Vision Award! Du bist die erste Deutsche seit 16 Jahren, die dort gewonnen hat – wie war das für dich?

Vielen Dank! Es war total verrückt – ich war wirklich „on fire“. Erst der nationale Preis, dann plötzlich international nominiert zu sein und sogar zu gewinnen, das war schon krass. Ich hab mich riesig gefreut.

Geprüfte Ausbilderin

Du arbeitest in Deinem Salon auch als geprüfte Ausbilderin. Warum und was bringt das?

Die Zusatzqualifikation als Ausbilderin trägt schon auch mit zu einer klareren Wahrnehmung und nach außen zu einem besseren Image bei. Intern ist es so, dass ich eine Art Bindeglied bin zwischen den Azubis und den Chefs bin. Die Azubis vertrauen mir, weil ich aus der Praxis komme und auch nah an ihrem Alter bin. Ich bin aber nicht der Chef, vor dem man vielleicht Hemmungen hat, sondern erfülle eher eine Tutor-Rolle. Aber trotzdem als eine Respektsperson. Genau das funktioniert gut.

Du arbeitest an einem Seminar-Angebot speziell für Azubis. Worum geht’s da genau?

Ich werde Prüfungsvorbereitung anbieten – speziell für den ersten Teil der Gesellenprüfung. Viele Azubis wissen gar nicht, was da auf sie zukommt. Manche meinen, sie müssten da eine Hochsteckfrisur machen – dabei wird das gar nicht verlangt. Ich will ihnen zeigen, wie sie mit einfachen Dingen sicher werden können: Übungsköpfe, klare Abläufe, Basics üben. Los geht’s im Dezember.

Du sitzt auch im Prüfungsausschuss. Wie erlebst du den Nachwuchs dort?

Ich glaube nicht, dass die „nichts können“, wie viele sagen. Die sind nicht unmotiviert – sie brauchen nur die richtige Motivation. Manche brauchen Wertschätzung, manche Struktur. Andere wollen einfach wissen, dass sich jemand für sie interessiert. Viele Azubis wissen gar nicht, was sie brauchen – also muss man da mit Fingerspitzengefühl rangehen.

Herzensberuf Friseurin

Was bedeutet dir dein Beruf persönlich?

Für mich ist das keine Arbeit – das ist Leidenschaft. Ich brenne für das Handwerk. Ich geh super gern in den Salon, ich liebe meine Kund*innen. Ich arbeite gerne mit Haaren. Ich kann mich jeden Tag ein bisschen neu erfinden – mal ruhiger, mal lauter, mal kreativer, mal technischer. Das hängt auch von meiner Stimmung ab. Und das überträgt sich: Jede Kundin trägt mein Gefühl des Tages mit am Kopf.

Was macht den Beruf für dich besonders – gerade im Vergleich zu anderen Handwerken?

Er ist emotional. Kreativ. Und es ist ein Beruf, bei dem man jeden Tag etwas Neues schafft. Ich liebe das. Auch wenn mal was nicht perfekt läuft – der Austausch mit Kund*innen, die Wertschätzung, das direkte Feedback, das ist für mich unbezahlbar. Es ist ein Herzensberuf.

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