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Brian McLean

Waves & Curles: Eine Liebe fürs Leben

Seit inzwischen 50 Jahren macht sich Brian McLean für schöne Locken und Wellen stark. Über eine Liebe, die ein Leben lang gehalten hat.

Brian McLean mit seiner Frau Waltraud >< Foto: privat

Blick ins Archiv: Brian McLean stylt die Teilnehmerinnen eines "Miss World"-Wettbewerbs in den 60ern >< Foto: privat

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Die Hauptrichtung im Leben ist nur selten geradeaus. Vielmehr macht der Mensch Umwege und Schlenker, dreht Schleifen, macht Sprünge. Glücklich aber der, bei dem sich all das schließlich verbindet zu einer einzigartigen Mischung, zu einem Kenntnisschatz, der eine einzigartige Karriere begründet. Wie bei Brian McLean, international bekannt als Experte für Locken, als Vordenker der Friseurbranche und als Erfinder des Schneidsystems „CurlSys“ und des Stylingsystems „Super­curl“.

Nach seinem Schulabschluss an einer renommierten englischen Privatschule in Oakham, Rutlandshire, wählte er zunächst eine Ausbildung, die ihn weit weg führte vom elterlichen Beruf des Friseurs: Brian McLean ging zur Royal Air Force, studierte „Elektro Flight Engineering“. Das war eine spannende Zeit, in der er seine Neigung zu technischen Tüfteleien ganz ausleben konnte. Dennoch verspürte der junge Mann eine wachsende Unzufriedenheit. Ihm fehlte der Umgang mit den schönen Dingen, wie er sie daheim im Salon der Eltern hatte beobachten können. Tief innen fühlte er schon damals die Begeisterung für Haare und Locken.

Quereinstieg geglückt

Er sah seine Chance, als seine Eltern mit der Aufgabe ihres erfolgreichen Salons liebäugelten. Er zögerte nicht einen Moment und stürzte sich mit gleichem Eifer auf dieses neue Metier. In London absolvierte er bei Robert Zacham & Leslie Green seine Ausbildung zum Friseur und übernahm dann das elterliche Geschäft. Knapp sechs Jahre hatte es gedauert vom Beginn der Lehre bis zum Master, dem Titel, den er 1966 vom National Hairdressing Registration Council erhielt. Bis heute hat Brian McLean dieses Tempo beibehalten. Mit aufmerksamem Blick erkannte er damals, woran es der Branche, woran es seinen Kollegen mangelte. Er wusste: Er könnte zur Weiterentwicklung des Berufs viel beitragen – mit seinem fachlichen Know-how und mit seinem technischen Verständnis. Alsbald begann er, Kollegen zu schulen. Schnell wurde ein eigenes Bildungssystem daraus, und eine eigene Schule öffnete ihre Tore: Als Lizenznehmer übernahm er die „Alan School for Hairdressing“ in London. Bereits 1967 wurde sie als beste Schule von der World Federation of Hairdressing Schools ausgezeichnet. In dieser Zeit war er auch einige Jahre lang der kreative Kopf der „Miss World“-Wettbewerbe und verantwortlich für die Frisuren der Teilnehmerinnen.

In der Branche wuchs das Ansehen Brian McLeans. Man holte ihn in die USA, man lud ihn nach Deutschland ein. Eine Station war Junge + Michaelis in Köln, eine weitere La Biosthétique; hier arbeitete er zwölf Jahre lang als „Creative Training Consultant“. Brian McLean war längst eine Marke geworden, mit großem­ Renommée. Und so fand der findige Meisterfriseur schließlich den Zeitpunkt für gekommen, sein Know-how in eigenen Schulungsunternehmen zu vermitteln. In Europa gibt es inzwischen drei Niederlassungen: in Holland, in Deutschland und in der Schweiz.

Patentierte Systeme

Das beherrschende Thema hier: der richtige Umgang mit Locken und Wellen, das professionelle Schneiden und Stylen von bewegtem Haar. Denn bewegtes Haar ist die große Leidenschaft des Brian McLean – eine Leidenschaft, deren Beginn er gar nicht mehr benennen kann. „Immer schon haben Locken mich fasziniert“, sagt er. Immer schon fand er, dass viel Unlogisches über sie verbreitet wurde – auch und besonders im Friseur-Handwerk. Ausgehend von der Prämisse, dass bewegtes Haar andere Eigenschaften hat als glattes, machte sich Brian McLean daran, dessen Besonderheiten, Eigenarten und Verhalten aus der Sicht eines Ingenieurs zu analysieren. Er forschte, probierte aus und stellte alles in Frage. Und so entstanden das Schneidsystem „CurlSys“ und die zugehörige Schere, die man mit rechts und mit links führen und bedienen kann. Weil man, so erklärt der Experte, beide Hände einsetzen muss für das perfekte symmet­rische Schneiden in bewegtem Haar: „Die rechte Hand schneidet rechts entlang, die linke Hand links.“ Man brauche kaum eine halbe Stunde, sagt er, um sich diese Fertigkeit anzueignen. Um beste Ergebnisse sicherzustellen, wird die Schere nur als Bestandteil eines Seminarpakets verkauft.

Auch Supercurl, das Permanent Waving & Styling-Konzept, wurde von Brian McLean entwickelt, eine Wickeltechnik für haltbare Locken mit natürlichem Verhalten. Dabei werden die natürlichen Eigenschaften des Haares unterstützt und so gelenkt, dass Volumen und dynamische Locken entstehen, wie von der Natur gemacht. Beide Systeme hat Brian McLean registrieren und patentieren lassen und seinen Ruf als Lockenexperte gefestigt. Dass eine renommierte österreichische Zeitschrift ihn mit dem Titel „Lord of the Curls“ ehrte, macht ihn besonders stolz.

Das CurlSys-Schulungsprogramm ist vierstufig aufgebaut: Es beginnt mit dem Erlernen der Schneidetechnik für lockiges Haar, wird fortgesetzt mit Styling-Know-how und der Interpretation und Umsetzung aktueller Trends. In der Master Class hat man Expertenstatus erreicht. Mehr als 2.000 Friseure hat Brian McLean inzwischen in Europa and Amerika zu CurlSys-Stylisten ausgebildet. Er hat über 400 Salons betreut und hat 70 Absolventen seiner Semiare zum Meister-Class-Status geführt. Ihm verdankt die Friseurbranche wichtige Impulse, er hat neue Sichtweisen angeregt. Das ist ein stolzes Fazit für die Marke Brian McLean, die jetzt ihren 50. Geburtstag feiert – und für ihn selbst und Ehefrau Waltraud, die seit nun 20 Jahren verheiratet sind.

Autor: Kurdula Küper