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Als Arbeitgeber punkten

Versuchen Sie´s mit Praktikanten

So stellen Sie schon mit einem Praktikum die richtigen Weichen als attraktiver Arbeitgeber.

Claudia Palm, Inhaberin von Palmarès Coiffeur in Landsberg / Lech hat gute Erfahrungen mit Praktikanten gemacht >< Foto: privat

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Personalauswahl ist die wichtigste Managemententscheidung – so hat es der Autor und Managementberater Reinhard K. Sprenger einmal formuliert. Das gilt auch beim Thema Ausbildung: Unterzeichnen Sie einen Ausbildungsvertrag mit einer Person, die geeignet oder sogar talentiert und engagiert ist, in Ihr Team passt und Lust auf die Ausbildung hat. Schließlich möchten Sie den für beide Seiten unerfreulichen Ausbildungsabbruch vermeiden und stattdessen ein erfolgreicher und gefragter Ausbildungsbetrieb sein. Wie geht das in der Praxis? Mit einem Praktikum können Sie die richtigen Weichen stellen...

Erste Kontaktaufnahme

„Wer die Besten haben will, der muss das Beste tun. Super Azubis wachsen schließlich nicht auf den Bäumen“, sagt Claudia Palm, Inhaberin von Palmarès Coiffeur in Landsberg / Lech. Was im ersten Moment eher scherzhaft klingt, hat einen ernsten und wahren Kern: Wer passende Bewerber für Ausbildungsplätze sucht, muss als Betrieb attraktiv sein. Eine erste Kontaktaufnahme für beide Seiten ist da das Praktikum.

Im aktuellen Ranking steht der Friseur bei der Berufswahl von Mädchen auf Platz sieben. „Das sind beste Voraussetzungen – wir dürfen nur nicht die Chance verpassen, sie rechtzeitig abzuholen“, erklärt Palm. Ihrer Ansicht nach ist die richtige Kommunikation mit den jungen Menschen das Erfolgsgeheimnis: „Diese Generation erreichen wir nicht, indem wir Anforderungen artikulieren, die sie zu erfüllen haben. Leuchtende Augen gibt es dann, wenn wir den Beruf in seiner Vielfalt präsentieren und die Zusatzleistungen des Salons darstellen – von Talenttagen bis Bahncard.“ Auch wenn das sich Einlassen auf die Jungen etwas anstrengender sei, lohne sich die Mühe allemal. Palm: „Es ist eine spannende und lebhaft Generation, die von uns Betrieben hohe Flexibilität fordert – und diese uns eben auch als Mitarbeiter dann bietet. Das ist eine Win-Win-Situation für alle.“ 

Flyer an Schulen verteilen

Statt zu jammern und nichts zu tun, hat sie sich Verbündete gesucht und mit anderen innerstädtischen Salons einen gemeinsamen Flyer herausgebracht. So kommunizieren die Ausbildungsbetriebe gemeinsam nach außen, was sie bieten und erwarten, welche Leistungen zur Lehre gehören, welche Möglichkeiten es im Anschluss gibt – und eben auch, dass Praktika angeboten werden. Die Flyer werden nicht nur bei Ausbildungsmessen verteilt, sondern vor allem an die Vertrauenslehrer an Schulen – und die geben die Information gezielt an diejenigen weiter, die tatsächlich Interesse an dem Beruf haben.

Schüler bewerben sich im Rahmen des ein oder zwei Wochen dauernden Schulpraktikums oder des Berufsvorbereitungsjahrs in Ihrem Salon. Auch wenn das Praktikum nicht die Aufgaben umfasst, die der Friseur später macht, so ist es doch das ideale Hineinschnuppern in den Beruf. Vor allem sehen die Jugendlichen, was sie mitbringen müssen, damit es mit der Ausbildung klappt und allen Beteiligten Freude macht. Am Puppenkopf mal Farbe auftragen oder eine Hochstreckfrisur probieren: Bei Palmarès Coiffeur kümmern sich die Lehrlinge aus dem zweiten und dritten Jahr gezielt um die Praktikanten. So wird gewährleistet, dass keiner gelangweilt abseits steht oder das Gefühl hat, lästig zu sein, sondern gut integriert wird und in die Aufgaben und das Team hineinspüren kann.

Den künftigen Lehrling austesten

Sieben bis acht Praktikanten hat Palmarès Coiffeur pro Jahr – eine willkommene Plattform, um sich kennenzulernen und zu sehen, ob das Miteinander stimmig ist. Die Motivation und die Persönlichkeit sind dann oft ausschlaggebender als der Notendurchschnitt. Palm: „Wer nicht systemkonform ist, der ist nicht gleich auch schlecht.“ In ihrem Salon bewerben sich alle Praktikanten anschließend auch für die Lehre – ein gutes Zeichen. „Durch die mehrjährige Erfahrung im Umgang mit Auszubildenden und ständigen Teilnehmen an Seminaren zur Entwicklung der Sozialkompetenz sehe ich in der gemeinsamen Zeit viel. Das Praktikum gewährt echte Einblicke in den Charakter des Jugendlichen.“

Am Ende sollte Ihr Praktikant ein schriftliches Praktikumszeugnis mit einigen anerkennenden Worten erhalten. Nutzen Sie interne Checklisten, um die Person von ihrem Team bewerten zu lassen – so bekommen Sie unabhängig voneinander eine differenzierte Aussage, ob sich der junge Mensch auch für eine Ausbildung bei Ihnen eignet. Neben Bewerbungsgespräch, Zeugnissen und Bewerbungsmappe haben Sie so ein Instrument, das die Eignung für den Beruf und Ihr Unternehmen feststellt. Insofern ist das Praktikum ein einfaches, hilfreiches Werkzeug für eine gute Ausbildung. Wenn es Ihnen gelingt, in der Personalauswahl die richtige Entscheidung zu treffen, dann gehen Sie gemeinsam mit dem Jugendliche auch gut durch die Höhen und Tiefen während der Ausbildungsdauer.

Einen Beurteilungsbogen für Praktikanten gibt es hier zum Download.