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Nachruf

Trauer um Kurt Bliss

Der Friseurunternehmer und Buchautor Kurt Bliss ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Als Autor studierte er die Besten der Branche und beschrieb ihre Erfolgskonzepte.

Kurt Bliss starb im Alter von 81 Jahren. Das Friseurhandwerk trauert um ihn. >< Foto: privat

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„Bliss Haarmode“ entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau zu einem florierenden Unternehmen mit mehreren Salons und über 100 Mitarbeitern. Seine Erkenntnisse gab Kurt Bliss zudem mit der Firma elithair Management an seine Unternehmerkollegen weiter. Er hatte das Ziel, seine Erfahrung, sein Wissen und Können so aufzubereiten und weiterzugeben, dass es für die Menschen, die in diesem Beruf ihren Lebensunterhalt verdienen, zu einer inspirierenden Anleitung für mehr Erfüllung und Erfolg in ihrer Arbeit wird.

Dieter Schneider, „Marktlücke“-Herausgeber und jahrzehntelanger Wegbegleiter und Freund des verstorbenen Kurt Bliss, widmet ihm einen Nachruf, in dem er „einige Gedanken zu diesem außergewöhnlichen Menschen zu Papier bringen möchte“:
„Zunächst zitiere ich Kurt Bliss biografisch aus dem letzten Buch, das er zusammen mit Elfriede Schwörer geschrieben hat: ‚Friseurmeister Kurt Bliss wurde praktisch über ein Friseurelternhaus in diesen Beruf hineingeboren. Mit 14 Jahren begann er eine Friseurlehre im elterlichen Betrieb und seitdem ist der Friseurberuf und die Friseurbranche sein Leben. Neben seiner Vollzeittätigkeit, zunächst als total engagierter Friseurunternehmer, war seine zweite Leidenschaft das Schreiben über die außergewöhnlichen Menschen und Unternehmen in diesem Mode- und Dienstleistungshandwerk.‘

Der branchenbezogene Bestseller, aus dem das Zitat stammt, hat den Titel „Erfolg als Friseurin – Die 7 Spielregeln für Extraklasse“. Er ist immer noch im TOP HAIR-Shop erhältlich. Als aufmerksamer Leser von TOP HAIR frage ich mich grundsätzlich: Welchen Erkenntnisgewinn hat so ein ‚Nachruf‘ für die aktuellen Leser? Sicher werden manche darunter sein, die Kurt Bliss gut kannten und es jetzt gut finden, wenn über sein ‚Lebenswerk‘ hier in TOP HAIR etwas geschrieben wird. Was bringt es aber jungen Lesern, die noch nie etwas von Kurt Bliss gehört und gelesen haben? Kann es vorbildlich auch für diese jungen Menschen sein, was Kurt Bliss über seine Berufskollegen geschrieben und auch in vielen Seminaren vorgetragen hat?
Sein erstes Buch, das im damaligen Marktlücke-Verlag erschienene „Erfolgskonzepte deutscher Friseure“ und seiner davor im „Friseurhandwerk“ - der Vorgängerzeitschrift von TOP HAIR - erschienenen Interviewserie mit interessanten Friseurunternehmern, waren für die Branche richtungsweisend. Kurt Bliss sah z. B. das TOP HAIR-Konzept TOP SALON  immer wieder als Fortsetzung seines Gedankens, den er schon 1980 in dem leider vergriffenen Buch einleitend geschrieben hat: ‚Es zeigt nämlich diesen Handwerkszweig von seiner besten Seite in einer Zeit, in der es als chic und modern gilt, immer nur die Schwachstellen abzuklopfen. Das Beschriebene ist nicht repräsentativ, aber was besagt das schon. Bewegt werden in der Geschichte selten etwas von der Mehrheit als vielmehr von der aktiven Minderheit. Etwas zum Positiven hin zu ändern ist in diesem Handwerk kaum durch Druck von unten nach oben, sondern durch Zug von oben nach unten.‘ Das könnte auch 2018 geschrieben sein!
Auch das ‚Netzwerk Ausbildung‘, das er im Rahmen einer großen Friseurkooperation federführend mit Elfriede Schwörer geschaffen hat, ist mit diesem und anderen Namen noch heute ein systematisches Ausbildungskonzept erfolgreicher Friseure.

Und noch ein wichtiger Gedanke: Kurt Bliss war ein aufmerksamer und kritischer Leser. Er diskutierte mit mir sowohl Beiträge von mir aus der Marktlücke als auch z. B. Artikel von Wolf Davids in TOP HAIR. Wir haben dabei viel voneinander gelernt. Dafür bin ich Kurt Bliss sehr dankbar."