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Barbershop

The Heritage in Freiburg

Im Freiburger Barbershop "The Heritage" darf Mann einfach Mann sein. Authentizität plus Können ist das Erfolgsrezept der beiden Geschäftsinhaber Matteo Trisoglio und Marco Holz.

Mateo Trisoglio, Geschäftsinhaber des Barbershops "The Heritage" in Freiburg ::: Foto: Sabina Ljatifi

Marco Holz, Friseur und Geschäftsinhaber des Barbershops "The Heritage" in Freiburg ::: Foto: Sabina Ljatifi

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Landauf landab sprießen sie wie Pilze aus dem Boden: Barber-Shops oder andere reine Männersalonkonzepte, in denen sich der Mann von Welt sorgsam getrennt vom weiblichen Geschlecht unter seinesgleichen verwöhnen lassen kann. Bei den einen werden nur Haare geschnitten und Bärte gestutzt, bei den anderen wird der Salon zum ganzheitlichen Lifestyletempel mit Pokertisch und Whiskeybar – eben ganz wie in den vermeintlichen Männerträumen. Endlich steht der Mann als zahlungskräftige Zielgruppe im Fokus, denn Männer sind einfach im Trend und das nicht erst, seitdem ein gepflegter Bart zum Fashion-Statement wurde. Bei Heritage, dem Barbershop in Freiburg ticken die Uhren aber nochmal ganz anders. Hier ist der Mann nicht Objekt der Begierde, sondern Mittelpunkt eines ganz eigenen Lebensgefühls. Top-Hair Autorin Petra Hützen blickt hinter die Kulissen von Deutschlands authentischstem Barbershop.

Aus dem Grammophon dudelt Swingklänge, auf dem Tisch liegen Zeitungen mit Erscheinungsdatum Jahrgang 1930 und an den Wänden hängen Plakate aus den 1920ern. Und auch die Einrichtung ist ein Original-Schätzchen aus der Art-Deco Zeit. Männer in maßangefertigten Westen mit gestärkten Hemden und passenden Einstecktüchern bedienen hier mit flinken Fingern die ausnahmslos männliche Klientel. Im Februar eröffnet, feiert das konsequente Konzept von „The Heritage“ sich selbst und trotzt allen Neidern: was als fixe Idee beim Haareschneiden zwischen dem damals noch Kunden Matteo Trisoglio (39) und seinem Friseur Marco Holz (35) anfing, brauchte nur ein Jahr Planungszeit bis zur perfekten Umsetzung. Heute sind die beiden Partner und führen „The Heritage“ in Freiburg.

Auf 110 m² wird hier nicht nur der elegante Stil der Art-Deco-Ära bis ins Detail zelebriert, hier wird ein ganzes Lebensgefühl zum neuen Leben erweckt. Heute müssen Männer immer 100% geben: auf der Arbeit und im Privatleben, es fehle oft an Auszeiten für sich selbst „Bei uns darf Mann einfach Mann sein, so wie früher“, beschreibt Matteo Trisoglio das simple Konzept. Es gibt keinen Handyempfang, keine lauten Gespräche, einfach mal eine halbe Stunde abschalten und dabei nicht in einem Wellness-Tempel sitzen, sondern in einem markant-eleganten Salon mit viel Leder, dunklem Holz und dem sanften Duft von Whiskey. Der alten italienischen Tradition, der Barbiere folgend, ist das was hier passiert buchstäblich hinter den Türen verschlossen. 11.000 Likes auf facebook in nur sechs Monaten und Vorlaufzeiten auf Termine von drei Wochen zeigen: „The Heritage“ ist in Freiburg angekommen.

Real gentleman go to a real barber

Inzwischen arbeiten fünf Barbiere und ein Azubi bei Heritage. Besonders schwer gestaltet sich die Suche nach geeigneten Mitarbeitern, wie Marco Holz zugeben muss: „Es ist sehr schwer richtig gute Leute zu finden, die das Barbier-Handwerk gelernt haben und Lust haben in diesem sehr speziellen Bereich zu arbeiten. Aktuell arbeiten bei Heritage deshalb nur waschechte Italiener, die „die alte Schule“ durchlaufen haben.“ Marco Holz selbst ist Friseurmeister in zweiter Generation mit einem klassisch-modernen Salon in Freiburg. Was ihn faszinierte an der Idee Barber Shop, war „Männern einen Ort zu geben, an dem sie angekommen und nicht nur zu Gast sind.“ Für ihn ist die Qualität der Dienstleistungen deshalb die alles entscheidende Basis: perfekte Schnitte mit der Schere, der souveräne Umgang mit Messer und Rasierklingen und natürlich die unbedingte Hygiene sind Must!

Sein Geschäftspartner Matteo Trisoglio ist Diplom-Kaufmann und das merkt man. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit Strategien, um neue Märkte zu erschließen. Kein Wunder, dass bei „The Heritage“ einfach alles zusammen passt: Außendarstellung, klare Services, Innendarstellung und Selbstbild. Hier ist nichts aufgesetzt oder künstlich inszeniert. „Die von vielen beschriebene Authentizität findet hier wirklich statt.“ Von Anfang an, war beiden wichtig, dass jedes Detail “echt” ist. Die Barbiere, die Einrichtung, die Deko – einfach alles. „Es geht uns darum, die alte Handwerkskunst am Leben zu erhalten, daher auch der Name „The Heritage“. Es geht darum Stil zu leben und weiterzugeben,“ so nochmal Matteo Trisoglio.

„Qualität ist, wenn der Kunde wiederkehrt…”

Auch wenn es nicht nötig erscheint, da im „The Heritage“ Einwegklingen benutzt werden, werden hier alle Rasiermesser täglich desinfiziert und sterilisiert. Hierzu gibt es eine strenge interne Richtlinie welche täglich in einer Checkliste abgefragt wird. Der Standard in Punkto Hygiene ist stark an die pharmazeutische Herstellung angelehnt. Daraus entstand auch die Idee zur „Core Customer Box“: „Unsere Gentlemen können ihr eigenes Rasiermesser bei uns kaufen, das mit dem eigenen Namen graviert wird. Passend dazu gibt es Handtücher mit dem Namen bestickt. Im Set kostet das dann 72 Euro.“ Das persönliche Paket wird in dem liebevoll restaurierten, alten Apothekerschrank aufgehoben und nur für den jeweiligen Herrn zur Anwendung alle drei bis vier Wochen rausgeholt. So hat jeder, der es möchte, sein ganz persönliches - The Heritage Paket- im Salon. „Wir sind gelernte Barbiere, die Ihr Handwerk verstehen, kultivieren und leben. Jeden Tag!“

Konsequenz - das Geheimnis des Gesamtkonzepts The Heritage

Umso knapp und klar strukturiert ist auch der Dienstleistungskatalog, der aus Schnitt, Farbe, Rasuren und Bart-Styling besteht. Die Rasuren gibt es in drei Kategorien (Dandy, Gentleman, Boy) und auch beim Bart gibt es drei Abstufungen (Cut, Color, Refresh „the Wood“) – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die extreme Konsequenz zeigt sich besonders beim Marketing: sowohl die Webseite, die Salondekoration, wie Schwarz-Weißfotografien, alte Zeitungsanzeigen, ein Retro-Radio bis hin zur Kasse atmen den 1920er-Jahre Stil. Sogar die Gestaltung der Gutschein-Boxen aus Holz wurde nicht dem Zufall überlassen. Ergänzt wird das Erlebnis Barber-Shop mit Seminaren zu unterschiedlichsten Themen von Styling, Accessoires, Herren-Schmuckstücke, Motorräder oder Kunst, die nach Feierabend in gemütlicher Männerrunde im Salon stattfinden. Ein eigener Männerclub „The Goodfellas Club“, ein loser Bund von gleichgesinnten Gentlemen, die sich mit ihren Erfahrungen gegenseitig unterstützen wollen, trifft sich außerdem hier im Barbershop. Der neuste Coup ist ein eigener Event-Bus: „Wir haben einen alten Ford-Krankenwagen aufwändig umgebaut und bringen so das Heritage-Gefühl des Ladens auf die Straße,“ erklärt nochmal Matteo Trisoglio. Der Bus rollt dann bei Junggesellenabschiede, Hochzeiten, Firmenevents, Weihnachtsfeiern oder Straßenfesten gemütlich durchs Land. Heritage on the Road so zu sagen.

The Heritage Barber Shop Freiburg, Fischerau 20
geöffnet Dienstag bis Freitag 10-13.30 und 15-19 Uhr
Samstag 9-16 Uhr, Montag geschlossen.
www.the-heritage-fr.com