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Stress lass nach!

SOS: Kaputtes Haar im Sommer

Der Sommer und Urlaub bringen uns Erholung. Für unsere Haare bedeuten Meerwasser, Chlor und UV-Belastung aber richtig Stress! Sie werden strohig, brüchig und grünstichig. Warum das Haar im Sommer leidet und was hilft:

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Warum bleicht Sonne die Haare?

Dies liegt an dem Pigment des Haares, dem Melanin. Das Haar enthält zwei Arten von Melanin, das große, schwarz-braune Eumelanin und das kleine, gelb-rote Phäomelanin. Deren Menge und das Mischungsverhältnis bestimmen die Haarfarbe. Die Pigmente haben die Fähigkeit Licht zu absorbieren (= aufzunehmen) und als Wärme abzugeben. Eumelanin kann mehr Licht absorbieren als Phäomelanin. Zu intensive Sonnenstrahlung kann jedoch von den Pigmenten nicht mehr absorbiert werden. Dies führt dazu, dass die Pigmente gespalten und zerstört werden, wodurch die Haarfarbe heller wird. Dies fällt meist erst ein bis zwei Monate nach dem Sommerurlaub auf, wenn der Ansatz nachwächst.

Warum gibt es in südlichen Ländern überwiegend dunkles Naturhaar?

Dies ist genetisch und evolutionär bedingt. Den Haaren kommt nämlich eine besondere Schutzfunktion zu. Durch die Fähigkeit der dunklen Haarpigmente, Sonnenstrahlen zu absorbieren, schützen dunkle Haare den Menschen stärker vor den schädlichen Einflüssen der UV-Strahlung. Dies wird durch die ebenfalls dunklere Hautfarbe unterstützt. Je näher sich das Land am Äquator befindet, desto stärker und länger ist die Sonneneinstrahlung und dementsprechend ist der von der Natur gegebene Schutz ebenfalls verstärkt. Daher findet man in nördlichen Ländern überwiegend blonde Naturhaarfarben vor, wohingegen in Afrika die dunkle Haar- und Hautfarbe überwiegt. 

Wodurch wird die Aufhellung und Schädigung des Haares im Strandurlaub begünstigt?

Neben der Sonneneinstrahlung hängt sie auch von folgendem Faktor ab: Wasser, insbesondere Salzwasser. Begibt man sich mit nassen Haaren in die Sonne, verdunstet das Wasser, auf Haut und Haar bleibt dann kristallines Salz zurück. Dieses entzieht Haar und Haut Fett und Feuchtigkeit, sodass diese austrocknen. Zudem verstärken die Salzkristalle wie bei einem Brennglas die UV-Strahlen und deren schädigende Wirkung.

Welche negative Wirkung hat die Sonne auf das Haar?

Neben dem Bleichen der Haare (s. o.) führt eine starke Sonneneinstrahlung zu einer negativen Veränderung der Proteinstruktur des Haares, d.h. es entsteht eine poröse Struktur, die sich durch eine raue Haaroberfläche äußert. Das Haar wird brüchig und verliert viel Feuchtigkeit. Diese Veränderung vollzieht sich in von Natur aus dunklerem Haar langsamer als in naturblondem Haar. Die Ursache hierfür liegt in der größeren Menge des Eumelanins.

Wodurch entsteht bei blond gefärbten bzw. blondierten Haaren der ungewollte Grünstich?

Häufig weisen heller gefärbte bzw. blondierte­ Haare nach einem Sommerurlaub einen Grünstich auf. Dieser kann unterschiedlich stark und sowohl nur in den Spitzen, als auch im gesamten Haar auftreten. Die Ursache liegt im Chlor- und Kupfergehalt des Poolwassers. Die Ausprägung hängt auch von der Porosität des Haares ab. Je poröser das Haar, desto schneller und desto mehr Metalle werden aufgenommen und der Stich dadurch intensiver.

Welche Inhaltsstoffe sind in speziellen Sonnenpflegeprodukten enthalten?

Spezielle Shampoos enthalten mild reinigende­ Tenside, die nicht stark entfetten. Andere Sonnenschutz-Präparate wie beispielsweise Kuren oder Spülungen beinhalten spezielle Inhaltsstoffe wie Macadamianuss-Öl, Vitamin E oder Provitamin B5, welche die angegriffenen Haare pflegen und vor dem Austrocknen schützen. Ceramide kitten die angegriffene ­Keratinstruktur des Haares. Als UV-Filter werden unter anderem Vitamine, wie z. B. Toco­pherol, verwendet. Auch Jojobaöl wird oft als natürlicher Sonnenschutzfilter eingesetzt.

Hat die Sonne auch eine positive Wirkung?

Ja, denn durch die Bestrahlung wird Vitamin D 12 produziert, welches für alle Stoffwechselvorgänge im Körper benötigt wird. Somit auch für das Haarwachstum. Studien belegen, dass ein Vitamin-D 12-Mangel in Zusammenhang mit Haarausfall gebracht werden kann.

Die Haare im Sommer richtig pflegen:

  1. Vorbereitung:
    Die Haare sollten kurz vor dem Urlaub noch einmal geschnitten werden, damit poröse Spitzen entfernt werden können. Dadurch wird einer weiteren Schädigung vorgebeugt. Auch sollte man den richtigen Zeitpunkt für eine eventuelle Färbung einplanen. Am besten ist es, wenn erst nach dem Sommerurlaub gefärbt wird, anderenfalls sollte nicht unmittelbar vor dem Reiseantritt gefärbt werden. Zudem kann man mit aufbauenden Haarkuren schon vorbeugend tätig werden. Das A und O ist jedoch die richtige Produktempfehlung zur Pflege während des Urlaubs.
  2. Richtige Pflege:
    Während des Urlaubs sollten Pflegeprodukte mit Sonnenschutz, z.B. Shampoos, Pflegesprays oder Haarkuren, verwendet werden. Diese schützen vor den schädigenden Sonnenstrahlen und weiteren Einflüssen, indem sie einen zumeist wasserfesten Schutzfilm um die Schuppenschicht legen. Zudem spenden sie dem Haar Feuchtigkeit. Auch bei den Stylingprodukten können solche mit UV-Schutzeffekt empfohlen werden. Bei besonders empfindlich reagierender Kopfhaut können Produkte mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie z.B. Aloe vera angeboten werden.
  3. Im Urlaub:
    Nach dem Baden im Meer oder im Pool sollte das Haar sofort mit Süßwasser ausgespült werden, damit Salzrückstände und Chlor keine schädigende Wirkung mehr haben können. Zudem sollte man nasses Haar nicht zu straff zusammenbinden, um es nicht unnötig zu überdehnen. Das Tragen eines Sonnenhutes ist ebenfalls empfehlenswert. Abends sollten die Haare mit einem milden Shampoo und lauwarmen Wasser sanft gereinigt werden, um schonend alle Rückstände zu entfernen. Auf heißes Föhnen, Glätten oder Locken mit dem Glätteisen sollte im Urlaub verzichtet werden, da diese dem Haar zusätzlich viel Feuchtigkeit entziehen.
  4. Nachbehandlung:
    Auch nach dem Urlaub müssen die Haare weiterhin gepflegt werden. Regelmäßige feuchtigkeitsspendende Haarkuren, Spitzenschneiden und eventuell eine Farbauf­frischung stehen jetzt auf dem Programm.

 

Text: Evelyn Pruin, Sabine Schwamborn