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So bändigen Sie Naturlocken

Wie schneidet, pflegt und stylt man Naturlocken richtig? Alle Antworten im Überblick:

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Welche unterschiedlichen Arten von Naturlocken gibt es?

Die Lockengröße reicht von leicht gewelltem Haar mit fließenden Bewegungen, dem sogenannten Beach-Waves-Look, bis hin zu sehr kleinen Korkenzieher-Löckchen. Letztere bringen sehr viel Volumen mit, sind meist widerspenstig und oft von der Struktur sehr trocken. Korkenzieher-Locken gibt es von Natur aus quasi in allen Größen. Sie sind um die eigene Achse gedreht und haben daher ihren Namen: „Korkenzieher“. Gemeinsam ist dem von Natur aus gewelltem oder lockigem Haar eine  gewisse Trockenheit der Struktur.

Wie pflegt man Naturlocken richtig?

Die Faustregel: Je kleiner die Löckchen, desto intensiver sollte die Pflege sein. Denn sehr krauses Haar ist meist widerspenstig, schwer zu bändigen und poröser. Es benötigt viel Feuchtigkeit und reichhaltige Pflege in Form von Ölen. Dies fängt bereits beim Waschen an. Hier sollte immer ein Feuchtigkeits­shampoo mit Pflegestoffen verwendet werden. Es sollte allerdings bei feinem Haar nicht zu viele Pflegestoffe enthalten, da es ansonsten zu stark beschwert wird und die Locken nicht mehr so gut springen. Besser wäre hier ein feuchtigkeitsspendendes Volumenshampoo.

Beim Kämmen ist darauf zu achten, dass im Vorfeld ein Produkt verwendet wird, welches das Durchkommen erleichtert. Dies kann beim Waschen ein Conditioner sein, der aufgetragen wird, bzw. Leave-in-Produkte wie z. B. eine Sprühkur. So kann das Haar beispielsweise ­bereits beim Waschen gekämmt werden, solange die Spülung im Haar ist, was ein leichteres Durchkämmen gewährleistet.
Beim Kämmen allgemein ist darauf zu achten, dass ein grobzinkiger Kamm verwendet und in den Haarspitzen begonnen wird, um sich mit dem Kämmen langsam bis zum Haaransatz hochzuarbeiten. Nur so ist gewährleistet, dass das nasse Haar nicht zu stark beansprucht wird oder reißt. Nach dem Waschen sollte das Haar stets vorsichtig trocken getupft und nicht „gerubbelt“ werden.

Empfehlenswert ist auch eine Haarkur. Zwei bis drei Tropfen Haaröl in den Spitzen pflegen und lassen die Locke glänzen. Um das gelockte Haar glänzend aussehen zu lassen, ist besonders wichtig, die Schuppenschicht anzulegen. So wird die unruhige Struktur ausgeglichen und das auftreffende Licht kann besser reflektiert werden, sodass es optisch glatter und glänzender wirkt, ähnlich wie bei glattem Haar.

Wie schneidet man Naturlocken? Welchen Einfluss hat die Gesichtsform auf den Haarschnitt?

Der Haarschnitt ist elementar wichtig. Je länger das Haar ist, desto schwerer wird es und desto mehr hängen sich die Locken aus. Je kürzer das Haar geschnitten ist, desto mehr Sprungkraft hat es. Ein Stufenschnitt sorgt somit dafür, dass die Haare weicher fallen und am Oberkopf nicht zu schwer werden – insbesondere bei längerem Haar.

Möchte man einen Ausgleich der Gesichtsform erhalten, sollten bei einer runden Gesichtsform die Haare länger gelassen werden, damit sie an den Seiten nicht zu sehr aufspringen und die Form optisch verbreitern. Bei einem schmaleren Gesicht hingegen können die Haare kürzer geschnitten werden, um ­Volumen an den Seiten zu bekommen.

Die Länge des Haarschnittes richtet sich ein wenig nach der Lockenintensität. So sollte das Haar bei eher dünnem, leicht gelocktem Haar nicht länger als schulterlang getragen werden. Bei dickerem, sehr lockigem Haar, kann die Grundlänge länger sein, da die Sprungkraft gegeben ist. 

Was gibt es beim Styling zu beachten?

Eine Lockenmähne sollte immer nur im nassen Zustand durchgekämmt werden. Vor dem Trocknen ist es ratsam, ein Stylingprodukt in das feuchte Haar zu geben, damit die Locken zusammenhalten und schön aufspringen. Beim Föhnen ist darauf zu achten, dass der Luftstrom nicht zu stark ist, der Föhn nicht zu heiß eingestellt und am besten ein Diffusor auf den Föhn gesteckt ist. So werden die Haare durch sanfte Wärme getrocknet und nicht zusätzlich ausgetrocknet, die Locken durch zu starke Luftzufuhr nicht aufgebauscht und strubbelig. Bei der Verwendung von Thermogeräten auf Hitzeschutz achten!

Am besten trocknet die Kundin im Sommer die Haare an der Luft. So trocknet Föhnwärme das Haar nicht zusätzlich aus. Trockenes Haar nie bürsten oder durchkämmen, sondern nur mit einem grobzinkigen Kamm oder den Fingern stylen, da ansonsten die Locken nicht mehr zusammenhalten.

Wenn die Haare „fisselig“ sind, kann ein Stylingbalm Abhilfe schaffen. Mit einem Lockenverstärker bzw. Lockenspray können Locken wieder aufgefrischt werden, auch wenn die Haare nicht frisch gewaschen sind. Hierbei wird das Produkt eingesprüht, die Locken aufgeknetet und schon ist die Frisur fertig.

Es bietet sich auch an, die Vorteile von ­Naturlocken beim Styling zu nutzen: So halten Flecht- oder Hochsteckfrisuren durch die vorhandene Struktur des Haares besonders gut. 

Was gilt es beim Glätten der Locken zu beachten?

Beim Glätten sollte ein Hitzeschutz aufgetragen werden. Positiv wirkt sich ein Gerät mit einer entsprechenden Beschichtung, z.B. Keramik aus, bzw. einem integrierten Pflegemittel.

Unabdingbar ist das Auftragen eines ­Finishproduktes nach dem Glätten. Kommt die Kundin nämlich in eine Umgebung mit höherer Luftfeuchtigkeit, fängt sich das Haar wieder zu locken an. Dies ist auf die Hygro­skopizität zurückzuführen. Das heißt, dass das Haar in der Lage ist, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen und sich in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen. Ein Finishprodukt legt sich wie ein schützender Film um das Haar und verhindert so Feuchtigkeitsaufnahme.

Text: Evelyn Pruin und Sabine Schwamborn