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Ausbildungskonzept „MaiMentor“

Persönlichkeit wachsen lassen

„Junge Menschen nicht im Gleichschritt ausbilden“ – das ist die Botschaft eines neuen internen Ausbildungskonzepts, das das Friseurunternehmen Maischön aus Österreich entwickelt hat. Es setzt auf wertschätzende und individuelle Arbeit mit Lehrlingen. „MaiMentor“ soll für die Sicherung der Friseurfachkräfte der Zukunft sorgen und zugleich Ausbilder begleiten und stärken.

Birgit Nöckl ist Friseurmeisterin und Pädagogin >< Foto: Maischön GmbH

Für die Qualität der Ausbildung erhielt die Maischön GmbH 2017 den österreichischen Staatspreis >< Foto: Maischön GmbH

Peter Gress hat das Ausbildungskonzept „MaiMentor“ in seinem Betrieb eingeführt >< Foto: Gress Friseure

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Die Ursprünge

Entwickelt wurde das Konzept MaiMentor von der Maischön GmbH, die Beautybetriebe in Bregenz, Egg und Sulzberg betreibt. Die beiden Geschäftsführer Birgit und Thomas Nöckl arbeiten gerne mit jungen Menschen und sahen sowohl seitens der Auszubildenden als auch aus Perspektive des Unternehmens einen konkreten Bedarf: „Der Lehrling der Zukunft muss neben seiner Fachlichkeit auch die Möglichkeit haben, seine Persönlichkeit zu entwickeln. Der Friseurberuf ist in einem großen Wandel. Friseure sind nicht mehr nur ausführende Dienstleister, sondern viel mehr Berater und Vertrauensperson, wenn es um Stil, Pflege und Mode geht“, weiß Birgit Nöckl. Vor allem ihr pädagogisches und methodische Fachwissen und ihre langjährige Erfahrung in der Lehre und an verschiedenen Berufsschulen spiegeln sich im Ausbildungsprogramm wieder. „MaiMentor“ stellt die Lehrlinge und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Dabei ist das Ausbildungssystem auf den Prinzipien einer gemeinschaftsschulischen Pädagogik aufgebaut. Die Azubis bestimmen ihre Lerngeschwindigkeit und ihre Lernschwerpunkte weitgehend selbst. Das Vorankommen im Salon ist an Aufgaben und Prüfungen geknüpft, die den Azubis die notwendige Sicherheit im Alltag geben. Das Lernen wird durch ein Onlinetool ergänzt. Die Betreuung über die digitale Konferenzplattform gibt auch den Ausbildern mehr Rückendeckung bei der individuellen Anpassung und Umsetzung der Lehrpläne und Unterlagen. 

Mit Staatspreis

Nöckls Anliegen ist es, junge Friseure zukunftsorientiert nach ihren Stärken auszubilden. Persönlichkeitsentwicklung steht bei diesem System daher ganz oben auf der Agenda. Die Ausbildung ist individualisiert und differenziert, setzt offene Lernformen ein. Für die herausragende Qualität der Lehrlingsausbildung erhielt Maischön im vergangenen Jahr den Staatspreis „Beste Lehrbetriebe – Fit for Future“ vom Wirtschaftsministerium Österreich. Auch Innovation und Nachhaltigkeit in der Lehrlingsausbildung werden damit ausgezeichnet. „An diesem Punkt haben wir uns dazu entschlossen, das Ausbildungskonzept auch anderen Friseurbetrieben zur Verfügung zu stellen“ erklärt Thomas Nöckl.

Schlüsselfaktoren

Auf der Suche nach einem passenden pädagogischen und didaktisch fundierten Überbau und der optimalen Umsetzung im Salon, haben sich die Maischön GmbH und Gress Friseure in Esslingen zusammengetan. „Salonbetreiber wünschen sich Auszubildende, die selbständig arbeiten, Lösungen suchen, planen, die einstehen für das Unternehmen, motiviert und organisiert sind. Doch genau diese Schlüsselfaktoren, die im Friseurberuf unerlässlich sind, kommen in keinem Lehrplan vor. Meist geht es um reine Wissensvermittlung. Am Ende hat man Mitarbeiter, die quasi nur Dienst nach Vorschrift machen und nicht sehr engagiert im Salon mitwirken“, sagt Peter Gress. Das Maischön-Konzept setzt hier an. Kein Wunder, dass Gress Friseure erster Interessent ist.

Im Austausch mit anderen

„Die Ausbildung eigener Fachkräfte ist eine hervorragende Investition in die erfolgreiche Zukunft des eigenen Unternehmens“, sagt Geschäftsführer Peter Gress. Sein Ziel: eine konsequente Ausbildung. „Wie befreie ich den Erfolg vom Zufall? Eine kluge Strategie und gute Planung gehört zu einem erfolgreichen Salon. Dazu zählt mehr denn je der Bereich Ausbildung“, erläutert Gress. Seiner Ansicht nach scheitert die Umsetzung vieler guter Konzepte an der Unterstützung bei der Implementierung und an fehlender Konsequenz. Tragfähige Strukturen sieht er im internen Ausbildungssystem „MaiMentor“. So hat der Unternehmer beschlossen, das Ausbildungssystem in seinem Betrieb zu implementieren. „Ich nutze die Ausbildungsplattform und die Unterlagen, bekomme Service und Hilfestellung“, sagt Gress. „Mir gefallen auch die Online-Tools. Das ist angewandte Digitalisierung, die Zeit, Geld und Energie spart.“ Was mache ich, wenn mein Azubi total unmotiviert ist? Was kann ich tun, wenn mein Azubi dauert im Krankenstand ist? Oder wenn er Probleme im Team oder zu Hause hat? Solche und ähnliche Fragestellungen stehen beim Skype-Austausch von Ausbildern im Fokus. Untereinander geben sie sich Unterstützung bei der Problemlösung. „Das stiftet einen direkten Nutzen, denn es sind Themen, die uns täglich im Salon betreffen“, ist Peter Gress überzeugt.

Ein Buffet aus einzelnen Modulen

Das System besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil geht es um die Inhalte, die das Unternehmen und der Ausbilder an die Lehrlinge vermitteln. Mit dem Ziel, am Ende eine sehr gute Fachkraft ausgebildet zu haben, die im Salon gewinnbringend einen eigenen Kundenstamm betreut. Alle Inhalte sind in Module aufgeteilt, bestehend aus einem Theorie- und einem  Praxisteil. Der zweite Teil besteht in der Betreuung der Ausbilder. Sich in dieser Rolle wiederzufinden, soll für den Mitarbeiter eine gute Bereicherung sein. Ziel ist es, dass die Lehrlinge von den Besten lernen. Gleichzeit ist das eine enorme Herausforderung, oft ist der Ausbilder mit schwierigen Situationen konfrontiert.
Bei „MaiMentor“ bekommen die Lehrlinge viel Selbstbestimmung. Sie erarbeiten die Module selbstständig und entscheiden, wann sie eine Prüfung machen. Durch diese Weise wird die Ausbildung sehr individuell. Keiner wird über- oder unterfordert. Denn beides kann dazu beitragen, dass jemand die Lust an Leistung oder sogar am Beruf verliert. Das gesamte System, also die verschiedenen Module mit allen Anleitungen, Checklisten und Video-Tutorials liegen auf einer Online-Plattform, auf die jeder von überall Zugriff hat. Eine geschlossene Facebook-Gruppe dient dem weiteren Austausch und der Vernetzung aller Beteiligten. „MaiMentor“ ist sozusagen ein Buffet, jeder Salon kann sich das nehmen, was ihm schmeckt.

Mehr Informationen gibt es auf www.maimentor.at

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