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Anlagestrategie 2018

Mut zur Spekulation

Vorsorge in Zeiten niedriger Zinsen: Mit Investmentfonds kann man das Alter absichern und Vermögen aufbauen, rät TOP HAIR-Finanzexperte Michael Vetter.

Michael Vetter >< Foto: Studio Nawrath

Investmentfonds als Geldanlage >< Foto: Andreas Hermsdorf_pixelio.de

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Die nicht enden wollende Niedrigzinsphase bringt Betriebsinhaber allmählich in eine schwierige Lage. Und das Problem wird offenbar immer noch vielfach unterschätzt: Die seit Jahren äußerst niedrigen Anlagezinsen reichen kaum mehr für einen kontinuierlichen Vermögensaufbau. Waren noch vor wenigen Jahren jährliche Zinssätze von fünf oder sechs Prozent die Regel, kassieren Anleger im gleichen Zeitraum heute kaum mehr als ein Prozent – von den ebenso wichtigen und daraus folgenden Zinseszinsen ganz zu schweigen.

Art und Umfang selbst bestimmen

Betriebsverantwortliche sind daher gezwungen, aktiv zu werden, wenn sie etwa ihre finanzielle Altersabsicherung oder eine finanzielle Reserve für betriebliche Investitionen auch nur halbwegs auf dem bisherigen Niveau halten wollen. Dies gilt vor allem für Geldanlagen, bei denen sie selbst Einfluss auf Art und Umfang nehmen können. Bevor dies aber geschieht, ist es sinnvoll, sich den einen oder anderen Sachverhalt zu verdeutlichen. So macht es derzeit wenig Sinn, sich bei herkömmlichen Geldanlagen längerfristig zu binden. Zum Einen ist der Zinsunterschied zwischen kurzen und langen Laufzeiten bis hin zu mehreren Jahren von etwa einem Prozent äußerst gering und zum Anderen drohen  bei Anleihen, Schuldverschreibungen oder Pfandbriefen im Laufe der Jahre Kursverluste, wenn Anleger diese Wertpapiere vorzeitig wieder verkaufen wollen. Darüber hinaus ist es als eine der wesentlichen Lehren der jüngeren Vergangenheit von großer Bedeutung, dass auch bei diesen konventionellen Anlageformen auf eine angemessene Einlagensicherung geachtet werden sollte.

Wer wagt, kann mehr gewinnen

Unternehmer, die die Möglichkeit auf eine überdurchschnittliche Rendite nutzen wollen, werden sich auch mit spekulativeren Anlageformen befassen müssen. Dazu gehören vor allem Investmentfonds mit ihrer nahezu unendlichen Angebotsvielfalt an Produkten und Märkten (mehr dazu unten). Hier wird das Geld der Anleger in einer Vielzahl unterschiedlicher Wertpapiere gebündelt. Zur Altersvorsorge sind insbesondere Investmentfonds in Form von Aktien- oder Rentenfonds mit dem Schwerpunkt festverzinslicher Wertpapiere bzw. in Form von Mischfonds üblich. Diese Mischfonds verbinden sowohl Aktien als auch festverzinsliche Wertpapiere miteinander. Vor allem die Wertentwicklung („Performance“) jedes einzelnen Fonds zeigt, in welchem Umfang die entsprechenden Anlagegrundsätze berücksichtigt werden. Das gilt naturgemäß auch und vor allem für Aktienfonds, die ausschließlich in Dividendenpapiere investieren. Hier sollte man prüfen, ob sich die jeweilige Aktienstruktur in dieser kritischen wirtschaftlichen Phase – und in den Jahren zuvor – bewährt hat oder eben nicht. Neben der Performance spielen die Kosten der jeweiligen Fonds eine ebenfalls wichtige Rolle. Denn Ausgabeaufschläge, Rücknahmegebühren, Verwaltungskosten oder Gewinnbeteiligungen der Fondsbetreiber sind einige der wichtigen Faktoren, die einer attraktiven Rendite häufig im Wege stehen.

Angemessene Risikostruktur

Sind diese Punkte zumindest weitgehend geklärt, kommt der Frage der individuell richtigen Mischung eine große Bedeutung zu. Da es sich beim Vermögensaufbau mit dem Schwerpunkt Investmentfonds meist um eine strategische, also eher langfristige Betrachtung handelt, ist es in der Regel sinnvoll, sich die dazu erforderliche Gelassenheit auch tatsächlich zu leisten. Betriebsinhaber, die mehr oder weniger im Wochenrhythmus nervös auf das Auf und Ab der Aktienkurse starren, werden sich nur schwer an diese für sie neue Situation gewöhnen. Hier wäre es vielleicht tatsächlich sinnvoller, ausschließlich konventionell anzulegen und sich bei kürzeren Anlagezeiträumen mit niedrigen Zinsen zufrieden zu geben, selbst wenn diese möglicherweise noch nicht einmal für einen Inflationsausgleich ausreichen. Wer die derzeitige Situation dagegen akzeptiert, sollte über eine „Chancen-Risiko-Quote“ von etwa siebzig zu dreißig nachdenken. Während also siebzig Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes niedrig verzinst in Tages- und Termingeldern oder  in festverzinslichen Wertpapieren wie den erwähnten Anleihen etc. investiert werden, fließen dreißig Prozent in Investmentfonds mit dem individuell geeigneten Anlageprofil. Wichtig ist bei einer derartigen Strategie eine regelmäßige Prüfung und gegebenenfalls Aktualisierung beziehungsweise Anpassung an zum Beispiel veränderte Kapitalmärkte oder Branchen. Auch hier kann die jeweilige Hausbank Unterstützung und Hilfestellung leisten. Dies gilt zumindest dann, wenn sie sich als fairer Partner des Unternehmers und eben nicht als mehr oder weniger einseitiger Verkäufer von Bank- und Fondsprodukten sieht.

Die Vielfalt von Investmentfonds

Kaum ein anderes Finanzprodukt bietet ein derart umfangreiches Angebot an Investitionsmöglichkeiten wie ein auf den jeweiligen Unternehmer „zugeschnittener“ Investmentfonds. So sind Anlagevarianten beispielsweise möglich in

  • festverzinslichen Wertpapieren
  • Aktien
  • Rohstoffen und Edelmetallen
  • Immobilien
  • unterschiedlichen Währungen und Ländern
  • Branchen       

Wird darüber hinaus die Kostenstruktur des jeweiligen Produktes berücksichtigt – hierzu sollten übrigens auch Angebote so genannter „Direktbanken“ beitragen – können sich daraus durchaus interessante Renditechancen entwickeln. 

Erste Informationen zu diesem komplexen Thema finden Anleger beispielsweise in den Rechenschafts- und Geschäftsberichten der Fonds ebenso wie in den Hinweisen der jeweiligen Investmentgesellschaft im Internet. Darüber hinaus bieten selbstverständlich auch die Bankinstitute Detailinformationen an.

 

Autor: Michael Vetter,
Finanzberater und TOP HAIR-Experte für alle Fragen rund ums Geld