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Y.S. Park

Mann voller Ideen

Y.S. Park ist nicht nur die Kultmarke aus Japan, sondern auch der kreative Kopf dahinter.

Young Soo Park (m.) erklärt Redakteurin Ariane Dreisbach die Produkte. Links im Bild der deutsche Vertriebspartner Michael Schlömer, Geschäftsführer von Haaro. ::: Foto: Henning von Rochow

Foto: Henning von Rochow

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Viele Friseure kennen die Profi-Tools von Y.S. Park und arbeiten tagtäglich mit ihnen. Dass Y.S. Park aber gleichzeitig auch der Mann ist, der all die Produkte entwickelt hat, wissen die wenigsten.

Dürfen wir also vorstellen? Mister Young Soo Park aus Tokio.

Dass er Friseur werden wollte, beschloss er mit 16 Jahren. Er lernte das Handwerk, ging seinen Weg, sammelte internationale Erfahrung in London, Paris und Vancouver und eröffnete 1980 seinen ersten Salon. In den folgenden Jahren wurde er Beauty Director für das japanische Fernsehen, Beauty Advisor für VIP-Kunden im legendären Tokyoter Kaufhaus „Printemps“ und glänzte als international gefragter Sessions Stylist.

Kurz: Young Soo Park hatte als Friseur Erfolg auf der ganzen Linie und hätte sehr zufrieden sein können – wenn es nicht immer wieder Situationen gegeben hätte, in denen er mit Tools und Produkten an Grenzen stieß. Bei einem Fotoshooting 1984 zum Beispiel sollte er ein Model in kurzen Abständen immer wieder umstylen, es gab aber kein Stylingprodukt, mit dem das möglich war. Auch mit seinem Werkzeug gab’s Probleme: Bei Fashion Shows schmolzen ihm beim Stylen hinter der Bühne Kämme, weil das Material nicht hitzebeständig genug war. Also beschloss er, eigene, bessere Produkte zu entwickeln, die seinen Ansprüchen gerecht werden – die Marke Y.S. Park war geboren.

Am Anfang einer Neu-Entwicklung steht immer eine frische, eigene Idee – das Kopieren von Konkurrenzprodukten ist für Young Soo Park ein No-Go. Es folgt das Design, das er ebenfalls selber erarbeitet, mit einer CAT-Software aus dem Schiffsbau. Jedes Tool kann er damit am Computer 200 Meter groß zeichnen und die Form bis ins kleinste Detail verfeinern.

Aus ausgesuchten und für den Friseurmarkt oft neuen Materialien werden dann Prototypen gefertigt, die in den eigenen Salons fünf bis sechs Jahre lang getestet und immer weiter verbessert werden. Von jährlich rund 50 Neu-Entwicklungen schaffen es 10 Tools tatsächlich in die Produktion. Sie haben bewiesen, dass sie haben, was Y.S. Park-Produkte brauchen: höchste Qualität, gutes Aussehen und Eigenschaften, die dem Friseur besseres, einfacheres und schnelleres Arbeiten ermöglichen. 1200 Artikel umfasst das Sortiment mittlerweile: Scheren, Kämme, Bürsten, Wassersprüher, Clips, Umhänge, Haarschmuck, Färbepinsel, Einrichtung... – einfach alles, was man im Salon so braucht.

Zu Kämmen hat Young Soo Park aber ein besonderes Verhältnis. Der Kamm ist für ihn das wichtigste Tool des Friseurs – wichtiger noch als die Schere. Warum? „In vielen Bereichen gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Design und Ausführung, z. B. bei Architekt und Handwerker, bei Modedesigner und Schneider. Der Friseur ist beides in einer Person. Die Kammhand ist es, die über das Design entscheidet und die Linienführung festlegt. Die Scherenhand ist nur die ausführende Kraft, wenn sie entlang dieser Linien schneidet. Man sollte dem Kamm als Werkzeug also viel mehr Beachtung schenken und ihn auch für jeden Kunden und jede Schnitttechnik ganz individuell wählen.“ Der Einsatz spezifischer Werkzeuge hat in der japanischen Kultur in jedem Handwerk Tradition und gilt als Zeichen von Professionalität. So ist es nur zu verständlich, dass Y.S. Park ganze 180 Kämme in seinem Sortiment hat. Vom handgeschnitzten Schmuck-Kamm aus Holz bis hin zum Hightech-Kamm ist alles dabei. Alles? Nein. Bestimmt gibt es bereits jetzt schon wieder einen Kamm, der Young Soo Park noch fehlt ...

Autor: Ariane Dreisbach