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Handwerkskammern

Kostenfreie Beratung für Handwerker

Manchmal hilft ein Blick von außen aufs Unternehmen, um zu erkennen, wo es hakt. Neben Unternehmensberatern stehen auch Handwerkskammern helfend zur Seite.

Bernd Bauerfeld ::: Foto: privat

Brigitte Mannert ::: Foto: privat

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Professionelle Hilfe von außen kann in vielen Lebenslagen Wunder wirken. Denn oft hat ein Außenstehender einen viel klareren Blick auf die Dinge. Neben Unternehmensberatern stehen auch die Handwerkskammern mit Rat und Tat zur Seite - und das für Mitgliedsbetriebe völlig unentgeltlich, betonen die Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, Friseurmeisterin Brigitte Mannert und der Leiter des Geschäftsbereichs Betriebsberatung und Gewerbeförderung, Bernd Bauerfeld.

TOP HAIR Business: Frau Mannert, braucht ein Unternehmen einen Unternehmensberater?

Brigitte Mannert: In gewissen Situationen kann es sein, dass ein Berater gebraucht wird. Zunächst aber muss man wissen, dass die Bezeichnung Unternehmensberater in Deutschland nicht geschützt ist. Prinzipiell kann sich jeder so nennen. Und in der Praxis ist es oft so, dass unter dieser Überschrift Lücken im Lebenslauf geschlossen oder eine zeitlich befristete selbstständige Tätigkeit aufgewertet werden.

Auch gibt es richtige Unternehmensberatungskonzerne: Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, gewisse Dienstleistungen für andere Unternehmen zu erbringen. Diese Dienstleistungen unterscheiden sich untereinander stark. Manche Unternehmen haben sich auf Personaldienstleistungen, auf IT-Dienstleistungen wie etwa die Implementierung von Softwaresystemen oder auf Managementberatung und Unternehmensstrategiefindung spezialisiert. Die Branche ist sehr vielschichtig. Unsere Handwerksbetriebe haben es da leichter. Für sie ist die Handwerkskammer ihr erster Ansprechpartner.

TOP HAIR Business: Herr Bauerfeld, Sie sind selbst Unternehmensberater. Haben andere Handwerkskammern auch so eine Abteilung, und welche Unterstützungen können die Betriebe hier erhalten?

Bernd Bauerfeld: Ja, alle Handwerkskammern haben eine Betriebsberatung. Denn als Meister ihres Faches beherrschen die Betriebsinhaber natürlich alle technischen Anforderungen ihres Berufs, sind aber nicht unbedingt auch Experten in allen übrigen Fachgebieten der Unternehmensführung. Sie können das Wissen und die Praxiserfahrung der Kammerexperten nutzen. Unsere Berater unterstützen die Betriebe gerne bei Fragen der Existenzgründung oder Betriebsnachfolge und bieten praxisnahe Lösungen bei allen betriebswirtschaftlichen Problemlagen. Darüber hinaus bieten wir Hilfestellung bei rechtlichen Fragen sowie zu den Themen Technik, Technologietransfer, Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Export, Ausbildung und Qualifizierung an.

TOP HAIR Business: Frau Mannert, verlangt die Handwerkskammer der Pfalz Geld für diesen Service?

Brigitte Mannert: Nein, die Beratungen sind kostenfrei und bieten jedem Handwerksbetrieb einen hohen Mehrwert. Ich selbst habe oft und gern die Beratung in Anspruch genommen und empfehle auch jedem anderen Betrieb, diesen Service zu nutzen. Denn unsere Betriebsberater sind kompetent und durch jährliche Schulungen immer auf dem neuesten Stand. Daher die Bitte an meine Frisörkollegen: Zögern Sie nicht und sprechen Sie die Berater Ihrer  Handwerkskammer an. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Arbeiten am Erfolg Ihres Betriebes.

TOP HAIR Business: Herr Bauerfeld, bei welchen Anzeichen sollte man einen Berater einschalten?

Bernd Bauerfeld: Der richtige Zeitpunkt ist für den weiteren Erfolg des Betriebs ganz entscheidend. Wer erst einen Berater sucht, nachdem die Bank das Konto zugemacht hat oder die Mitarbeiter weggelaufen sind, dem kann auch der beste Berater nur noch schwer helfen. Unternehmer sollten grundsätzlich jede betriebliche Veränderung, mit der sie so nicht gerechnet haben, zum Anlass nehmen, mit einem Betriebsberater ihrer Handwerkskammer eine persönliche und gebührenfreie Beratung zu vereinbaren. Es geht darum, die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren des Betriebes zu identifizieren und Lösungswege für eine nachhaltige Verbesserung der betrieblichen Situation zu finden. Zu unseren häufigsten Beratungsthemen gehören Krisenvorsorge durch Analyse betrieblicher Schwachstellen, Investitions- und Finanzierungsplanung unter Berücksichtigung öffentlicher Fördermöglichkeiten, Marketing verbessern, Rentabilität steigern, Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten sowie Konfliktlösungen durch Mediation.

TOP HAIR Business: Wie und nach welcher Zeit kann man den Erfolg kontrollieren?

Bernd Bauerfeld: Der Erfolg unserer Beratungen stellt sich in vielen Fällen direkt ein, da unsere Vorschläge und Empfehlungen handwerksgerecht und auch praxistauglich sind. Uns ist klar, dass die erfolgreiche Unternehmensführung eine der schwierigsten Aufgaben ist. Deshalb meine Empfehlung an alle Handwerker: Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Handwerkskammer auf! Es lohnt sich.

TOP HAIR Business: Manchmal werden auch Berater gebraucht, um rechtliche Probleme zu lösen, Frau Mannert. Kann da eine Handwerkskammer auch behilflich sein?

Brigitte Mannert: Ja. Jedes Unternehmen wird heute durch eine zunehmende Zahl von rechtlichen Vorschriften bestimmt und beeinflusst. So umfasst das aktuelle Bundesrecht etwa 1.700 Gesetze mit über 45.000 Einzelnormen und fast 3.000 Rechtsverordnungen. Allein in der letzten Legislaturperiode wurden vom Deutschen Bundestag mehr als 600 Gesetze verabschiedet. Hinzu kommen noch Landes- und kommunalrechtliche Regelungen. Daher brauchen Unternehmen umfassende Informationen, die wir in allen relevanten Rechtsgebieten bereithalten. Unseren Mitgliedsbetrieben geben wir die entsprechenden Rechtsauskünfte. Die Rechtsberatung der Handwerkskammer der Pfalz steht allen Handwerksbetrieben des Kammerbezirks Pfalz kostenlos zur Verfügung.