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Abgabe für Friseure

Ist die Sozialkasse gestorben?

Die Initiierung einer Sozialabgabe war vor rund einem Jahr ausdrückliches Bestreben des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV). Und jetzt? Wir haben Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des ZV, dazu befragt.

ZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Müller will das Thema Sozialkasse weiter verfolgen >< Foto: ZV-Friseurhandwerk

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TOP HAIR: Was ist aus der Sozialkasse geworden?

Jörg Müller: Eine aktive Förderung der Ausbildungsleistungen in den Salons ist angesichts der aktuellen Nachwuchsproblematik unserer Branche weiter eine richtige Initiative. Als rechtlich problematisch hat sich jedoch die Einbindung der geschätzt über 20.000 Ein-Personen-Salons und der sogenannten 17.500 Friseure erwiesen. Das Konzept des Zentralverbandes sah aber genau das vor: die Integration der Solobetriebe – auch in Hinblick auf die gesellschaftliche Verantwortung auszubilden, der sich alle Betrieb stellen sollten.

Werden Sie das Thema weiter verfolgen?

Ich bin überzeugt, dass wir über diesen und andere Anreize zur Ausbildung sicher sehr bald wieder diskutieren. Wie hat es der Vizepräsident des Zentralverbands, Herbert Gassert, pointiert formuliert: Wer Nachwuchs will, muss ausbilden. In Prinzip ist das der Punkt. Wir werden uns 2018 verstärkt darum bemühen, eine Ausbildung im Friseurhandwerk attraktiver zu machen: über die Nachwuchswerbung mit dem Gesamthandwerk, die Anhebung der Ausbildungsvergütungen, über berufliche Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zu einem Bachelor Abschluss und natürlich über die grundsätzliche Weiterentwicklung beziehungsweise Modernisierung der Ausbildung. Mit dem Jahresauftakt der Obermeister haben wir das Thema ebenfalls ganz nach oben auf die Agenda der Innungen und Verbände gesetzt.

Welche Chancen ergeben sich für die Branche durch eine Sozialkasse?

Im Prinzip ist die Grundidee ganz einfach. Über eine Umlage in jedem Salon werden diejenigen Friseurbetriebe bezuschusst, die einen oder mehrere Auszubildende haben. Ausbildung wird also belohnt: durch die Zukunfts- und letztlich Umsatzsicherung im Salon und zusätzlich über eine umlagefinanzierte Förderung. Der Rahmen für eine solche Ausgleichskasse ist ein Tarifvertrag zwischen den Sozialpartner, also Verdi und Friseurhandwerk.