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Glücklichsein als Mitarbeiterbindung

In einer harmonischen Beziehung fühlt man sich wohl – und sieht keinen Grund für eine Trennung. Ebenso sollte es im Arbeitsleben sein, meint Lisa Aceves, Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung.

Lisa Aceves >< Foto: Schaefer & Partner Consulting GbR

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Gerade bei der momentan angespannten Lage am Arbeitsmarkt und der geringen emotionalen Bindung der Angestellten an die Unternehmen ist es unabdingbar, die bestehenden Konzepte zur Mitarbeiterbindung zu überdenken. Viele Unternehmer denken dabei eher an überdurchschnittliche Bezahlungen, Boni und Verträge, die den Angestellten länger verpflichten.

Doch: Was zählt dies alles, wenn sich ein Mitarbeiter nicht wohlfühlt und unglücklich ist? Ändern Sie ihren Blickwinkel: Würden Sie einen Partner wechseln, wenn Sie glücklich sind? Würden Sie eine Arbeitsstelle wechseln, wenn Sie diese mit Glück und den richtigen Aufgaben erfüllt? Sicher nicht. Aus diesem Grund ist es mehr als sinnvoll, sich über das Glücklichsein der Mitarbeiter in Ihrer Firma Gedanken zu machen.

Generell fühlen sich Führungskräfte nicht für das Glück des Mitarbeiters verantwortlich, aber Sie können Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen glücklich sein können. Und es lohnt sich! Denn glückliche Mitarbeiter leisten langfristig mehr als unglückliche. Sie zeigen mehr Engagement, sind kreativer, kündigen seltener und ziehen Leute an, die genauso engagiert in ihrem Job sind.

Was braucht es zum Glücklichsein im Job?

Wenn es um das Glück im Job geht, geht es vor allem um die ENTFALTUNG des Einzelnen im Job, also um das persönliche Wachsen und die persönliche Weiterentwicklung.

Hierzu bedarf es zwei Komponenten:

  1. Vitalität bzw. Lebensfreude
    Diese entsteht, wenn die Mitarbeiter spüren, dass ihre tägliche Arbeit im Unternehmen etwas bewirkt. Und ein toller Nebeneffekt ist, dass vitale Mitarbeiter, die das Gefühl haben, lebendig, leidenschaftlich und begeistert zu sein, Energie versprühen und andere damit anstecken.

  2. Lernen bzw. Persönliche Entwicklung
    Diese entsteht durch Aufbau von neuem Wissen und neuen Fähigkeiten.
    Gleichzeitig können sich Mitarbeiter durch Weiterbildung zu Experten auf bestimmten Gebieten etablieren und erreichen dadurch oft mehr Selbstbewusstsein.

Diese beiden Komponenten ergänzen sich und wirken nur in der Kombination nachhaltig. Lernen ohne Leidenschaft gibt einen kurzfristigen Impuls, führt langfristig aber eher zu Überforderung. Leidenschaft ohne Weiterentwicklung wird irgendwann langweilig. Deshalb ist es wichtig, beide Komponenten in einem ausgewogenen Verhältnis zu bedienen.

Aus einer Studie geht hervor, dass Mitarbeiter mit großen Entfaltungsmöglichkeiten um 25 % seltener an Burnout leiden, sich um 32 % intensiver für das Unternehmen einsetzen, 46 % zufriedener im Job sind und letztendlich eine um 16 % höhere Gesamtleistung erbringen.

Wie können Sie als Chef die Entfaltung Ihrer Mitarbeiter fördern?

  1. Entscheidungsspielraum schaffen:
    Mitarbeiter, welche die Möglichkeit haben, eigene Entscheidungen bei ihrer Arbeit treffen zu können, schätzen diese Verantwortung, was sie sicherer und zufriedener macht. Außerdem fühlen sie sich mehr selbstbestimmt - im Gegensatz zu fremdbestimmt - und sind dadurch wesentlich motivierter. Wenn Fehler passieren, reduzieren Sie diesen Freiraum der Mitarbeiter bitte nicht. Solche Situationen liefern die besten Lerneffekte.

  2. Informationen teilen:
    Mitarbeiter können viel mehr zum Unternehmenserfolg beitragen, wenn sie verstehen, wie ihre eigene Arbeit in die Mission und die Strategie des Unternehmens eingeht. Das Gefühl zu haben, an etwas “Größerem” mitzuwirken, spornt die Menschen unheimlich an. Sprechen Sie deshalb offen über Unternehmensziele und planen Sie den Unternehmenserfolg gemeinsam.

  3. Respektvoller Umgang miteinander:
    Hier gilt es für die Führungskraft im Umgang mit den Mitarbeitern ein gutes Vorbild zu sein. Dabei ist nicht gemeint, sich so zu verhalten, wie man es auch vom anderen erwartet, sondern sich so zu verhalten, wie MEIN GEGENÜBER behandelt werden MÖCHTE. Hierfür ist gute Menschenkenntnis wichtig.

  4. Feedback geben:
    Feedback ist die Basis dafür, etwas lernen zu können und sorgt für Klärung von Unsicherheiten, was eine sehr wichtige Komponente für Mitarbeiter darstellt. Je schneller und direkter das Feedback ist, desto hilfreicher ist es.

Das Einsetzen dieser vier einfachen, aber wirkungsvollen Grundprinzipien zur Förderung von Entfaltung in Ihrem Unternehmen bedürfen weder enormer Anstrengungen noch hoher Investitionen. Nötig sind lediglich Führungskräfte, die offen dafür sind, ihre Mitarbeiter zu bestärken, eine offene Informationskultur leben und mit gutem Beispiel vorangehen. Auf diese Weise schaffen Sie einen Grundstein für glückliche und somit leistungsfähige Mitarbeiter.

Text: Lisa Aceves. Sie ist Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung bei der Unternehmensberatung Schäfer und Partner Consulting – einer der führenden Unternehmensberatungen für Friseure.

 

Bei der neuen Seminarreihe “Für Dich - bewusst entwickeln” der CCT GmbH steht das Thema “glücklich sein” im Mittelpunkt. Es stellt die Basis für Wohlbefinden, gelingende Beziehungen und persönlichen Erfolg dar. Vier besondere Seminare von Lisa Aceves beschäftigen sich mit der persönlichen Weiterentwicklung:

  • Talentfinder:
    Besseres Miteinander durch bessere Menschenkenntnis
  • Leichtfüßer:
    Mit mehr Leichtigkeit und Motivation durchs Leben
  • Beziehungs-Manager:
    Gute Beziehungen durch gelungene Kommunikation
  • Glücksbringer:
  • Wohlbefinden steigern und aufblühen.

 

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