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ZV Friseurhandwerk

Gegen Mindestausbildungsvergütung

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) kritisiert die Pläne einer bundeseinheitlichen Mindestausbildungsvergütung.

Der ZV stellt sich gegen eine geplante bundeseinheitliche Mindestausbildungsvergütung >< Foto: Julia Knop

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Sie ignoriere kleinbetriebliche Branchenstrukturen, schwäche die Tarifautonomie und gehe einzig zu Lasten der Betriebe. So ist die Einstellung des ZV gegenüber einer geplanten Mindestausbildungsvergütung. Bundesministerin Anja Karliczek hatte vor zwei Wochen Eckpunkte eines diesbezüglichen neuen Gesetzesvorhabens vorgestellt. Geplant ist, eine gesetzliche Vergütung für Lehrlinge an die Höhe des Schüler-Bafögs zu koppeln. Auszubildende könnten so neben der Ausbildung im Beruf eine gesetzlich vorgegebene Vergütung von mindestens 504 Euro im Monat beanspruchen.

Wir haben bei Jörg Müller, Geschäftsführer des ZV, nachgehakt:

TOP HAIR: Sie sagen: „Ein Ausbildungsvertrag ist kein Arbeitsvertrag. Auszubildende sollen sich vielmehr in Kombination von betrieblicher und berufsschulischer Qualifikation bilden. Die Pläne der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek folgen jedoch anderen Überlegungen“. Welche, denken Sie, sind das?
Jörg Müller:
Politische –es geht auch um junge Wähler!

TOP HAIR: Warum ist die Tarifautonomie aus Ihrer Sicht für das Friseurhandwerk so wichtig?
Jörg Müller: Grundsätzlich sollten die Tarifparteien entscheiden bzw. verhandeln und nicht der Staat. Nur so wird man Branchen und vor allem auch Regionen gerecht. Und dies ist ja auch bereits geschehen. In den Tarifgebieten in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, dem Rheinland usw. haben wir eigene Tarife ausgehandelt – ganz ohne staatliche Vorgaben.