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Präsident Esser meldet sich zu Wort

Friseurverband kämpft für duale Ausbildung

Die duale Ausbildung sichert die Unabhängigkeit und Zukunft für das gesamte Friseurhandwerk. Davon ist der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) mit seinen 13 Landesinnungsverbänden und über 260 Innungen überzeugt.

ZV-Präsident Harald Esser hält an der dualen Ausbildung im Friseurhandwerk fest. ::: Foto: ZV Friseurhandwerk

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„Der Plan von L’Oréal widerspricht den Grundprinzipien der Handwerksausbildung und ist mit der dualen Ausbildung nicht vereinbar“, sagt ZV-Präsident Harald Esser. Unterstützung erhält der Verband dabei vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin und von zahlreichen Entscheidungsträgern aus der Bundes- und Landespolitik sowie von den Spitzen der Gewerkschaften.

Verbleib in der Anlage A

Die große Mehrheit der Friseure in Deutschland sei stolz auf das Bildungssystem des Friseurhandwerks und möchte dieses gewahrt wissen. Die gesetzlich übertragene Selbstverwaltung und die Hoheit über die Berufsbildung sind die Markenkerne des Handwerks. Hauptargument des Zentralverbandes ist die mit der dualen Ausbildung verbundene Sicherung des Verbleibs des Friseurhandwerks in der Anlage A der Handwerksordnung – als Basis für eine zertifizierte Qualifikation. Damit werde eine weitere Atomisierung der Branche in wirtschaftlich perspektivlose Solounternehmen verhindert. Eine Zunahme dieser Betriebsform würde erneut den Preisverfall für Dienstleistungen im Friseurhandwerk entfachen. Die Bemühungen um ein besseres Image des Friseurhandwerks würden somit nachhaltig belastet, so Präsident Harald Esser weiter.

Zustimmung erfahren

Die derzeitige Handwerksstruktur des Friseurhandwerks sichert die Basis für die 80.000 Friseursalons in Deutschland. Denn erst ein qualitativ breit aufgestelltes Friseurhandwerk mit gut qualifiziertem Nachwuchs schafft die Grundlage für die Zukunft der Betriebe. „Eine fehlende staatliche Anerkennung für die Ausbildung im Friseurhandwerk hat darüber hinaus negative Signalwirkung in die Branche“, betont Präsident Harald Esser. Die duale Ausbildung im Handwerk und damit auch im Friseurhandwerk ist zentraler Bestandteil der mittelständischen Wirtschaftsordnung in Deutschland. Der damit verbundene Auftrag ist gesellschaftlich, politisch und rechtlich gewollt. Aus diesem Grund hat der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in den letzten Wochen und Monaten breite Zustimmung in der Verteidigung der dualen Ausbildung erfahren. Das Handwerk als Teil der deutschen Gesellschaft erfüllt mit seiner selbstverfassten und unabhängigen Organisation sowie seinem Bildungssystem zentrale soziale Aufgaben.

Jeder Bruch mit dem System der dualen Ausbildung, das die Ausbildung eng mit der Arbeitswelt verknüpft, führt dazu, dass die geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland nicht mehr zu halten sein wird. Das Zusammenwirken von betrieblicher und schulischer Kenntnis- und Fertigkeitsvermittlung bietet vielen Gesellinnen und Gesellen einen Start als Meisterin oder Meister in eine Führungsaufgabe oder in die Selbstständigkeit als Friseurunternehmer. Mit einem ganzheitlichen Ansatz und einer breiten beruflichen und sozialen Qualifikation schaffen die Betriebe des Handwerks für viele Tausende Jugendliche Jahr für Jahr nicht nur die Basis für eine berufliche Existenz, sondern bereiten die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Die Grundprinzipien der Handwerksausbildung in Deutschland, deren Kernpunkt das Zusammenwirken von betrieblicher und schulischer Ausbildung ist, müssen gewahrt bleiben. Zudem muss Ausbildung im dualen System des Handwerks für die Auszubildenden kostenfrei bleiben. Alles andere ist mit den rechtlichen Vorschriften des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) nicht zu vereinbaren.