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Erfolgsstrategien im Salon-Business

Erfolgsquellen für Friseure

Jeder Erfolg, jeder Nutzen muss organisiert und geplant werden. Das Prinzip „Schau’mer mal“ funktioniert nie. Nicht im Salon und nicht im wirklichen Leben. Was erwarten Tagträumer, Schlafmützen, Zuspätkommer? Dass man ihnen Plätze reserviert, vor jeder Idee „Achtung“ ruft? Erfolg ist eine Hol- und keine Bringschuld. TOP HAIR-Experte Wolf Davids weiß, wie Erfolg planbar ist, das Glück nicht vom Himmel fällt, ohne dass man etwas dafür getan hat.

Friseur, Branchenprofi und Coach Wolf Davids füllt Säle mit seinen Vorträgen >< Fotos: Thomas Schindel, Shutterstock

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Der Bewusstseins-Check im Salon

  • Man muss kein Egoist sein, um Erfolg zu haben. Wach sein, clever sein, konsequent sein, Ziele haben geht auch „soft“ und ist höchstwahrscheinlich sogar erfolgreicher als „hard“, weil man mehr und leichter Menschen findet, die helfen, unterstützen und fördern. Wer aber bereit ist, jemanden zu helfen, zu fördern, zu unterstützen, will Initiative, Eigenverantwortung und Mitdenken sehen. Wer das dann aber nicht will, hat seinen Misserfolg redlich verdient. Und da kann ich allen anderen nur raten, vergeudet nicht Zeit, Geld, Aufmerksamkeit an Menschen, die sich selbst für ihren Erfolg nicht verantwortlich fühlen.
  • Auch hier gilt die Formel: Der Erfolg von heute ist die Anstrengung von gestern, der Misserfolg von heute sind die Versäumnisse der Vergangenheit. Paradoxerweise entstehen Versäumnisse oft, wenn es einem gut geht und man sich zu sicher ist, bequem wird. Wach und kämpferisch muss man aber immer sein, wenn mehrere Entwicklungen zusammenkommen, von denen jede einzelne ausreichen müsste, sein Verhalten, seine Einstellung, sein Handeln zu ändern. Ein Beispiel: Sie wollen (müssen) die Gehälter erhöhen und gleichzeitig auch die Preise anheben. Zum Zusammenhang von Löhnen, Kosten und Umsatz gibt es eine ganz einfache und 100-prozentig stimmige Regel: Für jeden Euro, den man ausgibt, muss irgendjemand arbeiten.
  • Gut, wenn man weniger ausgibt, als man einnimmt (=Gewinn)! Schlecht, wenn man mehr ausgibt, als man einnimmt (=Pleite)! Nun verteilen sich die Umsätze nach Mitarbeiter nicht gleichmäßig. Da muss man hinterfragen. 1. Ist jemand erst kurz oder zu lange im Unternehmen? 2. Stimmt etwas mit der Qualität nicht? 3. Stimmt es mit Freundlichkeit und Offenheit nicht? 4. Sind die Leistungen noch zeitgemäß? 5. Nutze ich kundenorientierte Umsatzmöglichkeiten? 
  • Bin ich offen für Innovationen? Bin ich Kundenkämpfer?  In der Regel ist die Ursache von Minderleistung ein Mix vorgenannter Faktoren. Hier kommt der zweite Merksatz ins Spiel: Die Summe, die bei umsatzstarken Mitarbeitern übrig bleibt, muss größer sein, als der Verlust, den umsatzschwächere Mitarbeiter erzielen. Was bedeutet umsatzstark und umsatzschwach? Die Umsatzverantwortung eines Mitarbeiters bemisst sich an der Höhe des Gehalts und seiner Qualifikation. Beides ist im Tarifvertrag oder besser im Arbeitsvertrag festgelegt. Die Anforderungen an die Qualifikation steigen mit der über­tariflichen Bezahlung. Hier der dritte Merksatz: Übertarifliche Bezahlung geht nicht bei „untertariflicher“ Leistung. Tarifliche Bezahlung regelt jemand anderes für Sie. Die Gegenleistung müssen Sie selbst formulieren.

Mehr Erfolgsgarantie im Salon

  • Umsatzverantwortung für Mitarbeiter bedeutet Kostenbewusstsein, was Umsatz im Salon heißt und wie unterschiedlich dieser von den Mitarbeitern wahrgenommen wird. Wenn das Gehalt fest bleibt, der Umsatz aber unter € 5.550 liegt, benötigt das Unternehmen höhere Umsätze über das Soll anderer Mitarbeiter, um das ausgleichen zu können, oder setzt das Geld zu. Wenn nun aber die Gehälter nicht sinken oder sogar steigen sollen, gibt es nur einen einzigen ehrlichen Weg. Die Umsätze müssen steigen, denn mit Kosten sparen allein ist es nicht getan. Auf € 100 Brutto-Einnahmen eines Friseurs bleiben nach Abzug aller Kosten € 4,20 als Nettogewinn übrig. Was also muss man kritisch prüfen?
  • 1. Mehr Kunden. 2. Mehr aus seinen Kunden machen. Das hat zwar auch mit 1. zu tun, aber nur begrenzt. Warum hat z. B. ein Mitarbeiter einen vierfach höheren Anteil beim Verkauf als der schwächste Kollege? Wenn für alle ein höheres Gehalt gelten soll, muss sich etwas ändern. Die einfache Formel lautet: Tarifgehalt für Tarifleistungen oder höheres Gehalt für höhere Leistung. Höhere Leistung kann man ebenso an Zahlen messen wie das Gehalt. 3. Verschenkter Umsatz: Kennen Sie und Ihre Mitarbeiter die Kundenkämpfer-Regel? Wir schicken niemals einen Kunden weg, wenn wir ihn im Salon behalten können. Wenn man über einen längeren Zeitraum einmal eine „Kunden pro Tag“-Statistik macht, dann haben die „Machen wir“ im Durchschnitt 1,5 Kunden pro Tag mehr, als die „Im Moment ist schlecht“-Fraktion. Man kann nur Geld ausgeben, das man zuvor eingenommen hat.
  • Entscheidend ist der Wille zur Veränderung: Und ich plädiere nicht für eine Zweiklassengesellschaft bei den Gehältern. Wenn jemand schwächer, wobei auch immer ist, sollte man helfen und auch Geduld haben. Sich auf Dauer bei gewinnlosen Umsätzen einzurichten, muss Auswirkung auf das Gehalt und evtl. Sonderleistungen haben. Wer Hilfe benötigt, und wer noch unter seinen Möglichkeiten bleibt, sollte seine klar strukturierte und zeitlich begrenzte Chance bekommen. Bei allen aufgeführten Punkten ist nicht einer dabei, bei dem man seine Persönlichkeit ändern müsste, der unzumutbar wäre, den man mit etwas guten Willen nicht ändern könnte. Nichts wird von alleine besser.

Autor: Wolf Davids