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Versicherungsabschlüsse prüfen

Digital oder Dialog?

Versicherungsagenten konkurrieren mit den Angeboten im Internet. Michael Wendel, Bundesgeschäftsführer beim Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen e.V. (BVSV e. V.), findet, dass beides, Online-Angebote und Makler, für die Kunden wichtig sind. Das TOP HAIR Experten-Interview.

Versicherungsexperte Michael Wendel :::Fotos: Privat, Shutterstock

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TOP HAIR: Im Grund kann man nahezu jede Versicherung online abschließen – und hat dazu noch den direkten Preisvergleich. Wozu braucht man nun eigentlich noch Versicherungsvertreter?

Michael Wendel: Ja, dieses Thema wird in der Branche gerade heftig diskutiert. Schließt man online ab, oder zieht man einen Berater hinzu? Oft genug nutzen die Kunden beide Wege: Sie lassen sich beraten und schließen dann online ab.

Das erfreut die Versicherungsvertreter einzelner Gesellschaften und Makler natürlich nicht.

Natürlich nicht! Aber reine online-Abschlüsse sind eher untypisch. Sie kommen höchstens bei den Sachversicherungen, etwa bei der Haftpflicht, vor. Denn letztlich ist der Markt für den Kunden viel zu unübersichtlich. Es gibt hunderte Gesellschaften, tausende Tarife, Bedingungen, Einschränkungen und AGB. Da blickt kein Laie durch.

Sie plädieren also ganz klar für den Berater?

Nun ja, online Abschlüsse sind im Grunde nicht verkehrt. Aber man muss sich der Konsequenzen bewusst sein. So kann man bei einem online-Abschluss natürlich nicht erwarten, dass im Schadensfall der Versicherungsvertreter vorbei kommt und sich persönlich kümmert. Warum sollte er?! Er verdient nichts daran. Online ist für die meisten Versicherungsnehmer so lange gut, so lange sie die Versicherung nicht in Anspruch nehmen. Kommt es aber zu einem Schaden, sollte man sich auskennen, wenn man den Fall zufriedenstellend abwickeln will.  

Ein Dilemma, das man wie lösen könnte?

Wir hoffen auf eine Honorarregelung für Schadensfälle, in denen dann eben doch ein Vertreter der Versicherung hinzu gezogen wird, der daran auch verdient. Ohnehin empfiehlt sich bei komplexeren Sachverhalten, das Know-How und die Branchenkenntnisse eines Beraters zu nutzen. Er vergleicht Angebote und Leistungen und findet maßgeschneiderte Lösungen.

Interview und Text: Kordula Küper