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Sozialräume im Friseursalon

Der Pausenraum als Wohlfühl-Oase

Haben Sie den geeigneten Raum für verdiente Erholung? Zum sich einfach mal zurückziehen und Energie tanken braucht es gar nicht so viel, wie man denkt.

Im Pausenraum des „Café Frisör“ darf gechillt werden.

Lichtdurchfluteter Sozialraum im „House of Hair“

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„Pausenräume sind allseits umschlossene Räume, die der Erholung oder dem Aufenthalt der Beschäftigten während der Pause oder bei Arbeitsunterbrechung dienen.“ So definiert es die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dabei kann ein Pausenraum für viel mehr stehen als es die trockene Definition hergibt. Ruheoase, Krafttankstelle, Auszeitplätzchen, Gourmetstube oder Quasselkammer – egal, wie ihn der einzelne Mitarbeiter für sich sieht – ein Rückzugsort, frei von Publikumsverkehr und klingelnden Telefonen, in dem man zur Ruhe kommen kann, um danach wieder kreativ und produktiv zu sein, sollte in keinem Friseurbetrieb fehlen. 

Platz ist in der kleinsten Hütte

Ausreichend Platz für optimale Kundenbetreuung hat Priorität – keine Frage. Dennoch sollte es auch einen Raum für pausierende Mitarbeiter geben. Eine mobile Trennwand als Raumteiler schafft Privatsphäre, wenn der Platz für einen separaten Raum nicht reicht. Ein Tisch, der an der Wand befestigt ist und eventuell hochgeklappt werden kann, eine kleine Küchenzeile und zwei bis drei Sitzgelegenheiten – voilà. Mit ein wenig Inspiration für die Raumaufteilung, vielleicht von einem Innenarchitekten, findet man auch auf kleinstem Raum kostengünstige, realisierbare Lösungen.

Die Pflicht und die Kür

Haben Sie die nötigen Quadratmeter, um einen Pausenraum einzurichten, sind die Möglichkeiten vielfältig. Doch wie wird aus dem Sozialraum „unser Pausenraum“? Stichwort: Farbakzente. Das müssen nicht zwingend farbige Wände sein. Schon Bilder, Regale, Pflanzen und Blumen in bunten Vasen sorgen für eine gemütliche Stimmung. Accessoires, die die Mitarbeiter beisteuern – und wenn es nur ausgefallene Kühlschrankmagnete und Postkarten sind – schaffen persönliches Flair. Die Kür in puncto Ruheraum sind Möbel, die Lounge-Atmosphäre schaffen, oder sogar Mini-Sportgeräte: Sessel, ein Sofa, ein Tischkicker. Das können in einem großen Salon mit vielen Mitarbeitern Highlights sein, die für frische Energie sorgen und den Teamgeist fördern.

Pause & mehr

Im „Café Frisör“ in Hildesheim bot ein Umbau die Gelegenheit, viel Raum für Mitarbeiterrückzugsorte einzuplanen. Inhaber Nils Trojak konnte einige Zeit nach der Nominierung zum TOP SALON 2016 von 65 auf 240 Quadratmeter vergrößern. Die angestiegene Kundenzahl machte sich somit auch für die Mitarbeiter bezahlt. Es gibt im „Café Frisör“ für die Kollegen einen Vorraum mit Spinden, Garderobe und Mitarbeitertoiletten, einen Pausenraum und einen Küchenraum. „Sich zurückziehen und abschalten zu können ist extrem wichtig, um anschließend wieder mit Power für die Kunden da zu sein“, betont Trojak. Deshalb gibt es bei ihm Räume für unterschiedliche Bedürfnisse: Im Raum mit Lounge-Sesseln und Schlafcouch, einem Infoboard und Magnettafel können die Kollegen chillen, sich mal kurz ablegen oder sich über gemeinsame Aktivitäten und mehr informieren. Die Küche ist Genuss-Treffpunkt: „Hier wird auch mal gebacken. Einer bereitet vor, dann darf sich jeder bedienen“, sagt der Chef. Für ihn ist die Gesundheit seiner Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt. Deshalb stellt er nicht nur die entsprechenden Räumlichkeiten für die Regeneration zur Verfügung, sondern unterstützt auch die Kollegen, die sportlich zur Arbeit kommen und so etwas für ihre Gesundheit tun. „Es gibt eine Dusche, denn einige Kollegen kommen mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit.“

Corporate Identity

Das Ambiente, das die Kunden genießen, soll sich auch für die Mitarbeiter wiederfinden – das ist für Kathrin Anton und Catrin Graff von „House of Hair“ wichtig. Ein ansprechender Mitarbeiterraum ist für die beiden Inhaberinnen deshalb ein elementarer Baustein der Unternehmensführung. Der großzügige Salon befindet sich in einem Berliner Altbau. Vom besonderen Flair mit vier Metern Deckenhöhe und französischen Fenstern profitieren auch die Kollegen. „Uns war ein ordentlicher Aufenthaltsraum wichtig, in dem alle Mitarbeiter entspannt ihre Pause genießen können. Denn wenn sich die Kollegen wohlfühlen, zeigt sich das auch im Umgang mit den Kunden“, ist ­Katrin Anton sicher. Der Raum ist multifunktional. Es wird gemeinsam gekocht, Teambesprechungen finden ebenso statt wie kleinere Schulungen. Besonderes Highlight: Vom Pausenraum aus kann man direkt auf die Terrasse und in den kleinen Garten gehen. Allein schon die grüne Oase vor den großen Fenstern hebt die Stimmung, während man beim Kaffee seine verdiente Auszeit genießt.

 

Gesetzter Raum

Geht es um Pausenräume im Betrieb, hat auch das Gesetz ein Wörtchen mitzureden. Paragraph 6 der „Arbeitsstättenverordnung“ schreibt vor: Wenn mehr als zehn Beschäftigte im Unternehmen tätig sind, muss ein Pausenraum vorhanden sein. Dieser muss immer zugänglich und leicht erreichbar sein und der Anzahl an potenziellen gleichzeitigen Nutzern angepasst werden. Es muss Sitzgelegenheiten mit Rückenlehnen und leicht zu reinigende Tische ebenso geben wie die Möglichkeit, etwas zu verzehren. Wichtig: Räume, in denen sich Mitarbeiter erholen, müssen von Arbeitsräumen getrennt sein.

In diesem Zusammenhang spielen bei Friseuren auch die „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ eine Rolle. Denn die besagen zum Beispiel: „Gefahrstoffe dürfen nicht in der Nähe von Lebensmitteln aufbewahrt werden“ und „Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Möglichkeiten zu einer von den Gefahrstoffen getrennten Aufbewahrung der Pausenverpflegung und zum Essen und Trinken ohne Beeinträchtigung der Gesundheit gegeben sind.“ Die Farbmischecke neben der Kaffeemaschine­ oder dem Kühlschrank – geht also gar nicht! Und weiter besagt dieses Regelwerk, dass der Pausen­raum von den Arbeitsbereichen vollständig räumlich getrennt sein muss. Dies sei vorrangig bei Tätigkeiten erforderlich, bei denen die Gefahr einer Kontamination bestehe oder bei Tätigkeiten mit geruchsbelästigenden Stoffen.

 

Autor: Susanne Vetter