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Silikone - hui oder pfui?

Ihr schlechter Ruf hält sich hartnäckig: Viele Kunden stehen mit Silikonen auf Kriegsfuß.

Foto: Shutterstock

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Kaum waren sie auf dem Markt, zum Beispiel in den anfangs sehr angesagten 2-in-1-Schampoos, da wurden schon erste negative Stimmen laut: Silikone würden zwar die struppigste Mähne in eine seidig-glänzende Haarpracht verwandeln, doch um welchen Preis! Sie lagerten sich am Haar an, beschwerten es, mit jeder Behandlung mehr. Außerdem seien sie schuld an misslungenen Dauerwellen und Colorationen, weil sie die chemischen Vorgänge behinderten. Einmal im Haar, seien Silikone, da nicht wasserlöslich, kaum noch zu entfernen. Gelinge es doch, sie auszuwaschen, so belasteten sie als nicht abbaubare Rückstände die Umwelt. All diese Vorbehalte halten sich hartnäckig.

Die Industrie hat die Einwände der Verbraucher ernst genommen und verwendet inzwischen Weiterentwicklungen, bei denen man diese negativen Eigenschaften zumindest abgemildert oder gar ausgemerzt hat. Moderne Silikonöle werden zu Emulsionen, Antischaummitteln, zu Pasten und Fetten verarbeitet und finden Verwendung in zahlreichen medizinischen und kosmetischen Produkten: in Hautschutzsalben, in Zahnpasten oder als Fixateur für Duftstoffe. In Haarpflegeprodukten und Shampoos haben sie vielseitige Funktionen: Sie füllen die Öffnungen der Cuticula, sie glätten die Oberfläche und reduzieren so den Reibungswiderstand beim Frisieren. Die Wirkung kann man unmittelbar erleben: Kämme und Bürsten gleiten leicht durch das Haar, das gesund und glänzend aussieht. 

Bei der Beurteilung von Silikonen in Haarpflegeprodukten empfiehlt sich eine differenzierte Betrachtung. Das ist zunächst einmal die Behauptung, Silikone beeinträchtigten die Wirkung von Dauerwellflüssigkeiten und Colorationen. Die Meinung vieler Experten: Das trifft nicht zu. Die Sperrschicht, die Silikone auf dem Haar bilden, sei dafür nicht stark genug. 

Nachgefragt bei Birgit Huber, Stellvertretende Geschäftsführerin des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW):

„Die Kosmetikhersteller haben die Silikonformulierungen in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt, und mittlerweile kann jeder Haartyp und jede Textur mit einer maßgeschneiderten Auswahl an Silikonen bedient werden.
   In Shampoos werden Silikone gerne eingesetzt, da sie zur Glättung der Haarfaser beitragen, für mehr Geschmeidigkeit, leichtere Kämmbarkeit und mehr Glanz sorgen sowie einer statischen Aufladung entgegen wirken. Anders als die anfänglich eingesetzten Silikone, die sich teilweise schlecht auswaschen ließen und sich am Haar zunehmend anlagerten, kommen heute größtenteils nur noch wasserlösliche Silikone zum Einsatz, die sich gut wieder auswaschen lassen. Zudem wurden Silikone entwickelt, die zielgerichteter wirken und sich ausschließlich an beschädigten Stellen niederlassen. Darüber hinaus sind Silikone gut verträglich. Allergien sind kaum bekannt.
Nach anerkannter Expertenmeinung sind die in Haarpflegemitteln verwendeten Silikone nicht umweltbelastend und werden überwiegend in Kläranlagen herausgefiltert.“

Text: Kordula Küper