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Calligraphy Cut

Wissenschaftlich geprüft

Der Calligraphy Cut schont das Haar und sorgt für ein konstantes Schneideergebnis – das bestätigt eine Studie.

Die neueste Calligraphy Cut Kollektion trägt den Titel "Empower". >< Foto: Calligraphy Cut

Der Calligraphy Cut schont das Haar und sorgt für ein konstantes Schneideergebnis - das bestätigt eine Studie.>< Foto: Calligraphy Cut

Der Erfinder des Calligraphen: Frank Brormann bei der Präsentation seines Tools in New York. >< Foto: Calligraphy Cut

Der Leiter der Studie: Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Peterseim von der FH Münster, Fachbereich Maschinenbau. >< Foto: Wilfried Gerharz

Hier wurde unbehandeltes Haar mit dem Calligraphen gekürzt. >< Foto: FH Münster

So sieht die Schnittfläche aus, wenn unbehandeltes Haar mit dem Messer geschnitten wird. >< Foto: FH Münster

Unbehandeltes Haar wurde hier mit der Schere gekürzt. >< Foto: FH Münster

Coloriertes Haar wurde hier mit dem Calligraphen geschnitten. >< Foto: FH Münster

Die Elektronenmikroskop-Aufnahme zeigt coloriertes, mit dem Messer geschnittenes Haar. >< Foto: FH Münster

Coloriertes Haar unter dem Elektronenmikroskop, das mit der Schere gekürzt wurde. >< Foto: FH Münster

Schnitt mit dem Calligraphen: Elektronenmikroskop-Aufnahme eines gepflegten, colorierten Haares: >< Foto: FH Münster

Gepflegtes, coloriertes Haar, das mit dem Messer gekürzt wurde. >< Foto: FH Münster

Schnittfläche eines gepflegten, colorierten Haars nach einem Scherenschnitt. >< Foto: FH Münster

Calligraphy Cut: Schnittfläche bei grauem Haar. >< Foto: FH Münster

Graues Haar nach einem Messerhaarschnitt. >< Foto: FH Münster

Elektronenmikroskop-Aufnahme eines Scherenschnitts bei grauem Haar. >< Foto: FH Münster

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Können Sie das beweisen? Diese Frage hat Frank Brormann in den vergangenen Jahren oft gehört, wenn er die Menschen von seinem Calligraphy Cut überzeugen wollte.  Er hatte keinen fundierten Beweis – bis jetzt. Eine wissenschaftliche Studie der Fachhochschule Münster, Fachbereich Maschinenbau,  bestätigt, was Brormann immer gesagt hat: Ein Schnitt mit dem Calligraphen sorgt für ein sicheres Schneideergebnis und schont nachhaltig die Haarspitzen.

Das lässt sich beweisen!

„Bislang konnte ich nur die erreichen, die mit Leidenschaft Friseur sind“, berichtet Frank Brormann im Gespräch mit TOP HAIR. Die Friseure in den USA etwa sind vor allem über den Kommerz zu kriegen. Aber auch in Europa, dem Kernmarkt des Calligraphen, fahren vor allem die Franzosen auf Technologie ab. Auch wenn Brormann seine Erfindung inzwischen in elf Ländern vermarktet  - wer da ohne einen wissenschaftlichen Beleg ankommt, hat es schwer.  Der Kontakt zur Fachhochschule Münster, den die Handwerkskammer dem Unternehmer verschafft hat, kam da gerade Recht. Für sie sei das zwar alles logisch, was er ihnen berichte, aber, wenn er möchte, könne man das auch beweisen, boten die Wissenschaftler Brormann an. Und so gab er die Studie, in der die Wissenschaftler mithilfe eines Elektronenmikroskops die Schnittoberflächen von Haaren visualisierten, die mit Schere, Messer oder Calligraph gekürzt wurden, in Auftrag.    Nach einigen Monaten Arbeit liegt das Ergebnis nun vor. Unters Mikroskop kamen jeweils unbehandelte Haare, colorierte, colorierte und geflegte sowie und graue Haare. Die Bilder zeigen anschaulich, dass die Schnittfläche an der Oberfläche des Haares, das mit dem Calligraphen geschnitten wurde, nur sehr geringe Abbrüche und Grate haben. Die Schnittoberfläche ist sehr homogen und glatt. Warum das so ist? In der Studie, die unter Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Peterseim entstanden ist, heißt es dazu:

„Infolge der Konstruktion des Schneidwerkzeuges wird die Schneide der Klinge unter einem bestimmten Winkel zwangsgeführt. Hierdurch ist die Möglichkeit, dass das Haar unter unterschiedlichen Winkeln mit unterschiedlichem Schneidverhalten geschnitten wird, verringert. Des Weiteren ist die Klinge sehr kurz gefasst, kann somit kaum unter Belastung nachgeben. Dadurch wird der lokale Schnittwinkel kaum oder gar nicht ungewollt verändert, wodurch der Schneidvorgang konstant bleibt. Die lokalen Schnittparameter während des Trennens sind somit eher reproduzierbar konstant, wodurch eine geringe zufällige Strukturierung der Schnittoberfläche auftritt.“

Glänzend wie ein Diamant

Okay, die Schnittoberfläche ist nun also besonders glatt, wenn das Haar mit dem Calligraphen gekürzt wurde. Aber was heißt das für das Haar und die Frisur? Durch den konstanten Winkel mit dem das Haar geschnitten wird, erhält es einen gezielten Bewegungsimpuls und wird flexibler und elastischer. In der Spitze kann das Haar mehr Licht reflektieren und glänzt dadurch mehr – wie bei einem angeschliffenen Diamanten, vergleicht Brormann. Die vergrößerte Oberfläche der Haarspitze sei außerdem in der Lage, mehr Pflege aufzunehmen. Durch die sehr glatte Schnittoberfläche neige das Haar weniger zu Spliss und, werde es nach dem Schnitt versiegelt, finde neuer Spliss auch erst viel später statt. „Die Frisur hält länger“, weiß Brormann aus Erfahrung, „und lässt sich leichter stylen“.

Unabhängig von der Studie, ist sich  Brormann sicher, dass die Kunden bereits den Haarschnitt als entspannenden Moment wahrnehmen und nicht wie bislang nur die Kopfmassage beim Haarewaschen. „Jeden Schnitt spürt man auf der Kopfhaut wie eine sinnliche Berührung“, sagt Brormann und verspricht: „Die meisten Kunden haben Angst vorm Haarschneiden - das brauchen sie jetzt nicht mehr.“ Das Eregbnis der Studie kann auch Axel Meininghaus, Leiter der Meininghaus-Akademie für Friseure, aus seiner Erfahrung bestätigen: „Man kann den Fall der Haare mit dem Calligraphen beeinflußen, das Haar sozusagen aktivieren. Auch die Kunden merken, dass das Haar durch die ovale Schnittstelle in die gewünschte Richtung fällt.“ Hat den Erfinder Brormann ein Ergebnis der Studie selbst noch überrascht? Ja, gibt Brormannn zu: „Ich habe immer gesagt, der Calligraph ist für feines Haar, da habe ich meine Nische gesehen. Doch die Studie zeigte jetzt, dass kräftige, dickes Haar gar keine Fehler verzeiht, wenn es um die Schnittoberfläche geht. Fehler multiplizieren sich da.“ Dass die Studienergebnisse so konstant ausfallen, sei auch der zweiten Generation des Calligraphen „The 21“ zu verdanken. Mit der ersten Generation wäre das in dieser Konstanz wahrscheinlich nicht möglich gewesen, gibt Brormann zu.

Calligraph wird kein Massenprodukt

Auf die kritische Stimmen, er wolle der Schere eine Kampfansage machen, reagiert Frank Brormann mit einem Seufzen: „Mein Traum hat sich erfüllt und wir sind jetzt auch in New York vertreten, aber:  Der Calligraph wird nie ein Massenprodukt sein, das will ich auch gar nicht. Die Schere wird immer da sein, die werde ich nie vom Markt verdrängen.“ Das Marktpotenzial seiner Erfindung schätzt er auf 1 Prozent. „Und es gibt Formen und Strukturen, da muss ich die Schere nehmen. Aber der Callgraphy Cut ist eine neue Möglichkeit, die neue Chancen eröffnet und zu neuen Diskussionen in der Branche anregt. Das ist gut so.“   Im Stillen arbeitet der Vater des Calligraphen übrigens bereits schon an einem neuen Modell. In dieses sollen die Erfahrungen der Friseure aus dem Ausland einfließen.

 

Weniger anfällig für Fehler

 

Was haben Maschinenbauer mit Haaren zu tun? Der  Leiter der Studie, Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Peterseim, klärt auf.

Haare und Maschinenbau?:
Der Fachbereich Maschinenbau forscht an allem, was irgendwie mit Maschinenbau zu tun hat. „Wir arbeiten hier im Labor Werkstofftechnik“, erklärt Professor Jürgen Peterseim im Gespräch mit TOP HAIR. „Das heißt, wir betreiben Materialkunde für Maschinenbauer und klären Fragen wie: Wann nimmt man welchen Stahl oder Aluminium usw.“ Ein Schwerpunkt liegt in der Werkstoff-Analytik. Das kann eine mechanische Untersuchung sein, ein Material wird etwa zerrissen, oder es wird in den Werkstoff hinein geschaut. „Das lässt sich auch mit biologischen Strukturen machen. Für uns sind die Haare deshalb hochinteressant für eine Materialuntersuchung.“

Die Studie:
Die FH Münster erstellt Studien für die unterschiedlichsten Unternehmen – so auch für den Calligraphy Cut. Gearbeitet wurde mit dem Elektronenmikroskop, weil dieses eine Oberfläche sehr genau abbilden kann. Würde man ein normales Mikroskop nutzen, wäre diese präzise Darstellung nicht möglich. Und: Mit dem Elektronenmikroskop kann bis auf das 50.000-fache vergrößert werden. Beim Mikroskop ist bei einer 1.000-fachen Vergrößerung Schluss, erklärt Prof. Peterseim. Die Anforderung an Auftraggeber Frank Brormann war, die zu untersuchenden Haarproben zu liefern und dafür zu sorgen, dass die Schnittflächen nach dem Schnitt nicht mehr beschädigt wurden. In kleinen durchsichtigen Probetütchen lieferte er sie-  an der unkritischen Stelle zusammengeklebt - im Labor ab. „Von jedem Büschel Haare haben wir dann fünf, sechs Haare herausgenommen und präpariert“, erklärt Peterseim. Das heißt: Die Haare wurden mit einer hauchdünnen metallischen Schicht – in diesem Fall war das Gold – überzogen, damit im Elektronenmikroskop ein Bild der Schnittfläche sichtbar gemacht werden kann. Das wäre sonst bei einem nicht elektrisch leitenden Material, wie es das Haar ist, nicht möglich. Nach mehrminütiger Bedampfung mit Gold kamen die Haare ins Mikroskop. Neben dem Bild, das dann entstand, wurden auch Schnittfläche und -winkel vermessen. Pro Haartyp und Schneidewerkzeug – insgesamt wurden 24 Kombinationen untersucht - waren die Wissenschaftler damit zwei Tage beschäftigt. So arbeiteten sie mehrere Monate an der Studie.

Fachliche Interpretation: Die verschiedenen Schneidewerkzeuge reagieren beim Schneiden unterschiedlich.

Schere: Bei der Schere treffen sich die Schneiden in der Mitte, sie fahren übereinander, das Haar wird in der Mitte quasi zerfetzt. Das ist vergleichbar mit dem Stanzen, wie man es aus der Fertigungstechnik kennt.
Messer: Das Messer ist meist schärfer und feiner. Aber: Der Friseur hat den Winkel, mit dem er schneidet, nicht so ganz unter Kontrolle. Und das Messer verformt sich elastisch, wie man es auch vom Schneiden von Gemüse mit einem Gemüsemesser kennt. Dadurch kann die Gefahr gegeben sein, dass das Messer eher schiebt, als dass es schneidet: „In solch einem Fall würde das Haar eher abgeraspelt“, erklärt Peterseim.
Calligraph: Die Klinge ist sehr kurz gefasst und kann sich dadurch nicht stark elastisch verformen und der Calligraph hat einen festen Winkel. Durch diese Konstruktion des Werkzeuges fällt das Flattern weg, wie man es beim Messer erlebt. „Deshalb schneidet der Calligraph relativ glatt durch, wenn er auf den Widerstand der Haare trifft. Durch seine Konstruktion werden die Parameter konstanter gehalten und der Calligraph ist weniger anfällig für Fehler“, lautet die Interpretation des Ergebnisses von Prof. Jürgen Peterseim.

 

Text: Yvonne Rieken