HAAR – MACHT – LUST: Eine faszinierende Ausstellung über die Bedeutung von Haar

15. April 2026
Ein farbig gestreiftes Plakat mit den Worten Haar - Macht - Lust und einer Bildcollage mit Haaren
Visual der Ausstellung HAAR - MACHT - LUST // © Kunsthalle München

Haare sind viel mehr als Mode – sie stehen seit Jahrhunderten für Schönheit, Identität und gesellschaftliche Trends. Die Kunsthalle München widmet sich diesem faszinierenden Thema mit der Ausstellung HAAR – MACHT – LUST, noch bis zum 4. Oktober 2026.

Inhaltsübersicht

Mit HAAR – MACHT – LUST präsentiert die Kunsthalle München eine Ausstellung, die die vielfältigen Bedeutungen von Kopf- und Körperhaar ganz genau in den Blick nimmt. Zu sehen sind rund 200 Werke, die zeigen, wie Frisuren von der Antike bis heute Ausdruck von Mode, Status und Selbstinszenierung sind – und damit auch die Kulturgeschichte des Friseurhandwerks erzählen.
Die Ausstellung zeigt Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Schmuckstücke, Möbel, Designobjekte und Couture-Kreationen aus bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Prado, dem Louvre oder dem Rijksmuseum.

Frisuren als Zeichen von Rolle und Identität

Frisuren spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Kommunikation von sozialem Status und gesellschaftlichen Normen. Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken – und bis heute gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung und Zugehörigkeit. Die Gestaltung von Kopf- und Körperhaar prägt dabei auch Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle – indem sie diese bestätigt, hinterfragt oder, wie etwa im Drag, bewusst überzeichnet. Anhand von Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstlerinnen und Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur.

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Zwischen Anziehung und Abschreckung

Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Sie stehen für Schönheit und Attraktivität, aber auch für Widersprüchlichkeit. In Darstellungen von Figuren wie Maria Magdalena oder Medusa verkörpern sie zugleich Anziehung und Abschreckung. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.

Haar als Ausdruck von Freiheit und Widerstand

Gleichzeitig zeigt der Rundgang durch die Ausstellung, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Auch die Haarstruktur – etwa bei Coily Hair – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare abzuschneiden.

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Ausstellung plus Live-Events

Ein farbig gestreiftes Plakat mit den Worten Haar - Macht - Lust und einer Bildcollage mit Haaren

Die Ausstellung:
Noch bis zum 4. Oktober 2026
in der Kunsthalle München, direkt beim Marienplatz.

Infos zu Tickets gibt’s hier.

Plus: Live Friseur-Events auf der Plaza der FÜNF HÖFE

Donnerstag, 7. Mai 2026, 10–17 Uhr
Gong 96.3 Rapunzel-Challenge: Haare ab für den guten Zweck: Bei der Rapunzel-Challenge werden Haare gespendet, aus denen anschließend Echthaarperücken entstehen. Die Rapunzel-Challenge gilt als größte Haarspende-Aktion Deutschlands.

Eine Schale mit vielen abgeschnittenen Zöpfen
Zöpfe, die bei der Rapunzel-Challenge gespendet wurden // FOTO: Gong 96.3

Montag, 21. bis Mittwoch, 23. September 2026
Flechtfrisuren für die Wiesn: Perfekt gestylt aufs Oktoberfest: Stefan M. Pauli und sein Team von SALONPAULI zeigen, wie im Handumdrehen elegante oder verspielte Flechtfrisuren entstehen. Besucher:innen können sich direkt vor Ort für ihren Wiesn-Besuch frisieren lassen.

Danach gibt es die Ausstellung in veränderter Form noch vom 14. November 2026 bis 18. April 2027 im Augustinermuseum Freiburg.

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