Ausbildungsperspektiven 2026

04. August 2026
Lehrerin von hinten vor einer Schulklasse mit Jugendlichen
Ausbildungsperspektiven 2026/ Foto: AdobeStock_Monkey Business

Die Bertelsmann Stiftung befragte Jugendliche und veröffentlichte im Juli eine Studie zur aktuellen Ausbildungssituation

Inhaltsübersicht

In einer rund 50 Seiten starken Studie beschäftigt sich die Bertelsmann Stiftung mit dem Thema Ausbildung und befragte dazu sowohl junge Menschen am Übergang von Schule in Beruf, als auch Auszubildende.

Die wichtigsten Ergebnisse: Die Ausbildung ist die beliebteste nachschulische Bildungsoption und wird von fast 90 Prozent der Befragten als gute Basis für die berufliche Karriere gesehen. Allerdings: Je niedriger das Schulbildungsniveau, desto pessimistischer die Einschätzung der persönlichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Von den Befragten mit niedrigem Schulbildungsniveau sind nur zwei von fünf zuversichtlich. Die Mehrheit bewertet das Informationsangebot als ausreichend. Schüler*innen mit niedrigem und mittlerem Bildungsniveau sind tendenziell besser über Ausbildungsberufe informiert als Gymnasiast*innen, die sich häufiger mehr Unterstützung wünschen.

Hohe Zufriedenheit der Azubis

Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden und würden sich erneut für ihren derzeitigen Ausbildungsberuf entscheiden. Ausbilder*innen, Lehrer*innen, Kolleg*innen und Ausbildungsqualität werden überwiegend positiv bewertet. Entscheidendes Kriterium für
die Wahl ihres Ausbildungsberufs war für die Azubis die Perspektive auf einen sicheren, interessanten und gut bezahlten Job. Bei der Wahl eines Ausbildungsbetriebs spielten das gute Betriebsklima und die Erreichbarkeit
eine entscheidende Rolle.

Ausbildungsabruch als Option

Trotz hoher Zufriedenheit steht knapp jedes vierte Ausbildungsverhältnis
auf dem Prüfstand. 23 Prozent der Azubis haben schon einmal daran gedacht, ihre Ausbildung abzubrechen. Überdurchschnittlich häufig betrifft dies Azubis mit hoher Schulbildung und Azubis mit Abbrucherfahrung.
Schlussfolgerungen aus der Studie: Das Interesse junger Menschen an Ausbildung ist groß und die große Mehrheit der Auszubildenden ist mit ihrer Ausbildung zufrieden. Zugleich zeigen die Ergebnisse deutlichen Handlungsbedarf: Viele junge Menschen blicken skeptisch in ihre berufliche Zukunft, fühlen sich unzureichend orientiert oder finden trotz Interesse keinen Ausbildungsplatz. Auch unter zufriedenen Auszubildenden denkt
ein relevanter Anteil über einen Abbruch nach. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Attraktivität der dualen Ausbildung weiter zu stärken, unter anderem, indem zufriedene Auszubildende als authentische und glaubwürdige Multiplikator*innen eingebunden werden. Berufliche Orientierung sollte zielgruppenspezifischer, individueller und passgenauer gestaltet werden – insbesondere für formal hoch qualifizierte Schüler*innen. Die Resilienz der Auszubildenden sollte gezielt gestärkt werden, um Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.

Ausbildung im Friseurhandwerk: Wie ist die Lage?

Der Zentralverband Friseurhandwerk berichtet über eine besonders erfreuliche Entwicklung in Sachen NachwuchsNach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung wurden 2025 bundesweit 7.497 neue Ausbildungsverträge im Friseurhandwerk abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden stieg weiter an. Mit 14.621 Auszubildenden verzeichnete die Branche ein Wachstum von 5,3 Prozent. Bereits 2024 war erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder ein Anstieg registriert worden. Der positive Trend setzt sich damit fort und gewinnt an Dynamik. Zudem wächst der Anteil männlicher Auszubildender kontinuierlich. Mittlerweile liegt er bei 36,8 Prozent. Im bundesweiten Ranking der ausbildungsstärksten Berufe verbesserte sich das Friseurhandwerk auf Platz 16 und zählt insbesondere bei jungen Frauen weiterhin zu den beliebtesten Ausbildungsberufen.

Alle Ergebnisse der Bertelsmann-Studie zur aktuellen Ausbildungsperspektive aller Ausbildungsberufe, den einzelne Tabellen und Details unter: www.chance-ausbildung.de/jugendbefragung2026

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