Unternehmensnachfolge

In gute Hände abzugeben

Das aus eigener Kraft aufgebaute Unternehmen einem Nachfolger zu überlassen, fällt schwer. Rechtzeitig geplant kann es ein guter Schritt in eine finanziell abgesicherte Zukunft sein.

Eine Unternehmensübergabe will gut durchgeplant sein >< Foto: Shutterstock

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Unternehmensnachfolge ist fast schon ein Tabuthema. Denn viele wollen es nicht wahrhaben, sagen mit 70: „Ein paar Jahre gehen noch.“ Nicht umsonst müssen oft selbst wirtschaftlich gesunde, mittelständische Unternehmen aufgelöst werden, weil die Nachfolge nicht rechtzeitig geplant wurde oder es an einer durchdachten Umsetzung haperte. Nach Hochrechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn steht im Zeitraum 2018 bis 2022 in etwa 150.000 Unternehmen eine Nachfolge an. Sicher ist: Das, was man selbst als sein Lebenswerk aufgebaut hat, in andere Hände abzugeben, bedeutet einen großen Einschnitt. Zum einen emotional, zum anderen natürlich betriebswirtschaftlich, steuerlich und rechtlich. Doch gut und systematisch mit Weitblick geplant, kann die Unternehmensübergabe ein wichtiger Aspekt in der Altersvorsorge sein, den eigenen Mitarbeitern den Arbeitsplatz sichern, und für den Betrieb einen neuen Lebensabschnitt bedeuten

Nicht ohne meinen …

Ohne Experten und den Blick von außen sollte man sich nicht an das Projekt wagen: Steuerberater, Rechtsanwalt, die Hausbank, aber auch Kammern und Unternehmensberatungen sind wertvolle Spezialisten, wenn man die Unternehmensnachfolge plant. Beziehen Sie sie deshalb von Anfang an in den Prozess mit ein und lassen Sie sich intensiv beraten.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Hat man sich dazu entschlossen, das Geschäft in den kommenden Jahren abzugeben, sollte man die Möglichkeiten sondieren. Dies können zum Beispiel sein:

  • Familienmitglieder führen das Geschäft weiter
  • Mitarbeiter übernehmen den Salon
  • Verkauf an einen Dritten, der als Unternehmer weiterführt

Wägen Sie ab, was für Sie und Ihr Unternehmen in Frage kommt

Der Prozess braucht Zeit

Seien Sie sich bewusst: Der Prozess einer Unternehmensübergabe kann durchaus zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Gehen Sie das Thema rechtzeitig und offen an. Gerade wenn es ein Führungswechsel wird, sprechen zwei Komponenten für eine weitsichtige Planung:

  1. Der Nachfolger muss umfassend mit den Geschäftsabläufen und Aufgaben vertraut gemacht werden.
  2. Die Entwicklungspotenziale des Unternehmens spielen eine immer größere Rolle bei der Kreditvergabe. Mit einem attraktiven, gut laufenden Geschäft wird Ihr Nachfolger bessere Chancen haben, sich Kapital bei der Bank zu beschaffen.

Damit es sich auszahlt

Um die Unternehmensübergabe zu einer soliden Ergänzung für Ihre Altersvorsorge werden zu lassen, müssen Sie sich im Klaren darüber sein, wie das Ganze finanziell für Sie ausgehen soll. Zentrale Frage: Was ist mein Unternehmen eigentlich wert, wenn ich aussteigen will? Auch hier: Lassen Sie sich von Experten beraten und fixieren Sie alles schriftlich – auch mit Familienmitgliedern. Dazu gehört eine Vereinbarung von Übergabe- und Zahlungsmodalitäten, eventuell Festlegung eines Kaufpreises oder auch die Regelung von Erbansprüchen. Egal, ob Ihr Unternehmen an einen externen Nachfolger geht oder ob ein Familienmitglied übernimmt: Überlegen Sie, welche Form der Gegenleistung für Ihre Altersvorsorge passt. So kann der Kaufpreis eine Einmalzahlung sein, er kann in Form von Kaufraten gezahlt oder als Rente dauerhaft entrichtet werden. Und wenn Sie noch eine Zeit lang gemeinsam mit dem Nachfolger im Betrieb arbeiten: Vereinbaren Sie Arbeitszeit, Verantwortlichkeiten und Bezahlung schriftlich.

Info:

Auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) kann man sich eine umfassende Broschüre zum Thema „Unternehmensnachfolge“ bestellen oder downloaden. Einfach auf der Startseite des BMWi den Suchbegriff „Broschüre Unternehmensnachfolge“ eingeben.