Foto: Zentralverband Friseurhandwerk | Bernward Bertram

29.05.2019

Der Umsatz im Friseurmarkt ist um 2,4 Prozent gestiegen

Positive Entwicklung: 2017 ist der Umsatz im Friseurmarkt um 2,4 % auf mehr als sieben Milliarden Euro gestiegen. Das teilte ZV-Präsident Harald Esser auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Mitgliederversammlung in Frankfurt mit.

Im Schnitt gaben Frauen 53 Euro für den Friseur aus, bei den Männern waren es 21 Euro – mit steigender Tendenz. Die 230.000 Beschäftigten im Friseurhandwerk sind vor allem als Style-Berater und Farbexperten gefragt. Die Preise stiegen 2018 um 2,2 % und werden laut ZV auch weiterhin moderat ansteigen. Vor allem der umkämpfte Mitarbeitermarkt sei dafür verantwortlich: Starker Wettbewerb um Mitarbeiter sorgt für höhere Lohnkosten, die sich dann in den Preisen niederschlagen. Auch für die nächsten Jahre rechnen die Branchenvertreter damit, dass es wirtschaftlich aufwärts geht. Vor allem klassische Familienbetriebe konnten am Markt gewinnen, berichtete Jörg Müller, ZV-Hauptgeschäftsführer. Der Grund dafür sei die handwerklich hochwertige Ausbildung und die Kontinuität. Die Atomisierung durch Klein- und Kleinstbetriebe sorge jedoch für ein verzerrtes Bild des Friseurhandwerks.
Rückläufig war 2018 erneut die Zahl der Auszubildenden: 20.982 zählte die Friseurbranche (minus 4,7 %) in mehr als 80.000 Betrieben. Dennoch zähle der Friseurberuf immer noch zu den beliebten Ausbildungsberufen – und das nicht nur bei den Frauen: Von 2017 auf 2018 stieg der Anteil der männlichen Azubis um 14,3 % auf 2.503.

Die Pressekonferenz wurde auch genutzt, um die aktuelle Frühjahrs-Sommer-Kollektion des ZVs nochmals der Publikumspresse zu präsentieren: Angelehnt an die 70er-Jahre präsentierten ZV Art Director Antonio Weinitschke und Mode Akteur Julian Wagner die tragbaren Looks an vier Modellen.

Neben den Berichten der einzelnen Ausschüsse im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung, beschäftigten vor allem die Themen Mindestausbildungsvergütung und Ausnahmegenehmigungen die Mitglieder. Zu Gast war auch ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer, der eine politische Grundsatzrede hielt, an deren Ende er ZV-Präsident Harald Esser für „seine hervorragenden Dienste für das Handwerk“ mit dem Handwerkszeichen in Gold ehrte. Es ist die höchste Auszeichnung, die das deutsche Handwerk zu vergeben hat.

Esser selbst nahm auch zwei Ehrungen vor: So erhielt der ehemalige Schulleiter der Friseurfachschule Oldenburg und Ehrenlandesinnungsmeister NiedersachsenKarl-Otto Schöne (im Bild 2.v.l.) die Ehrenmedaille des Deutschen Friseurhandwerks für sein Lebenswerk. Ebenfalls mit der Ehrenmedaille des Verbands ausgezeichnet wurde Michael Johnigk (Vorstandsmitglied Signal Iduna, im Bild 2.v.r.) für seine langjährigen Verdienste im Friseurhandwerk.