Lassen Sie los!

 

Regeln Sie die Nachfolge frühzeitig, dann wissen Sie Ihr Lebenswerk in guten Händen

Wenn Sie sich noch keine Gedanken gemacht haben, wer Ihren Salon einmal weiterführen soll, dann gehören Sie möglichweise zu den 43 Prozent der Chefs, die sich nur schwer von ihrem  Unternehmen  trennen können. Denn das Hinausschieben der Betriebsübergabe ist nur allzu menschlich. Warten, bis man das Rentenalter erreicht hat oder durch Unfall bzw. Krankheit gezwungen wird, von heute auf morgen einen Nachfolger zu finden, sollte man vermeiden. Jedes Jahr suchen rund 70.000 mittelständische Unternehmen einen Nachfolger, schätzt das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM). An der erfolgreichen Weiterführung der Betriebe hängen fast 700.000 Arbeitsplätze. Doch allzu oft scheitert die Übergabe und jährlich müssen rund 6.000 Firmen schließen.

Was machen die Kinder?

Die Nachfolgefrage trifft jeden Betriebsinhaber mindestens einmal im Leben. Immerhin 90 Prozent der 3,4 Millionen Unternehmen in Deutschland sind inhabergeführt. Und diese wünschen sich meist, dass die Kinder das Erbe antreten. Doch Söhne und Töchter wollen nicht immer in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Ihr jugendliches Alter und die eigene Lebens­planung stehen dem oft genug im Weg. In Deutschland übertragen laut IfM nur noch 44 Prozent der Eigner ihre Unternehmen innerhalb der Familie. Manche Chefs fahren zweigleisig und haben einen Plan B in der Schublade liegen, falls der Junior abspringt. Dieser Plan beinhaltet dann zum Beispiel den Verkauf des Unternehmens, die Übernahme durch einen Mitarbeiter oder durch einen außenstehenden Interessenten. Für viele Chefs ein Horror, dass ein Fremder das über Jahre aufgebaute Lebenswerk fortführt. Aber da müssen sie durch.

Es kostet Überwindung loszulassen, ist aber ein notwendiger Schritt. Neben Ihren eigenen Befindlichkeiten müssen Sie als Chef in erster Linie das Wohl des Betriebes und der Mitarbeiter im Auge haben. Sie sind Ihr wichtigstes Kapital, und für sie ist es mindestens genauso schwer, wenn ein neuer Chef kommt. Was also ist zu tun? Egal, für welche Form der Übergabe Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass in allen Fällen das Prozedere rechtzeitig vorbereitet und mit Fachexperten abgesprochen sein sollte. Erste Anlaufstellen können hier die Handwerkskammern, der Steuerberater oder Rechtsanwalt sein. „Holen Sie sich jeden Experten ins Boot, den sie bekommen können“, rät Matthias Hermsdorf, Nachfolgemoderator bei der Handwerkskammer Karlsruhe.

Die Erbfolge

Die externe Übergabe mag der häufigere Fall sein, die Familiennachfolge ist mit Sicherheit der emotionalere, da die Erwartungen der Eltern an die Kinder meist hoch sind. Beide Möglichkeiten bedürfen der intensiven Vorbereitung. Kinder haben den Vorteil, dass sie den elterlichen Betrieb und seine Besonderheiten kennen. In den meisten Fällen geht das Unternehmen in Form der vorweggenommenen Erbfolge bzw. Schenkung auf die nächste Generation über. Das ist der Idealfall. Der Nachfolger erhält dabei den Betrieb unentgeltlich. Möglich ist auch die schrittweise Übertragung durch Beteiligung an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft, die Übertragung per Testament bzw. Erbvertrag (gewillkürte Erbfolge) oder die gesetzliche Erbfolge.   

Für den Notfall gerüstet

Auf den folgenden Seiten finden Sie Beispiele und Tipps, die helfen sollen, über Ihre eigene Situation nachzudenken. Ein Anfang wäre zum Beispiel, einen „Notfallkoffer“ zusammenzustellen, der auch im Unglücksfall hilft. In den gehören u. a. Vollmachten, Verträge, Infos zu Kundenstrukturen, Dokumentenmappe mit Bankverbindungen, Passwörter sowie ein Testament. Los geht’s!

 

Stichwort Erbschaftssteuer:

Seit 1.1.2010 gelten nach einer Reform neue Bestimmungen. Inwiefern diese für Sie relevant sind, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Steuer- oder Unternehmensberater klären. So kann z. B.  ein Unternehmen komplett steuerfrei von einer Generation auf die nächste übergehen. Bei kleineren Betrieben ist das wegen der Freibeträge kein Problem. Entscheidend ist das sogenannte „Verwaltungsvermögen“.

 

Bei Familie Ladiges wird offen über die Unternehmensnachfolge gesprochen