Unternavigation:
Jeder Cent zählt

- Es geht es um Ihr Geld. Foto: shutterstock
Sprechen Sie jetzt mit Ihrer Bank und bereiten
Sie sich auf „Basel III“ vor
Während die Auswirkungen der künftigen Eigenkapitalerhöhung bei den Banken („Basel III“) derzeit fast ausschließlich aus der Sicht der Kreditinstitute dargestellt werden, scheinen die Folgen für Betriebsinhaber kaum der Rede Wert zu sein. Wer als Friseurin oder als Friseur die zu erwartenden Folgen aus betrieblicher Sicht unterschätzt, wird sich bald eines Besseren belehren lassen müssen.
Banken werden reagieren
Der Zusammenhang ist schnell erklärt: Ein höheres Eigenkapital, das von den Banken grundsätzlich verzinst werden muss und nicht für weitere Kredite verwendet werden darf, bedeutet naturgemäß keine zusätzlichen Zinserträge, sondern höhere Kapitalkosten. Es bedarf keiner großen Fantasie, dass die Bankenbranche entweder an der sprichwörtlichen „Zinsschraube“ drehen wird und/oder dass sie bei künftigen Kreditvergaben noch mehr als bisher die Vergaberichtlinien verschärfen wird, um Ausfallrisiken und damit Wertberichtigungen bzw. Abschreibungen auf ihre Kreditforderungen zu verringern.
Konsequent überprüfen
Betriebsinhaber sollten bereits jetzt handeln und folgende Punkte prüfen:
1. Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme aller Verbindlichkeiten einschließlich des Bar-Kredites auf dem Geschäftskonto gegenüber allen beteiligten Banken. Bei Darlehen sollten sowohl die Anfangsbeträge als auch die durch Tilgungen reduzierten Kreditsalden ermittelt werden.
2. Im nächsten Schritt werden die im Laufe der Jahre den Banken zur Verfügung gestellten Kreditsicherheiten zusammengefasst und bewertet. Hilfestellung bietet dazu die Kreditsicherheitentabelle.
3. Durch die jetzt folgende Gegenüberstellung der aktuellen Kreditsalden mit den bewerteten Sicherheiten zeigt sich, ob „stille Reserven“ bestehen. Dies ist durch die regelmäßigen Darlehenstilgungen durchaus üblich. Vorteil für den Kreditnehmer: Er kann den freien Sicherheitenanteil als Verhandlungsgrundlage zu Zinssatzverbesserungen nutzen und/oder zusätzlich für weitere Kredite bei der gleichen oder einer anderen Bank einsetzen.
4. Schwachpunkt einer Gesamtfinanzierung ist meist der Bar- oder Überziehungskredit auf dem Geschäftskonto. Da er grundsätzlich von beiden Seiten jederzeit kündbar ist und variabel verzinst wird, ist seine Planungssicherheit für den Unternehmer begrenzt. Es gibt aber Alternativen wie den Geldmarkt- oder Eurokredit, der sowohl mit einer festen Laufzeit als auch mit einem festen Zinssatz angeboten wird.
5. Bei betrieblichen Darlehen sind Verhandlungen einfacher. Ein sogenanntes „Voraus- oder Forward-Darlehen“ sorgt dafür, die Verlängerung bereits laufender Darlehen nicht erst zu einem späteren Ablauftermin, sondern schon beim heute nach wie vor niedrigen Zinsniveau sicherzustellen. Um die dabei anfallenden Kosten (je nach Bank unterschiedlicher Zinsaufschlag) möglichst gering zu halten, ist ein sorgfältiger Preisvergleich erforderlich. Wenn Sie dagegen bis zum jeweiligen Ablauftermin mit den Verhandlungen warten, können sich die Kreditbedingungen zu Ihren Lasten verändert haben.
6. Veränderungen sind ebenfalls bei den Ratings oder Scorings möglich. Mit diesen Bewertungsverfahren wird vor allem die betriebswirtschaftliche Situation des jeweiligen Kreditnehmers bzw. des Betriebs beurteilt.



