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Neuer Service-Star

- Thomas Kühn Foto: privat
Nicht nur etwas für Elektronik-Freaks: Gute Gründe für die neuen Tablet-PCs
Als Steve Jobs vor einigen Wochen das neueste Produkt von Apple vorstellte, war mir sofort klar, dass ich diesmal keine Verwendung dafür haben würde. Meiner Ansicht nach war das iPad lediglich ein elektronisches Spielzeug – mit hübscher Optik zwar, aber, weil ausgestattet mit den bereits bekannten Funktionen aus dem iPhone, keine echte Innovation und deshalb nur eine weitere nette Spielerei für Elektronik-Freaks. Brauchte ich das? Ganz sicher nicht! Doch: So kann man sich irren!
Antwort auf viele Fragen
Szenenwechsel, Zoom direkt ins Hirn eines aktiven Friseurunternehmers. Wir befinden uns diesmal in der Abteilung Marketing. Hier gibt es vielfältige Problemstellungen.
„Warum sehen unsere liebevoll gestalteten Frisurenmappen schon nach kurzer Zeit so abgegriffen aus?“ „Ein eigenes, speziell auf uns zugeschnittenes Salonmagazin wäre prima, aber wie vermeide ich die hohen Kosten, die eine kleine Auflage unweigerlich mit sich bringt?“ „Wie erinnere ich Kunden immer mal wieder auf ansprechende aber unaufdringliche Weise an Zusatzleistungen, die wir sonst noch anbieten?“ Jedem von uns sind solche Gedankengänge bekannt. Ich werde, nur um das klarzustellen, weder von Apple geschmiert (schade eigentlich...), noch bin ich mit einer der Schlüsselpersonen aus Cupertino (Anm.d.Red.: Sitz des Unternehmens in Kalifornien) verwandt oder verschwägert – trotzdem preise ich das iPad als Antwort auf die gerade gestellten Fragen.
Vielfältig einsetzbar
Der sogenannte Tablet-PC ist das ultimative Kommunikationswerkzeug und seine Anwendungsmöglichkeiten im Salon sind vielfältig. Am einfachsten und schnellsten zu bewerkstelligen ist der Einsatz als Frisurenkatalog. Ob eigenes oder fremdes Fotomaterial, hiermit lassen sich die Bilder so elegant wie nie zuvor präsentieren. Nicht nur, dass „Eselsohren“ und zerfledderte Seiten nun kein Thema mehr sind, bietet das elektronische Display zusätzliche, bisher nicht gekannte Vorteile. Alle Bilder haben nun einheitliches Format, Details können mittels Berührung vergrößert werden und durch die Hintergrundbeleuchtung wirken alle Aufnahmen lebendiger und ansprechender. Schon sehr bald wird es möglich sein, Frisurenfotos in jede beliebige Richtung zu drehen und dem Betrachter („So sieht die Ponyfrisur von hinten aus!“) verschiedene Ansichten zu bieten. Die Technik dafür existiert bereits, fehlt nur noch das pfiffige Unternehmen, das die entsprechenden Kollektionen auf diese Weise fotografiert und zum Herunterladen anbietet.
Auf Erscheinungsbild achten
Genauso mühelos lässt sich, mit ein wenig Übung und unter Zuhilfenahme eines Präsentationsprogramms wie „Power Point“ oder „Keynote“, eine virtuelle Kundenzeitung erstellen. Wer kein Händchen für Grafik hat, lässt sich von seinem Webmaster ein Layout erstellen. Was schon deshalb eine gute Idee ist, weil – Stichwort „Corporate Design“ – Internetauftritt und alles, was auf dem Lesegerät erscheint, ein einheitliches Erscheinungsbild haben sollten.
Aktionen, Preislisten oder detaillierte Produktinformationen können ebenfalls über das Lesegerät kommuniziert werden. Kapazitätsgrenzen gibt es keine, im Speicher ist sogar Platz für Urlaubsbilder, falls man zu den Kollegen gehört, die auch diese Freuden gerne mit der Kundschaft teilen.
Welche Informationen auch immer mit dem Gerät vermittelt werden sollen, wichtig ist eine optisch ansprechende Aufbereitung des Materials und, auch wenn, anders als bei Drucksachen, zusätzliche Seiten nichts kosten, eine sinnvolle Beschränkung aufs Wesentliche. Denn nicht nur auf der Showbühne, auch im Salon ist es unklug, das Publikum zu langweilen.
Handlicher Berater
Seine Internetfähigkeit schließlich komplettiert die Einsatzmöglichkeiten des iPad als Beratungswerkzeug. Fallbeispiel: Kundin Mustermann gefällt die Frisur von Fernsehmoderatorin XY. Ansagerin wer?? Kenne ich nicht, interessiert mich nicht, gucke nie TV. Dumme Situation. Mit dem Tablet-PC gehe ich, zusammen mit Frau Mustermann, mal eben online und suche in sekundenschnelle ein Bild der besagten Dame. Auch das ist Service.
Selbstverständlich eignen sich die Pads auch als Unterhaltungsmaschinen und liefern Spiele, Filme oder Musik. Diese Optionen bieten wir im Salon allerdings nicht an, weil durch die damit verbundenen Geräusche eine Unruhe aufkommt, die mit unserem Ideal einer entspannten Salonatmosphäre nicht zu vereinbaren ist.
Ältere Generation ist begeistert
Doch auch ohne Entertainment-Funktionen sind die Pads eine Bereicherung im Salon und bringen, gerade jetzt, wo sie noch nicht so verbreitet sind, einen erheblichen Distinktionsgewinn: Für junge Kunden ist es der „Wow-mein-Friseur-ist-ganz-weit-vorn“-Effekt. Aber auch ältere Menschen sind begeistert und bedienen das Gerät nach kurzer Einweisung intuitiv und „blättern“ sogar länger darin als die Erstgenannten.
Es gibt, nur um nochmals den Verdacht der Schleichwerbung auszuräumen, auch Tablet-PCs von anderen Anbietern. Bedienung und Anwendungsmöglichkeiten dürften bei allen ähnlich sein und die Preise werden wegen des einsetzenden Wettbewerbs bald sinken. Das ist prima, denn wer das Gerät erstmal im Einsatz hat, wird schon bald feststellen, dass er – je nach Salongröße – noch weitere Exemplare benötigt!
Autor: Thomas Kühn
Salon „Kühn Haar + Pflege“,
Kleinwallstadt berichtet dieses Mal von ersten Erfahrungen mit dem iPad.




