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Neunter Verhandlungstag im "Klier-Prozess"

In einem Strafprozess am Amtsgericht Villingen-Schwenningen muss sich eine Regionalleiterin der Firma Klier verantworten. Foto: TOP HAIR-Archiv

18.08.2010

Prozess

Mitarbeiter unter Druck

Tag neun im Strafprozess gegen eine Regionalleiterin der Firma Klier vor dem Amtsgericht in Villingen-Schwenningen: Viel Neues war auch diesmal bei der Vernehmung der Zeugen nicht zu hören. Salonleiter und deren Stellvertreter, die teils trotz Meistertitel unterbezahlt waren, Friseurinnen, die keine oder kaum Ahnung vom Tarifvertrag haben und ein Richter, der geduldig immer wieder dieselben Fragen stellt. 

Angst vor Jobverlust

Nachgehakt hatte dann allerdings der Staatsanwalt, als eine 25-jährige Zeugin ihren unterschiedlichen Verdienst damit begründete, man habe sie „runtergesetzt auf Teilzeit“. Auf die Frage des Staatsanwaltes, was das heiße, erklärte sie, dass ihre Verkaufszahlen im Salon schlechter geworden seien und man ihr daraufhin die Voll- auf eine Teilzeitstelle gekürzt habe. Sie habe dem zugestimmt, aus Angst, den Job ganz zu verlieren (Zeugin: „Es bleibt mir ja nichts anderes übrig“).

Lob an die Angeklagte

Besser war es da einer 42-jährigen Salonleiterin mit Meistertitel ergangen: Um von Lohngruppe vier in die Lohngruppe fünf zu kommen, hatte sie sich mehrfach an ihre Bereichsleiterin gewandt – ohne Ergebnis. Schließlich wurde sie direkt bei der Angeklagten, der zuständigen Regionalleiterin, vorstellig, drohte mit Kündigung und bekam die Höhergruppierung: „Das hat dann gleich funktioniert und ich habe mich noch gewundert, dass das so einfach war mit ihr“, lobte die Zeugin die Angeklagte.

 

Der Prozess wird Anfang September fortgesetzt.

TOP HAIR wird weiter darüber berichten.

 

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